Mächtig Wirbel um das Duell Red Bulls gegen Adler 

Jackson: „Eines der härtesten Spiele, die ich je gesehen habe“ - DEB-Vize sorgt sich

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EHC-Verteidiger Markus Lauridsen (l.) im Duell mit Mannheims Stürmer Luke Adam.

Die Halbfinalserie zwischen dem EHC Red Bull München und den Adlern Mannheim ist hochklassig, aber hitzig - auf und vor allem mittlerweile auch neben dem Eis. 

Teil drei des intensiven und heiß diskutierten Halbfinalkrachers zwischen dem EHC Red Bull München und den Adler Mannheim – und diesmal brauchten beide Trainer nur einen Satz, um ein Zwischenfazit zu ziehen. „Es braucht zwei starke Teams, damit so ein Spiel zustande kommt“, sagte Adler-Trainer Bill Stewart. 2:1 hatten die Münchner gewonnen, der Sieg kam erst in der zweiten Verlängerung zustande, der Meister führt nun in der Best-of-seven-Serie mit dem gleichen Zwischenstand. EHC-Trainer Don Jackson fasste sich ebenfalls kurz – allerdings mit anderem Fokus: „Das war vielleicht eines der härtesten DEL-Spiele, die ich je gesehen habe.“

Bei insgesamt 42 Strafminuten (zwölf gegen München, 30 gegen Mannheim) ist dieser Satz verständlich. Jackson über die heftigen Checks gegen seine Mannen: „Ich bin mir nicht sicher, ob die alle okay waren.“

Die Härte steht schon die gesamte Serie über im Fokus. Der brutale Check von Steve Pinizzotto gegen Matthias Plachta in Spiel eins war der Anfang eines hitzigen Halbfinales, dessen Hochklassigkeit durch die seither aufgeheizte Stimmung auf den Rängen und den Diskussionen abseits des Eises fast in den Hintergrund gedrängt wird. Und das, obwohl zumindest die EHC-Spieler das Thema ad acta gelegt haben. „Das liegt hinter uns, ganz ehrlich“, meinte Siegtorschütze Mads Christensen über die Causa Pinizzotto. „Einen Tag haben wir uns etwas darum gekümmert und jetzt denken wir nicht mehr daran. Wenn wir uns darauf fokussieren würden, könnten wir nicht so gut auf dem Eis spielen.“

Der Mannheimer Fanblock bei Spiel drei in München - mit klarer Botschaft an Steve Pinizzotto.

Auf den Rängen ist das allerdings (noch) anders, denn von beiden Fanlagern gab es Verfehlungen im Umgangston und im Verhalten. Das missfiel auch DEB-Vizepräsident Marc Hindelang auf. Im Interview mit unserer Onlineredaktion findet er es „sehr schade, denn jetzt sollte es nach drei Spielen langsam gut damit sein.“ Emotionen gehörten natürlich dazu, „aber es gab zuletzt ein paar Vorkommnisse, die unschön sind und die positive Stimmung, die um das Eishockey herum herrscht, beschädigen könnten. Wenn – wie ich gehört habe – der Münchner Mannschaftsbus in Mannheim von Leuten zu einer Vollbremsung gezwungen wird und es Morddrohungen gegen Steve Pinizzotto gibt, kann man das genauso wenig gut heißen, wie Beleidigungen gegen einen deutschen Nationalspieler wie Matthias Plachta, bei dem man ja froh sein sollte, dass er wieder spielen kann.“

Marc Hindelang, Vizepräsident des Deutschen Eishockeybundes (DEB).

Lesen Sie auch: Playoffs der DEL 2018: Termine, Spielplan, Ergebnisse und Regeln im Überblick

Hindelang wünscht sich, „dass der Sport im Vordergrund steht und anstatt den Gegner zu verunglimpfen, die eigene Mannschaft und die eigenen Spieler gefeiert werden.“ Damit die Playoffs der DEL ihrem Hashtag im Internet wieder alle Ehre machen: #GeilsteZeit. Jackson: „Je länger die Serie geht, desto wichtiger wird die Disziplin.“ Gezeigt werden kann diese bereits am Mittwochabend (19.30 Uhr) in Spiel vier in Mannheim.

Florian Weiß

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