Der 37-Jährige über Olympia, Nervosität und Playoffs

EHC-Kapitän Wolf im Interview: „Da kribbelt es auch bei mir“

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Michael Wolf will mit dem EHC den dritten Titel in Folge einfahren.

Der EHC Red Bull München macht sich auf den Weg zum dritten Titel in Folge. Am Mittwoch starten EHC-Kapitän Michi Wolf & Co. in die Playoffs.

Jetzt wird’s wieder ernst! Der EHC Red Bull München macht sich auf den Weg zum dritten Titel in Folge. Am Mittwoch um 19.30 Uhr starten EHC-Kapitän Michi Wolf & Co. daheim gegen Bremerhaven in die Playoffs. Da die Playoffs im Best-of-seven-Modus ausgetragen werden, müssen vier Siege her – und damit das klappt, wurde noch mal ordentlich trainiert. Fester Bestandteil des Trainingsplans: Radl fahren! Die tz hat Kapitän Wolf beim Ausfahren nach einem Training Gesellschaft geleistet.

Herr Wolf, neben den Einheiten auf dem Eis sowie dem Krafttraining gehört Fahrradfahren zu Ihrem Trainingsplan...

Michel Wolf: Das stimmt. Wir streuen zwischendurch immer wieder Cardio-Einheiten ein. Vor und nach dem Training oder Spielen wird immer eine gewisse Zeit geradelt. Das können zehn Minuten oder auch mal mehr sein.

Gibt es eine bestimmte Pulsfrequenz, die Sie halten?

Wolf: Jeder Spieler hat eine gewisse Wattzahl, die er erreichen und halten sollte. Welche das ist, variiert individuell. Diese Angaben werden jede Saison aufs Neue bei den Fitnesstests ermittelt. Insofern kann jeder Spieler so trainieren, wie es für ihn am besten ist. Einige präferieren es auch zu laufen. Aber ich radle immer.

Auch privat?

Wolf: Ja, im Sommer bin ich gern mit dem Mountainbike unterwegs. Wohin und wie lange so eine Tour dann geht, ist immer unterschiedlich.

Der EHC fokussiert sich auf die Meisterschaft und strampelt für die „Triple-Tour“.

„Wir unternehmen auch abseits des Eises viel miteinander“

Nun stehen die Playoffs an (Termine, Regeln, Spielplan und Ergebnisse im Überblick). Zum dritten Mal in Folge starten Sie als Hauptrundensieger in die wichtigste Zeit des Jahres. Was macht die Mannschaft derzeit so stark?

Wolf: Man kann da gar nicht eine bestimmte Sache oder eine bestimmte Person besonders hervorheben. Vielmehr ist es eine Reihe von Dingen. Ich denke, dass wir qualitativ auf dem Eis eine gute Leistung abliefern und nicht leicht zu schlagen sind. Außerdem stimmt es innerhalb des Teams einfach. Wir unternehmen auch abseits des Eises viel miteinander und jeder kann sich auf den anderen verlassen.

Ein Teamritual vor den Spielen ist der Besuch beim Lieblingsitaliener. Gibt’s vor den Playoffs weitere Aktionen?

Wolf: Ja, wir gehen immer noch einmal bowlen. Am vergangenen Freitag war das gesamte Team unterwegs.

„Natürlich sind wir einer der Favoriten“

Seit zwei Wochen ist die Mannschaft wieder komplett. Haben die sieben Silbermedaillengewinner noch einmal einen neuen Schwung ins Team gebracht?

Wolf: Absolut! Wir haben alle mitgefiebert und freuen uns natürlich sehr für sie. Ich habe mir alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft live angesehen und war, glaube ich, nervöser als einige der Jungs auf dem Eis.

Ein Michi Wolf kann nervös sein? Sie wirken immer sehr routiniert und ruhig…

Wolf: Naja, ich habe ja auch schon das ein oder andere Spiel gespielt (lacht). Da stellt sich eine gewisse Routine ein. Was mich aber ruhig sein lässt, ist, dass ich weiß, was unsere Mannschaft leisten kann. Ich habe absolutes Vertrauen in jeden Einzelnen. Trotzdem sind die Playoffs immer etwas ganz Besonderes. Da kribbelt es auch bei mir.

Sie starten wie im Vorjahr als Favorit gegen Bremerhaven. Ein Wunschgegner?

Wolf: Ich weiß, es klingt nach einer Floskel, aber es ist so: Wunschgegner gibt es nicht. Wenn du Meister werden willst, musst du jeden schlagen können. Natürlich sind wir einer der Favoriten, schließlich sind wir zweifacher Titelverteidiger und haben die Hauptrunde auf Platz eins abgeschlossen. Aber das zählt nun alles nicht. Jetzt wollen wir erneut abliefern.

Interview: Lena Meyer

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