tz Interview

Köln-Kapitän Lehmann: So kann man den FC Bayern schlagen

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Kölns Kapitän Matthias Lehmann.

München - Im tz-Interview schätzt Matthias Lehmann, Kapitän des 1. FC Köln, die Chancen seiner Mannschaft gegen den FC Bayern ein. 

Herr Lehmann, Sie kommen mit Köln in die Arena. Welche Erinnerungen tauchen da auf?

Lehmann: Durch die Zeit bei Sechzig natürlich einige, aber ich habe auch noch Erinnerungen ans Olympiastadion. Was die Spiele gegen Bayern angeht, weiß ich nur, dass es immer verdammt schwierig war. Zu meiner Zeit in Aachen haben wir es zweimal geschafft, die Bayern zu schlagen. Aber in München nie…

Gibt es noch Verbindungen?

Lehmann: Nein, nicht mehr. Dazu ist es zu lange her, die alten Weggefährten sind mittlerweile ausgeflogen. Im Fußball ist es oft wie im Leben: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Früher hatten Sie noch den gleichen Friseur wie Schweinsteiger.

Lehmann: Ja, aber da war ja die halbe Bayern- und die halbe Sechziger-Mannschaft. Da ging es auch nicht so sehr um die Haare, da ging es um die Ehre!

Wie bitte?

Lehmann: Wir haben uns da nicht nur die Haare schneiden lassen – sondern vor allem auf der Playstation gegeneinander gespielt. Da konnte so ein Friseurbesuch auch schon mal mehrere Stunden dauern. Wie gesagt: Da ging es um die rote bzw. blaue Ehre!

Klingt wie aus einer anderen Zeit. Neulich erklärten Sie mal, Sie wären der „junge Opi“ in der Kölner Mannschaft.

Lehmann: Stimmt. Aber es ist immer noch nicht so, dass ich morgens erst mal fünf Schmerztabletten nehmen muss, damit ich aus dem Bett komme. Bei mir ist alles gut, ich fühle mich fit, habe keine muskulären Probleme, hatte ja auch nie wirklich große Verletzungen. Ich bin noch nicht kurz vor Ladenschluss, was meine Karriere angeht.

Wie ist das mittlerweile, als Kapitän die jungen Spieler zu führen?

Lehmann: Wir haben eigentlich eine sehr flache Hierarchie. Hinzu kommt, dass die Spieler durch die U-Nationalmannschaften schon früh sehr viel Erfahrung haben und immer weiter sammeln. Große Anweisungen muss man da gar nicht geben – die wissen, worum es geht im Fußball. Die Jungs sind sehr weit heutzutage.

Weiter als Sie mit Anfang 20?

Lehmann: Sie sind definitiv anders vorbereitet. Es gibt Fördermaßnahmen, sie trainieren nicht bloß einmal die Woche bei den Profis mit – ich sehe das ja, was in den Länderspielpausen bei uns los ist. Die A-Jugendlichen werden sofort ohne Probleme aufgenommen. Früher hättest du dich gar nicht getraut, etwas zu sagen. Höchstens „danke“ oder „bitte“. Heutzutage kommen die Jungs hoch und sind sofort integriert, ob sie jetzt 16 Jahre alt sind oder 18.

Würden Sie mit nun 32 gern noch einmal bei Guardiola mittrainieren?

Lehmann: Ob das ein so zwingender Wunsch von mir ist, weiß ich gar nicht. Obwohl, eine Einheit kann nie schaden, man kann sich ja immer weiterentwickeln.

Wird Guardiola einen besonderen Plan brauchen, um die Defensive des FC zu knacken?

Lehmann: Da fragen Sie lieber mal bei ihm nach (lacht). Wir werden schauen, was wir für Möglichkeiten haben. Es sind mit Sicherheit nicht viele. Aber wir werden uns einen Plan erarbeiten und versuchen, den so gut wie möglich umzusetzen. Man spricht ja immer viel vor einem solchen Spiel, aber es zählt das, was Samstag um 15.30 Uhr passiert. Wenn es nach zehn Minuten 4:0 steht, dann muss man seinen ursprünglichen Plan anpassen.

Haben die FCB-Spiele gegen Bremen und Arsenal Hoffnungen gemacht?

Lehmann: Na ja, wir sind ja nicht der FC Arsenal. Aber man konnte sehen, dass es mit einem schnellen Umschaltspiel klappen kann.

Wie lange hat dieses Handtor gegen Hannover noch Nachwirkungen für Sie gehabt?

Lehmann: Nicht sehr lang, aber vor allem nach dem Spiel bei der Dopingkontrolle. Wenn man da sitzt, die Bilder sieht und sich alles in die Länge zieht, dann wird es einfach immer schlimmer. Am Montag hat man das dann überall gelesen, am Dienstag musste es dann aber auch gut sein. Ändern konnten wir es eh nicht mehr. Es ist sehr, sehr bescheiden gelaufen.

Trotzdem ist der FC Sechster. Früher hätte man da gleich von Europa League oder mehr gesprochen. Sind diese Zeiten vorbei?

Lehmann: Nicht bei allen (lacht). Es gibt schon noch den ein oder anderen Fan, der darauf hofft. Wir werden niemandem verbieten zu träumen. Die Fans dürfen das. Aber wir sind alle realistisch, unser Ziel sind 41 Punkte.

Träumen Sie denn noch? Zum Beispiel davon, noch mal international zu spielen?

Lehmann: Na klar träumt man davon. Obwohl ich nicht so der Typ bin, der gern durch die Gegend fliegt (lacht). Ich habe ein wenig Flugangst. Aber sollte es irgendwann dazu kommen, würde ich die auch in den Griff bekommen..

Wie kommen Sie nach München?

Lehmann: Wir fliegen (lacht). Aber das ist immer nur ein kurzer Flug. Im Winter war es dramatischer, da ging es ins Trainingslager in die USA…

Interview: Michael Knippenkötter

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