Münchner setzen auf 36-Jährigen

Routine ist Trumpf beim EHC

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Ausgebremst: Red-Bull-Nachwuchsmann Maximilian Kammerer (l.) beim 0:2 gegen Finnland bei der Junioren-WM.

Der EHC München hat seinen Kader mit einem 36-Jährigen aufgestockt. Keine guten Perspektiven für die jungen Spieler aus der Red-Bull-Akademie.

Deutsch? Englisch? Francois Methot, der Neue beim EHC München, vermischt die beiden Sprachen ein wenig, mit klarer Tendenz aber zu der, mit der er aufgewachsen ist: „We played a high-Tempo game“, sagte er nach seinem Debüt, dem 4:2-Derbysieg über die Augsburger Panther.

Seit zehn Jahren spielt der Frankokanadier Methot in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – inzwischen hat er Deutschen-Status, muss keine Ausländerposition mehr belegen. Nur deswegen haben die Münchner den Stürmer verpflichten können, denn ihre elf Legionärslizenzen haben sie alle schon vergeben. Gleichwohl soll Methot Ausländerstärke in den Kader des EHC bringen – wie schon Daryl Boyle und Daniel Sparre, die ebenfalls in Nordamerika ausgebildet wurden, aber nach erfolgreicher Ahnenforschung als Deutsche spielen können. Gesprochen wird gleichwohl am liebsten Englisch – bei Methot ist das nicht anders.

Dass Francois Methot und der EHC München zueinander finden würden, hat sich kurzfristig ergeben. Methot hatte das Problem, dass er seit 28. November verletzt gewesen und bei den Krefeld Pinguinen nicht mehr gefragt war; er wurde zwei Tage vor Heiligabend freigestellt. „Das Timing war für uns ideal“, sagt Münchens Trainer Don Jackson, „Francois war verfügbar, und wir haben einen Mangel an Spielern“: Zehn Leute sind verletzt, zwei abgestellt für die Junioren-Nationalmannschaft.

„Francois wird seinen Platz finden“, sagt Jackson, der sich Methots Vita durchgesehen hat: „Bei seinen Teams war er immer über längere Zeit – das zeigt, dass man ihn gemocht hat.“ Bis auf die Endphase in Krefeld eben. Methot dazu: „Ich bin seit 17 Jahren Profi – das war das erste Mal, dass ich den Verein während einer Saison wechseln musste.“ Daher: „Ich war aufgeregt – mit 36.“

Momentan – und das heißt auch Freitag Abend im nächsten DEL-Spiel, zuhause gegen die Wolfsburg Grizzly Adams (19.30 Uhr) – wird Francois Methot dem EHC helfen. Doch wenn alle Spieler mal gesund sind, dürfte in einem 30-Mann-Kader der Routinier Methot die jungen deutschen Spieler wohl um Einsatzzeiten bringen.

Das Jugendkonzept des EHC-Eigners Red Bull schlägt nicht durch. Dominik Kahun und Tim Bender mussten erst beim Kooperationspartner SC Riessersee in der DEL2 dienen, ehe sie nach Ausfällen etablierter Spieler in den Münchner DEL-Kader befördert wurden. Und die Junioren, denen Red Bull in seiner Nachwuchsakademie bei Salzburg außergewöhnliche Trainingsmöglichkeiten bietet, helfen dem deutschen U 20-Nationalteam bei der Junioren-WM derzeit in Kanada nicht weiter: Die in Salzburg geschulten (und irgendwann für eine Übernahme durch München vorgesehenen) Sharipov, Filin, Kammerer und Eder haben es wie auch Kahun und Bender nicht verhindern können, dass man nach einer Vorrunde mit vier Niederlagen und 2:17 Toren in einer Best-of-Three-Relegation gegen die Schweiz um den Klassenerhalt spielen muss. Keine guten Aussichten.

Günter Klein

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