Schulter an Schulter zurück aufs Eis

Petermann und Lewis: Fortschritte dank Hightech

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Dr. Mike Schröder (r.) erklärt die Hightech-Armschlingen der EHC Red Bull-Stars Felix Petermann (l.) und Grant Lewis.

München - Felix Petermann und Grant Lewis kämpfen für ihre Comebacks beim EHC RB München. In dieser heiklen Phase hilft den beiden Heilungs-Hightech made in Bavaria.

Er ist Ex-Meister, Publikumsliebling und Hoffnungsträger für die Playoffs in einer Person, seinem Comeback fiebern Münchens Eishockey-Fans besonders entgegen. Die gute Nachricht vorweg: Felix Petermann schwitzt schon wieder beim Rehatraining, um seine schwer lädierte linke Schulter wieder in den Griff zu bekommen. „Es schaut schon ganz gut aus“, berichtet Dr. Mike Schröder. Und der 30-jährige Nationalverteidiger in den Diensten des EHC Red Bull scharrt schon mit den Kufen: „Ich bin zuversichtlich, dass ich rechtzeitig zu den Playoffs auf dem Eis stehe.“

Botschaften, die beflügeln – denn zum einen war der talentierte Füssener vor seiner Verletzung in Galaform, und zum anderen hatte es ihn bei einem Bandencheck im Dezember wirklich böse erwischt: An seiner Schulter waren die Supraspinatus-Sehne und der Kapselapparat gerissen, zudem die Gelenklippe abgebrochen. Um eine OP kam er zwar herum, aber Schmerzen und eine Bewegungs-Zwangspause blieben ihm nicht erspart.

In dieser heiklen Phase half Felix übrigens Heilungs-Hightech made in Bavaria. „Wir haben seine Schulter mit einer neuartigen, sehr innovativen Kunststoff-Orthese versorgt“, erläutert Dr. Schröder. In diesem Fall handelt es sich um ein modernes Nachfolgemodell der früheren Armschlingen, wie sie im Volksmund heißen. Es stammt aus den Entwicklungslabors der Medizintechnik-Firma OPED, die von ihrer Zentrale in Valley-Oberlaindern aus Patienten weltweit beliefert – inzwischen sogar in Amerika und Australien. „Die Orthese ermöglicht eine sehr sichere und komfortable Ruhigstellung der Schulter“, so Dr. Schröder. „Man kann sie unter anderem in Zehn-Grad-Schritten genau einstellen, sie ist super leicht, zugleich aber sehr stabil.“

Auch Petermanns Leidensgenosse Grant Lewis trägt den weiß-blauen Schulterschutzschild – der 30-jährige US-Verteidiger hatte sich Ende November die Sehne an der rechten Schulter abgerissen und musste operiert werden. Lewis schwärmt von „the bavarian sling“, wie der US-Boy die Schlinge (Orthese) nennt: „Sie stört wesentlich weniger als die anderen Teile, die ich schon tragen musste. Und das Beste ist: Man kann sich damit nicht strangulieren, wenn man sich im Schlaf umdreht“, erzählt Grant schmunzelnd. Er hofft, dass er vielleicht schon zum 1. April wieder die Schlittschuhe schnüren kann.

Bei seinem Spezl Flex –so Petermanns Spitzname – wird es wohl schon früher klappen. Dafür könnte auch sein persönlicher Fitnesstrainer sorgen, der ihn fast rund um die Uhr fordert – sogar daheim in seiner Wohnung in der Au. Genauer gesagt handelt es sich um ein Fitness-Zwergerl, es heißt Quirin und ist der anderthalb Jahre alte Sohn von Felix und seiner Frau Dorothee. „Den Burschen mit einem Arm herumzutragen, ihn zum Beispiel aus dem Babysitz im Auto zu heben, das ist gar nicht so leicht“, erzählt der stolze Papa lachend. Also mörtelt Felix am besten seine Muskulatur weiter fleißig auf...

Andreas Beez

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