Darum lief es bei dem EHC Red Bull München nicht

Die Gründe für das schnelle Playoff-Aus!

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Keine Chance gegen Wolfsburg

München - In der regulären Saison lief es noch gut, in den Playoffs folgte das plötzliche Aus. Die tz erklärt die wichtigsten Gründe, warum der EHC Red Bull München das Nachsehen hatte.

Am Ende blieb Don Jackson und seinem Team nur ein trauriger Rekord: Der EHC Red Bull München ist die erste Mannschaft der DEL-Geschichte, die eine Playoff-Serie ohne Heimtor verlor. Die bittere 3:4-Pleite im vierten Duell gegen Wolfsburg besiegelte Dienstag das endgültige Aus. Die Münchner, die die reguläre Saison auf Rang zwei abgeschlossen hatten, wurden von den Niedersachsen 4:0 aus den Playoffs gefegt – der Super-GAU!

Was bleibt, sind überraschte Experten, die Häme der Red-Bull-Gegner und die Frage: Was waren die Gründe für den frühen Untergang von Meistertrainer Don Jackson und seiner Mannschaft? Die tz erklärt die Wichtigsten:

Grund 1: Die Verletzten!

Klingt nach Ausrede, muss aber berücksichtigt werden. Die Münchner plagten die gesamte Saison vehemente Personalsorgen: In den Playoffs fehlten den Roten Bullen zehn Stammkräfte, darunter Leistungsträger wie Garrett Roe, Mads Christensen und der überragende Niklas Treutle im Tor. ServusTV-Experte Florian Keller zur tz: „Beim EHC haben die Ideengeber gefehlt, die Verletztenliste ist lang und prominent.“

Grund 2: Fehlende Cleverness in der Defensive, wenig Ideen in der Offensive!

Dass sich die Systeme von Trainer Don Jackson mehr als bewähren können, war in der regulären Saison deutlich zu sehen. Was aber tut man, wenn sich ein Playoff-Gegner auf diese einstellt und die richtigen Mittel findet, um sie zu durchbrechen? Die Münchner, für ihr gutes Forechecking und die Kunst am Puck bekannt, befanden sich plötzlich in genau dieser Situation: Wolfsburg zeigte Höchstleistung in der Defensive, ließ die Bullen kaum zu Chancen kommen. Sobald sich die Jackson-Schützlinge über die blaue Linie bewegten, verwickelten die Grizzlies sie in kräftezehrende Zweikämpfe, um kurz darauf selbst mit gezielten Angriffen zu punkten – eine unachtsame Münchner Defensive machte es möglich. Keller: „Die EHC-Spieler haben gekämpft, waren aber nicht clever genug.“

Grund 3: Unnötige Strafzeiten!

Ein Problem, das in der Serie gegen Wolfsburg seinen Höhepunkt fand. Immer wieder brachte sich die Jackson-Truppe in ärgerliche Unterzahlsituationen, die die Wolfsburger gnadenlos ausnutzten. Einprägsamster Moment: Der unnötige Kniecheck von Richie Regehr im vierten Serien-Duell. Der beste Offensiv-Verteidiger der Liga musste daraufhin im ersten Drittel das Eis verlassen, hinterließ seinen Kollegen eine fünfminütige Unterzahl! Der Anfang vom Ende… Kellers klare Meinung dazu: „Das Foul von Regehr darf nicht passieren, nicht in einem Hauptrundenspiel und schon gar nicht in den Playoffs.“

Grund 4: Die mentale und körperliche Verfassung!

Viele EHC-Fans vermissten den unbedingten Siegeswillen ihres Teams. In der Tat, Wolfsburg, mit Schwung aus den Pre-Playoffs, wirkte über weite Strecken engagierter und aufgeweckter. Vor allem körperlich hätte den Bullen zwischen Saison und Playoff-Start wohl ein wenig Ruhe gut getan. Stattdessen gab es eine Steigerung der Intensität im Training, wie Jackson berichtete. Anscheinend hat er sich da verkalkuliert.

Und jetzt? 

Ein absoluter Umbruch ist nicht zu erwarten. Schließlich haben Jackson & Co. ein wichtiges Ziel erreicht: Die Quali für die Champions Hockey League. Keller: „Ich glaube nicht, dass es beim EHC den totalen Umbruch geben wird. Der Einfluss von Don Jackson auf den Kader war nicht so groß, den wird er jetzt nehmen.“ Ein Bulle ist jedenfalls sicher raus: Alex Barta kündigte nach dem Aus selbst an, „auf keinen Fall mehr“ für München zu spielen.

bb,lm

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