Rückkehr in Münchner Kader

EHC gibt sein Toptalent Kahun nicht frei

Und drin: Die Münchner Disalvatore (l.) und Sparre bejubeln das 1:0 durch Richie Regehr (nicht im Bild). Foto: Rauchensteiner

München - Der EHC gibt sein Toptalent Kahun nicht frei: Der nach Riessersee versetzte Stürmer kehrt in den Münchner Kader zurück.

Es muss nicht immer ein Schützenfest sein. Auch schmucklose Siege bringen Punkte. Ökonomisch spielt sich gerade der EHC München durch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Dass er in den jüngsten drei Partien je ein Tor mehr erzielte als der Gegner (in Nürnberg erst im Penaltyschießen), trug ihm acht von neun möglichen Zählern ein. Am Sonntag reichte dem EHC sogar eine ziemlich lasche Vorstellung zum maximalen Ertrag und zum Vorrücken auf Tabellenplatz zwei: 2:1 (0:0, 1:0, 1.1) gegen Schlusslicht Straubing Tigers. Zweimal wenigstens funktionierte das Überzahlspiel, Verteidiger Richie Regehr war mit einem Tor (22 Sekunden vor Ende des Mitteldrittels) und einer Vorlage für Mads Christensen (58.) die Schlüsselfigur.

In der Aufstellung des EHC München gab es eine kleine Änderung. Auf den ersten Blick eine ganz normale: Felix Schütz, im ersten Block gesetzt, hatte sich am Freitag in Nürnberg leicht verletzt, also wurde im Angriff eine Stelle frei, und sie ging an Dominik Kahun, der bislang beim SC Riessersee in der DEL2 mit einer Förderlizenz geparkt war. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde Kahun von München angefordert, am Sonntag spielte er mit Uli Maurer und Toni Ritter im vierten Sturm.

Tatsächlich steht hinter dem Upgrade für Kahun etwas mehr als nur der kurzfristig aufgetretene Bedarf, um den Spielberichtsbogen vollzubekommen: Nach Informationen unserer Zeitung war der Spieler über seine Nichtberücksichtigung dermaßen frustriert gewesen, dass es am Donnerstag zu einer Aussprache in München kam.

Kahun ist 19 und neben dem von den Edmonton Oilers (NHL) verpflichteten Leon Draisaitl das derzeitige deutsche Vorzeigetalent, er hat auch schon die letzte A-WM in Weißrussland gespielt. Weil er mit 1,75 m aber als zu schmächtig gilt für die NHL, hatte Dominik Kahun sich nach einer Lehrzeit bei den Sudbury Wolves in der kanadischen Juniorenliga für einen Wechsel zurück nach Deutschland entschieden. Seine Wahl: der EHC Red Bull München. Der setzte sich gegen Kahuns Ausbildungsklub Mannheim durch.

Die Realität für Kahun war dann: Er bestritt die Vorbereitung und das erste DEL-Saisonspiel in Hamburg, fand sich danach aber beim zweitklassigen EHC-Partnerklub SC Riessersee wieder. Bilanz dort: fünf Tore und vier Vorlagen in neun Spielen – aber keine Chance in München. Zuletzt durfte er dort nicht einmal mehr mittrainieren. Begründung des EHC: Kahun sei bei Riessersee im Überzahlspiel gefragt, da könne man ihn nicht nur zum Spielen hinschicken, auch Training müsse sein.

Die Kahun-Seite brachte vergangene Woche eine Auflösung des Vertrags mit dem EHC München oder ein Ausleihgeschäft ins Spiel. Interessenten für eine Übernahme Kahuns: der gestrige Gegner Straubing, außerdem Ingolstadt und Wolfsburg. Von Münchner Seite ist zu hören, dass ein Klub angefragt und einen Trade vorgeschlagen habe. Wurde abgelehnt: Kahuns Unzufriedenheit mit der Situation verstehe man, baue aber weiter auf ihn, gebe ihn nicht her. Das Gespräch mit Kahuns Management sei ein gutes gewesen. Ab sofort wird der junge Stürmer wieder in München trainieren. Gestern im Spiel gegen Straubing bekam er auch mehr als nur sporadische Einssatzzeiten.

Günter Klein

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