tz-Interview

Abeltshauser vor EHC-Debüt: Ich bin titelhungrig

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Konrad Abeltshauser ist bereit für sein EHC-Debüt.

München - Vor seinem Debüt für den EHC Red Bull München spricht Zugang Konrad Abeltshauser im tz-Interview über seine Erfahrungen in Nordamerika und seine Ziele mit dem EHC.

Das ist mal angriffslustig. Gerade mal eine Woche ist Konrad Abeltshauser nach seiner sechsjährigen Zeit in Nordamerika beim EHC Red Bull München, setzt sich der 23-Jährige, der mit seiner Verlobten Erica nach Deutschland gekommen ist, selbst und dem Team ehrgeizige Ziele, wie er vor seinem Debüt im EHC-Dress am Freitag in Mannheim (19.30 Uhr) im tz-Interview verrät.

Fiebern Sie bereits Ihrem ersten Auftritt im EHC-Dress entgegen?

Konrad Abeltshauser: Ich hatte ja jetzt ein paar Einheiten mit der Mannschaft und bin im Video-Studium mit Don Jackson und dem Trainerteam die Systeme durchgegangen. Wenn das einer nicht weiß, was er zu tun hat, bricht das ganze System zusammen. Aber ich fühle mich bereit.

Macht es die Sache schwieriger, das Ganze im Schnellverfahren gezeigt zu bekommen?

Abeltshauser: Ich habe über die Jahre ja mit vielen Trainern gearbeitet, vieles habe ich schon gehabt. Es geht daher relativ schnell, aber es sind natürlich viele Informationen auf einmal. Dann ist da auch noch die Umstellung auf die größere Eisfläche. Aber sobald die Scheibe rein geschmissen wird, ist man im Game-Mode. Da denkt man nicht mehr viel nach, da macht man es intuitiv und spielt Eishockey. Wir können Situationen erkennen und Lösungen finden.

Wie sind denn Ihre ersten Eindrücke?

Abeltshauser: Von den Typen her ist es eine super Truppe. Das Team ist menschlich und spielerisch super besetzt, von daher wird es noch eine lange Saison.

Lange Saison heißt, Sie haben konkrete Ziele mit dem EHC?

Abeltshauser: Ich bin titelhungrig. Natürlich will ich auch mit München einen Titel holen. Wir haben die Mannschaft dazu, dass wir in den Playoffs weit kommen. Klar müssen viele Sachen zusammenspielen, damit das reibungslos funktioniert. Für die Meisterschaft muss alles passen.

Auf welchen Spielertypen dürfen sich die EHC-Fans freuen?

Abeltshauser: Ich sehe mich als Allrounder. Ich kann eine defensive Rolle einnehmen, aber auch offensive Akzente setzen. Ich bin für jede Rolle bereit. Ich spiele gerne mal einen schnellen ersten Pass, damit wir die Scheibe so schnell wie möglich aus dem eigenen Drittel heraus bekommen. Ich will mich in jede Spielsituation einbringen. Das ist genau das, was hier von den Verteidigern erwartet wird.

Sie waren sechs Jahre in Nordamerika, sind früh dorthin gegangen. Würden Sie es genauso noch einmal machen?

Abeltshauser: Auf jeden Fall, ohne mit der Wimper zu zucken. Meine Zeit in Kanada war fantastisch. Das war spielerisch wie menschlich eine einmalige Erfahrung. Du hast schon bei den Junioren viel mehr Spiele, die Talent-Sichtung ist enorm, und du spielst mit Spielern zusammen, die ein, zwei Jahre später schon in der NHL sind.

Könnte die DEL nun das Sprungbrett werden in die NHL?

Abeltshauser: Klar ist das eine Chance, in Deutschland wird auch super Eishockey gespielt. In München sehe ich die Chance, mich weiterzuentwickeln. Im Moment liegt mein Fokus natürlich auf dem EHC. Aber den Traum NHL gibt man erst auf, wenn man die Schlittschuhe an den Nagel hängt.

Warum ausgerechnet München?

Abeltshauser: Als ich bei den Kleinschülern in Bad Tölz war, durften wie in der Drittelpause beim All-Star-Game in München spielen. Ich habe dann von den München Barons ein Trikot bekommen, das war damals für mich das Größte. Ich habe es immer angezogen, wenn wir daheim auf dem Weiher gespielt haben. Dann träumt man auch mal davon, dass man in der DEL für München spielt, zumal ich sehr heimat- und familienverbunden bin.

Fehlt Ihnen irgendwas aus Nordamerika, vielleicht die Küche?

Abeltshauser: An der Ostküste gab es sicher sehr gute Meeresfrüchte. Seafood bekommst du bei uns eher seltener. Oder gutes Sushi. Die Steaks waren auch super, aber es geht nichts über einen schönen Schweinsbraten dahoam bei Mama (lacht).

Für Sie geht’s gegen Mannheim los. Was erwarten Sie? 

Abeltshauser: Wenn man sich das auf dem Papier anschaut, haben sie einer super Mannschaft. Ein paar Spieler kenne ich noch aus meiner Junioren-Zeit, etwa einen Jochen Hecht. Die habe ich schon als kleiner Buale angehimmelt. Aber wir werden uns gut vorbereiten, und ich freue mich auf ein Riesen-Spiel.

Und dann das Heim-Debüt gegen Krefeld... 

Abeltshauser: Damit geht ein Traum in Erfüllung, das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Dieser Moment, die Fans, die Anspannung – das ist das, was man als Eishockey-Spieler liebt. Aber wenn der Puck auf dem Eis ist, zählt nur das Spiel.

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