Warum München keinen NHL-Star abkriegt

Ingolstadt schnappt dem EHC Sulzer weg

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Alexander Sulzer (r.) im DEB-Dress

München - NHL-Verteidiger Alexander Sulzer hat Interesse an einem Engagement beim EHC RB München gezeigt, wechselt jetzt aber zum ERC Ingolstadt. Doch es kommt noch schlimmer für den EHC.

Schade, EHC RB München! Alexander Sulzer wechselt zu den Ingolstadt Panthern. Der NHL-Verteidiger aus Kaufbeuren hatte beim EHC zweimal mittrainiert und sich locker erkundigt, ob er für die Dauer des NHL-Lockouts für München spielen kann. Doch jetzt wechselt er nach Ingolstadt – und – ganz bitter – tritt aller Voraussicht am Sonntag gegen den EHC an!

Wie die tz erfahren hat, hatte Christian Winkler dem Verteidiger ein Angebot unterbreitet, ein ordentliches sogar. Der Manager hatte Klinken poliert, um einen Sponsor für die Finanzierung des NHL-Crack aufzutreiben. Doch schlussendlich wurde nichts draus.

EHC-Torwart Jochen Reimer erfuhr es direkt nach dem Mittwochtraining – und zeigte sich der tz gegenüber überrascht und enttäuscht: „Für uns ist es schade, dass er sich nicht für uns entschieden hat. Ich hätte wirklich gern wieder mit ihm zusammengespielt.“

Reimer sagt, dass sein Spezl Sulzer gerne in der Nähe der Heimat spielen wollte. „Er ist einer, der unglaublich viel und hart trainiert. Aber er hat zu mir gesagt, er kann den Kraftraum nimmer sehen. Er will unbedingt spielen. Ingolstadt kann sich auf einen super Spieler und Typen freuen.“ Reimer kennt das Geschäft, er wird Spezl Sulzer auch weiter grüßen. „Solange er am Sonntag gegen mich kein Tor schießt…“

Wieso bekommt der EHC keinen NHL-Crack, wo sich sogar Oberligist Füssen einen leistet? Das hat drei Gründe:

Erstens: Der EHC muss sparen, kann sich nur über externe Sponsoren einen Lockout-Star leisten.

Zweitens: Pro Saison darf ein DEL-Klub nur elf Profis mit ausländischer Spielerlizenz anmelden. Der EHC hat bereits neun vergeben. Die anderen spart man für Verletzungsfälle. Es müsste also einer der wenigen deutschen NHL-Stars sein. Wie Sulzer halt.

Drittens: Ungewiss, wie lange der Lockout in der NHL noch dauert. In der Nacht zum Dienstag verhandelten Liga und Spielergewerkschaft. Nun wird beraten. Darum zog Winkler wohl auch sein Angebot zurück (auch, weil Sulzer sich eigentlich schon Anfang der Woche entscheiden wollte).

Braucht der EHC einen NHL-Star, Herr Reimer? „Wenn wir einen kriegen können, wieso nicht? Aber unsere Mannschaft ist auch so gut!“

Martin Wimösterer

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