Meister startet Training am Freitag

EHC-Talentschuppen spielt nun in der Oberliga - darum sagte Zweitligist Tölz ab

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Am Freitag bittet er aufs Eis: Trainer Don Jackson.

Am Freitag startet der EHC Red Bull München in die Vorbereitung auf Münchner Eis. Was ist neu beim Meister? Kooperation, Bande, Spieler - der Überblick.

München – Kein Mensch will an Eishockey denken in diesem deutschen Sommer; Leute, die sich von Berufs wegen damit befassen, müssen es aber. Beim EHC München, dem Deutschen Meister der Jahre 2016, 17 und 18, geht am Freitag die Saison los. Das Eis im Olympia-Eissportzentrum ist dann fertig, das an einigen Stellen erneuerte Team kann dann zum Training erstmals aufs Eis. Schon im August geht die Champions Hockey League los (EHC-Kampfansage im Video: „Werden nicht aufhören, bis die europäische Krone uns gehört“).

Was neu ist im Münchner Eishockey: die Bande. Das 60 x 30 Meter-Feld bekam eine Umrandung, die modernen Standards entspricht: eine Flexi-Bande, die nachgibt und schwingt, wenn Spieler gegen sie rattern (oder gerattert werden). Ist in der NHL seit einigen Jahren üblich und hat sich in den vergangenen zwei Jahren auch in Deutschland durchgesetzt. Vergangenheit ist somit der alte Münchner Bau – „die härteste Stahlbande der Liga“, wie EHC-Geschäftsführer Christian Winkler rückblickend scherzt. Die Flexi-Bande ist allerorts willkommen, sie hilft, die Verletzungsgefahr zu senken.

Tölz lehnte Kooperation ab - grundsätzlich

Geklärt ist die Kooperationsfrage: Der EHC arbeitet weiterhin mit dem SC Riessersee zusammen, der nach dem Ende der Saison 2017/18 in eine existenzielle Krise geraten war und keine Lizenz mehr für die DEL2 bekommen hatte. München suchte nach einem neuen Partner, aufgrund der geografischen Nähe war Bad Tölz der ernsthafteste Anwärter. Die Löwen verhandelten auch mit den Nürnberg Ice Tigers, fassten dann aber den Grundsatzbeschluss, ohne Kooperationspartner in die Saison 2018/19 zu gehen.

Geschäftsführer Christian Donbeck erklärt, warum er sich nicht auf einen Deal mit Förderlizenzspielern, die zwischen den Standorten pendeln, einlassen will: „Hat der Kooperationspartner Verletzte, spielt in der Champions Hockey League oder auch dem Spengler Cup, dann wird der Zeitraum, in dem Spieler abgestellt werden können, schon einmal sehr gering. Dass diese jungen Spieler dann auch ihre 20 Spiele absolvieren müssen, um in den Playoffs spielberechtigt zu sein, stellen wir in ganz weite Ferne.“ Befürchtet hatte Donbeck auch Unruhe in der Mannschaft: „Wenn der Kooperationspartner sagt, dass bei ihm alle fit sind und er uns am Donnerstagmittag fünf Spieler schickt, muss unser Trainerteam am Donnerstagabend zu fünf Spielern von uns sagen: ,Ihr könnt zwar heute trainieren, aber am Freitag spielt ihr nicht.“

Riessersee bleibt EHC-Partner - mehr Eiszeit für Münchner Spieler?

Nach dieser erstaunlich forsch und namentlich formulierten Absage der Bad Tölzer wurde sich Nürnberg mit Bietigheim (Serien-Meister der DEL2) einig – und München mit dem SC Riessersee, der in der Oberliga Süd und im Insolvenzplanverfahren starten wird. Die Oberliga gilt unter Experten als zu langsam vom Spieltempo her, Christian Winkler erhofft sich jedoch, „dass unsere Spieler dann eine höhere Rolle und viel Eiszeit bekommen“. Trainer Don Jackson hatte zu seiner Berliner Zeit gute Erfahrungen gemacht: Die damaligen Talente, heute Stamm- und Nationalspieler, wurden bei den Eisbären Juniors in der dritten Liga eingesetzt. 

Spieler, die für EHC und SCR antreten könnten, sind: Daniel Fießinger (dritter Torwart), Emil Quaas und Hagen Kaisler (Abwehr), Tobias Eder, Maximilian Daubner (Angriff).

Ausländischer Stürmer soll noch zum EHC kommen

26 Cracks hat der EHC München mit einem Profivertrag ausgestattet, derzeit ist er noch auf der Suche nach einem ausländischen Stürmer. Dann wäre nach zahlreichen Abgängen der größte personelle Umbau der vergangenen Jahre abgeschlossen.

Vom alten Meisterteam sind noch nicht alle Spieler untergekommen, die keinen Vertrag beim EHC mehr bekommen haben. Torwart David Leggio stand mal in Kontakt mit Straubing, sagte aber ab, Verteidiger Florian Kettemer befasste sich dem Vernehmen nach schon mit dem Ende der Karriere, hatte aber als rares Exemplar eines gestandenen deutschen Verteidigers noch Optionen. Am Mittwoch präsentierten ihn die Eisbären Berlin als Neuzugang.

Von Günter Klein

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