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1899: Zurück zu den Wurzeln

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Andreas Beck ist Kapitän der jungen Hoffenheimer Mannschaft. © dpa

Hoffenheim - Nach einem verschenkten Jahr setzt 1899 Hoffenheim zu einem neuen Höhenflug in der Fußball-Bundesliga an. Trainer Ralf Rangnick baut wieder verstärkt auf junge, Deutsch sprechende Spieler, die teamfähig und lernwillig sind.

Nach einem Jahr voller Irrungen und Wirrungen hat sich Emporkömmling 1899 Hoffenheim auf seine Wurzeln besonnen und mit einem forschen Jugendstil zu einem neuen Höhenflug angesetzt. “Wir haben einen Strategiewechsel vollzogen, wollten uns wieder auf junge, Deutsch sprechende Spieler konzentrieren“, erklärt Manager Ernst Tanner.

Mit dieser Philosophie hatte das von Mäzen Dietmar Hopp gepushte Team aus dem Kraichgau vor vier Jahren den Durchmarsch in die Bundesliga gestartet, war dort zuletzt aber vom Erfolgsweg abgekommen. In der vergangenen Saison präsentierte sich die Mannschaft mehr als Torso denn als Einheit. Die Quittung war ein enttäuschender 11. Platz.

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Trainer Ralf Rangnick stand kurz vor dem Absprung, blieb dann aber doch. Dafür ging die “Südamerika-Connection“ mit den Brasilianern Maicosuel, Wellington und Carlos Eduardo sowie dem Argentinier Franco Zuculini - und Rangnick kann wieder auf eine verschworene Truppe bauen. “Die Mannschaft hat Moral, hält zusammen. Da sind wir deutlich weiter als im vergangenen Jahr“, stellt der Trainer zufrieden fest.

Rangnick hat erkannt, dass es “keinen anderen Weg als den mit jungen Spielern“ gibt. Ein deutliches Zeichen war im Sommer der Wechsel auf dem Managerposten. Jan Schindelmeiser musste seinen Platz für Tanner räumen. Der zu Deutschlands herausragenden Jugendtrainern zählende Bayer entdeckte als langjähriger Nachwuchs-Chef bei 1860 München Talente wie Christian Träsch (VfB Stuttgart), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg) oder die Bender-Zwillinge Lars (Bayer Leverkusen) und Sven (Borussia Dortmund).

Zudem schraubte Hopp sein finanzielles

Engagement

vor der

Saison

deutlich zurück. Nachdem Hoffenheim im Vorjahr noch für 20 Millionen

Euro

eingekauft hatte, wurde durch die Transfers im

Sommer

2010 erstmals deutlich mehr

Geld

eingenommen als ausgegeben. “Wir fahren keine Konsolidierungspolitik, sondern eine vernünftige Politik“, betont Tanner.

Dabei ist der Verein auch an seine Grenzen gestoßen. Das Rennen um Shootingstar André Schürrle vom FSV Mainz 05 verlor die TSG trotz einer Millionen-Offerte gegen Bayer Leverkusen, wohin der U 21- Nationalspieler 2011 wechseln wird. “Schürrle hätte perfekt in unser Konzept gepasst. Wir hätten den Jungen gerne gehabt“, gibt Tanner zu.

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Dennoch sehen die Verantwortlichen das Team auf einem guten Weg, zumal das Potenzial längst nicht ausgereizt ist. “Wir haben auch in den Spielen, die wir gewonnen haben, nicht immer so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagt Rangnick. Das Spiel gegen den Ball und das taktische Verhalten einiger Spieler seien noch verbesserungsfähig. “Es gibt schon noch Luft nach oben“, betont der Trainer.

Umso überraschender kam der gelungene Saisonauftakt mit vier Partien ohne Niederlage. “Wenn einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach vier Spielen zehn Punkte haben, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagt Tanner.

dpa

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