Wiedersehen mit dem Ex-Keeper

Reimer: "Ich war enttäuscht von der Vereinsführung"

+
Jochen Reimer, hier noch im Trikot des EHC München.

München - Am Freitag feiert der EHC Red Bull München ein Wiedersehen mit Ex-Goalie Jochen Reimer. Der hütet mittlerweile das Tor der Nürnberg Ice Tigers. Wir trafen den Torhüter zum Interview.

Derbywochenende für den EHC Red Bull München! Am Sonntag empfängt die Truppe von Coach Don Jackson die Straubing Tigers, davor gastieren sie am Freitag in der roten Hölle in Nürnberg. Mit dabei sind wahrscheinlich auch wieder die beiden Verteidiger Grant Lewis (fehlte acht Spiele) und Felix Petermann (vier Spiele). Sicher im Tor steht Jochen Reimer, allerdings auf Nürnberger Seite. Die tz sprach mit dem Ex-EHC-Goalie über das prestigeträchtige Duell.

Herr Reimer, haben Sie sich schon in der Frankenmetropole eingelebt?

Reimer: Ja, das ging schnell. Zumal ich schon einige Spieler kannte, allen voran Patrick, meinen Bruder.

Haben Sie noch Kontakt zu den Spielern des EHC?

Reimer: Ja klar. Uli Maurer, Toni Ritter oder Alex Barta sind immer noch gute Kumpels. Das bleibt auch so. Man schreibt sich.

Vergangene Saison haben Sie in München wegen des offensiven Spielsystems des Ex-Trainers Pierre Pagé viele Gegentore gefangen. Sie standen zwar nicht in der Kritik, allerdings wurde damals mit dem Finnen Mika Noronen ein starker Torhüter verpflichtet.

Reimer: Nachdem ich zwei Jahre konstant gute Leistung gebracht habe, war ich etwas enttäuscht von der Vereinsführung. Allerdings haben mich am Ende auch Verletzungen zurückgeworfen. Ich war nie Fan von Pierre Pagé, aber der Einzige, der damit an die Öffentlichkeit ging. Ich stehe zu 100 Prozent hinter meinem Wechsel und bin erleichtert, dass ich das durchgezogen habe.

Also hatten Sie Streit mit Pagé?

Reimer (lacht): Nein, das wär mir sogar lieber gewesen, anstatt auf der Wohnzimmercouch zu liegen. Es hat mir sehr wehgetan, den Teamkollegen beim Ausscheiden gegen Iserlohn zuzusehen.

Heute treffen Sie auf Ihre Ex-Kollegen. Ein besonderes Match?

Reimer: Sicherlich ist es etwas Besonderes, aber das war in den Spielen gegen Wolfsburg, Düsseldorf oder besonders gegen meinen Bruder nicht anders. Daher würde ich das gar nicht überbewerten. Wir spielen alle Eishockey und es geht um drei Punkte.

Gegen Straubing, den Tabellenletzten, haben Sie zuletzt nur glücklich gewonnen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?

Reimer: Besser geht immer, aber im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein. Wir haben, außer gegen Mannheim, immer eine Chance gehabt. Das Team findet sich langsam.

Wo liegen Nürnbergs Stärken und wie gefährlich ist der EHC in dieser Saison?

Reimer: Wir sind offensiv stark, läuferisch auf Topniveau und zwingen dem Gegner unser Spiel auf. München ist eine sehr ausgeglichene Truppe mit vier starken Reihen mit einem guten Powerplay. Richie Regehr ist derzeit bärenstark und auch Alex Barta ist eine Waffe.

Interview: Mathias Funk

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Red Bulls verpflichten dänischen WM-Verteidiger
Red Bulls verpflichten dänischen WM-Verteidiger

Kommentare