Dritter in der DEL-Fairplay-Tabelle

Das EHC-Disziplin-Konzept: Spiele ohne Rauferei

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Grant Lewis (l.) und Yannic Seidenberg in der Kühlbox-.

München - Nach 42 Spielen ist der EHC Dritter der Fairplay-Tabelle und erst zwei Spieler sind von der Liga gesperrt worden. Vergleich zum Vorjahr: Da war München in nur Siebter mit sechs Spielersperren.

Don Jackson, Trainer des EHC München, spricht immer leise, und wenn er einem Berufskollegen aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) begegnet, entwickelt sich ein Austausch in freundschaftlichem Ton und mit sonniger Miene. Wahrscheinlich war Jackson, heute 58, schon als Spieler so: stets nett zu allen.

Die Statistik sagt etwas anderes: Mitte der 80er-Jahre gewann der Verteidiger Don Jackson mit den Edmonton Oilers um die Legenden Wayne Gretzky, Jari Kurri und Mark Messier zweimal den Stanley-Cup – und er ist dabei der Mann fürs Grobe gewesen: 166 Strafminuten, 152, 205, 114, das sind seine Saisonwerte. Jackson kannte jede Sünderbank in der National Hockey League (NHL).

Der Trainer Jackson würde dem Spieler Jackson mitteilen, dass er diese Produktion an Strafzeiten nicht so gut finde. Vermeiden von Situationen, in denen man auf dem Eis dann einer weniger ist – darauf basiert Jacksons Philosophie. Nach 42 Spielen ist der EHC Dritter der Fairplay-Tabelle, der Schnitt liegt bei 12,31 Strafminuten. Und erst zwei Spieler sind im Saisonverlauf von der Liga gesperrt worden. Vergleich zum Vorjahr: Da war München in der Strafenvermeidung nur Siebter mit 17,08 Minuten und sechs Spielersperren. Das Team war allerdings auch anders konzipiert, es hatte gleich zwei „Goons“, Spezialkräfte, die für gegnerische Einschüchterung zuständig sind: Danny Bois kassierte in 46 Partien 133 Strafminuten (inzwischen wütet Bois in England), Sean O’Connor wurde wegen seines Dauerstreits mit dem damaligen Trainer Pierre Pagé schon nach einigen Wochen suspendiert, ehe er auf dem Eis richtig hätte loslegen können. In Don Jacksons 14/15er-Mannschaft ist Verteidiger Florian Kettemer mit 47 Strafminuten aus 42 Spielen der böseste Bube – gleichwohl ein unauffälliger Wert, der noch niedriger wäre, hätte Kettemer sich nicht einmal berufen gefühlt, einen attackierten Mitspieler mit ein paar Fausthieben zu rächen („Das habe ich mal ausprobiert“). 29 Mal in 42 Spielen wurde ein Münchner wegen „übertriebener Härte“ zur Ordnung gerufen – es gibt also Partien ohne Rauferei.

„Die beiden wichtigsten Statistiken“, sagt Jackson, „sind, wie viele Tore wir im Powerplay schießen und wie viele Gegentreffer wir in Unterzahl bekommen“. 21 Mal wurde der EHC im Penalty-Killing bezwungen, 45 Mal hat er mit einem oder zwei Mann mehr getroffen – Bilanz positiv. Nächste Gelegenheit, sie noch zu verbessern: Heute (19.30 Uhr) spielt der EHC in Düsseldorf.

von Günter Klein

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