EHC Spieler mal ganz privat

Florian Kettemer im Interview: Der Stenz auf Kufen

+
Trainingspause! tz-Reporter Mathias Müller traf Eishockey-Profi Florian Kettemer (29) am Olympiasee zum Sommerinterview.

München - In unserem Sommerinterview verrät Florian Kettemer vom EHC Red Bull München, wo er in der Stadt gerne essen geht. Und ob sein Ruf als Frauenfreund berechtigt ist.

In unserer Sommerinterview-Serie reden wir dieses Mal mit Florian Kettemer. Der 29-Jährige ist Spieler des EHC Red Bull München. Geboren in Kaufbeuren, spielte „Kette“ bereits von 2007 bis 2009 in München. Über Augsburg und Mannheim fand er 2014 seinen Weg zurück an die Isar. Auch für die Nationalmannschaft absolvierte Kettemer bereits 20 Spiele. Ein großes Highlight wartet am Freitag, 28. August, auf ihn: Dann bestreitet Florian Kettemer mit Red Bull sein erstes Match in der Eishockey Champions League (19.30 Uhr im Olympia-Eisstadion).

Für das tz-Interview nahm er sich zwischen zwei Trainingseinheiten Zeit. Die Kollegen lümmelten derweil schon im Englischen Garten rum ...

Herr Kettemer, würden Sie sich als München-Fan bezeichnen?

Kettemer: Auf jeden Fall, wer ist das nicht? Jeder, der hier lebt, fühlt sich sehr wohl. Ich mochte die Stadt schon bei meinem ersten EHC-Engagement, nur war ich da noch zu jung, sie richtig zu sehen. Ich bin 2009 aus sportlichen Gründen nach Augsburg gewechselt, der EHC spielte noch in der Zweiten Liga. Der Schritt in die DEL war sehr wichtig für mich.

Ihre Familie kommt aus Fuchstal, Ihr Bruder Philipp (26) spielt in Denklingen (beide Orte im Kreis Landsberg). Wollten Sie immer zurückkommen?

Kettemer: Den Gedanken hatte ich immer mal wieder, schließlich habe ich zusätzlich zu meiner Familie noch alte Freunde und Teamkameraden, die hier spielen oder leben. Mein Bruder ist auch sehr talentiert, hatte aber nie den gleichen Biss wie ich. Für ihn ist Eishockey eine Freizeitbeschäftigung. Er schießt sehr viele Tore, leider sehe ich ihn eigentlich nie live auf dem Eis. Auch jetzt, wo ich wieder in München bin, weil wir fast immer parallel spielen. Aber er kommt ab und zu in die Eishalle zu unseren Heimspielen.

Wenn man in Fuchstal aufwächst: Welche Beziehung hat man zu München?

Kettemer: Als kleiner Junge kamen mir schon Landsberg oder Kaufbeuren wie eine große Stadt vor, heute wirken beide wie ein kleines, aber sehr schönes Dorf. München war riesig, ich kann mich noch gut an die Fahrten zu den Spielen des FC Bayern erinnern, das war imposant. In Sachen Eishockey hatte ich von Hedos oder den Der Stenz auf Kufen Maddogs gehört, habe mich aber mehr an Kaufbeuren orientiert.

Wohnen Sie heute in der gleichen Wohnung wie früher?

Kettemer: Nein. Zuerst habe ich am Bonner Platz gewohnt, heute in der Nähe des Stiglmaierplatzes. Das ist perfekt, weil es zwischen Olympiapark und Stadtzentrum liegt.

Kennen Sie auch die Agnesstraße in Schwabing?

Kettemer: Nein, wieso?

Na ja, Sie haben den Ruf des Frauenfreundes – und dort ist die Serienwohnung des Monaco Franze. 

Kettemer: Ah okay, den Monaco kenne ich natürlich. Das habe ich dem Martl (Buchwieser, Anm. d. Red.) und dem Uli (Maurer) zu verdanken.

Wieso das?

Kettemer: Heute sitzt jeder mit seinem eigenen iPad im Bus, aber zur Zweitliga-Zeit haben wir noch gemeinsam DVDs geschaut. Eigentlich wählt man einen englischen Film, damit die Amerikaner, Kanadier und Schweden auch etwas verstehen. Bei uns nicht, da haben Martl, Uli und der Markus Jocher ein Machtwort gesprochen. Bei uns lief auf den Auswärtsfahren der Monaco Franze. Aber wer hat Ihnen überhaupt das mit den Frauen erzählt?

Quellenschutz, das müssen Sie verstehen. Stimmt es denn, dass Sie ein Stenz sind wie der Monaco?

Kettemer: Es wird immer viel erzählt. Wie definieren wir denn Stenz genau?

In Bayern ist das ein charmanter Frauenheld. Absolut positiv konnotiert.

Kettemer: Mei, es gibt viele nette Frauen, und ich bin halt gerne nett zu ihnen.

Sind Sie derzeit in festen Händen?

Kettemer: Nein. Also (macht eine Pause), was man halt so sagen kann. Als Stenz.

Im Sommer sind Sie für eine Frau sogar bis nach Mallorca geflogen, richtig?

Kettemer: Stimmt, meine Schwester lebt seit sieben Jahren mit ihrem Mann und den drei Kindern in Sant Joan, zwischen Palma und Manacor. Ich sehe sie selten und verbinde mein Individualtraining dort mit Urlaub bei ihnen. Dieses Jahr habe ich mit einem Body-Mind-Spezialisten gearbeitet und rund acht Kilo an Muskelmasse draufgepackt. Mallorca ist eine super schöne Insel. Schade, dass sie manchmal auf den Ballermann reduziert wird.

Und andere Urlaubsziele? Sind Sie auch mal weiter weggewesen?

Kettemer: Vor zwei Jahren war ich in Las Vegas. Ich wollte gar nicht, aber Yannic Seidenberg hat mich mitgeschleppt. Ein paar Garmischer Jungs waren auch noch dabei.

Und?

Kettemer: War langweilig, keine hübschen Frauen, wenig los (grinst).

Mitte Juli mussten Sie zum Training antreten, den Sommer verbringen Sie in der Stadt. Von der Spider Murphy Gang gibt es den Song „Sommer in der Stadt“. Ich würde mit Ihnen gerne ein paar Zeilen durchgehen. Günther Sigl in dem Song singt unter anderem „I renn nackert durch’n Englischn Gartn“ …

Kettemer: Wir sind oft mit der Mannschaft dort. Der Frank Mauer hat heute im Training angekündigt, dass er mit dem Fahrrad kommt und nur ein T-Shirt anzieht. Die Damen sollten die Augen immer offen halten.

Und weiter: „I kauf ma a Mass am Chinesischn Turm und flanier mit dir auf da Leopoldstraß’“ …

Kettemer: Auf jeden Fall.

Wie wär’s damit? „I schlürf an Eiskaffee im Rialto. Und schau de junga Hasn noch.“ Ach, lassen wir das, die Frage erübrigt sich bei Ihnen. Wo gehen Sie in der Stadt sonst gerne hin?  Kettemer: In den Brenner in der Maximilianstraße. Die Qualität des Essen ist dort sehr gut, bei intensivem Training muss man viel und gut essen. Und fürs Auge ist auch oft etwas geboten.

1. Mein Lieblingsbiergaten in der Stadt: Ich setze mich aufs Radl und fahre in den Englischen Garten zum Chinesischen Turm. Auch mit der Mannschaft sind wir in den vergangenen Wochen das ein oder andere Mal zwischen den Trainingseinheiten dort gewesen.

2. Wenn das Training vorbei und die Arbeit geschafft ist, gönne ich mir an heißen Tagen zur Abkühlung gerne ein Radler. Das löscht den Durst und wirkt herrlich erfrischend.

3. Der verrückte Eismacher in Schwabing macht interessante Sorten. Derzeit mag ich’s aber gar nicht so wild, Kokoseis steht an erster Stelle.

Einen Überblick über alle Sommerinterviews gibt's hier.

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

So geht es Maxi Kastner jetzt
So geht es Maxi Kastner jetzt
EHC verliert wieder gegen Aufsteiger - und verspielt Platz eins
EHC verliert wieder gegen Aufsteiger - und verspielt Platz eins
Meister München patzt gegen Bremerhaven
Meister München patzt gegen Bremerhaven
Kahun vor Comeback: „Wunderbares Gefühl“
Kahun vor Comeback: „Wunderbares Gefühl“

Kommentare