Amateure brauchen Sieg gegen Hallescher FC

Albtraum perfekt: Meister FC Bayern II muss zurück in die Regionalliga

Der FC Bayern II steht als Meister vor dem Abstieg in die Regionalliga.
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Der FC Bayern II steht als Meister vor dem Abstieg in die Regionalliga.

Der FC Bayern II muss am 38. Spieltag gegen den Hallescher FC gewinnen und zeitgleich die Konkurrenz mitspielen, damit die Bayern doch nicht absteigen.

  • Der FC Bayern II empfängt am 38. Spieltag der 3. Liga den Hallescher FC.
  • Anpfiff am Samstag ist um 13.30 Uhr.
  • Wir berichten ausführlich im Live Ticker von der Partie.
  • München – Es ist eine Rechenaufgabe. Die eigentlich relativ einfach zu lösen ist. Um am letzten Spieltag doch noch den Ligaverbleib zu realisieren, benötigt der FC Bayern* II zwingend einen Heimsieg über den Halleschen FC, dazu muss der KFC Uerdingen in Mannheim verlieren, und Meppen darf gegen Duisburg nicht gewinnen.

    So einfach allerdings die Rechnung ist, so kompliziert wird deren Umsetzung in die Realität. Das jüngste 2:2 im Derby war zwar durchaus als Achtungserfolg zu werten, sportlich aber war der Punkt voraussichtlich zu wenig und bewahrte den kleinen Bayern nur noch dieses letzte Fünkchen Resthoffnung am letzten Spieltag. Wie für Mannheim und Duisburg geht es auch für die elftplatzierten Hallenser um nichts mehr, Trainer Danny Schwarz versucht sich mit Durchhalteparolen: „Der Glaube bleibt groß, im Fußball ist alles möglich, auch wenn es unwahrscheinlich ist.“

    FC Bayern II mit Fans im Überlebensspiel gegen Hallescher FC

    Dass dabei erstmals seit über einem Jahr wieder 250 Zuschauer im Grünwalder Stadion mit vor Ort sein dürfen, könnte zwar eine Hilfe sein, andererseits aber auch für erneuten Missmut unter den Anhängern sorgen. Werden doch 150 dieser Tickets unter Familienmitgliedern des Teams und verdienten Mitarbeitern verteilt, lediglich 100 Karten an „die treue Fangemeinde der Amateure“, wie der Rekordmeister bekannt gab. Fraglich, wie die Unterstützung der für ihre kritische Haltung ohnehin gefürchteten Anhänger der zweiten Mannschaft ausfallen wird. Sowohl gegen die Geisterspiele als auch gegen Trainer Schwarz – wegen dessen Vergangenheit bei Lokalrivale 1860 – wurde von dieser Seite schon Stimmung gemacht.

    Dabei wäre Hilfe von wirklich jeder Seite bitter nötig. Und selbst die eigene Profiabteilung zeigte zuletzt wenig Interesse am Klassenerhalt des Talentschuppens in der 3. Liga. Jegliche Unterstützung blieb aus, selbst beim Derby in der Vorwoche. So müssen es Schwarz und sein ihm gleichgestellter Trainerkollege Martin Demichelis mit dem vorhandenen Personal richten. Das jedoch brachte in den letzten elf Spielen keinen einzigen Sieg zustande, in der gesamten Rückrunde war es einer.

    Ein Abstieg wäre also nur folgerichtig, der Ligaerhalt ein Wunder mit tatkräftiger Schützenhilfe von gleich zwei Seiten.

    So beteuert der 20-jährige Mittelfeldmotor Angelo Stiller*, der sich nach der Saison gen Hoffenheim verabschiedet, zwar, dass „der Glaube da ist“, schränkt aber zugleich ein, zumindest „für ein versöhnliches Ende sorgen“ zu wollen, „auch wenn es nicht reichen sollte“.

    Ein letzter Strohhalm könnte auch ein etwaiger Lizenzentzug eines Konkurrenten sein, sodass selbst der 17. Platz vielleicht noch einen enormen Wert bekäme. Es ist eine Rechenaufgabe. Und die vage Hoffnung auf ein Wunder.

    (MATTHIAS HORNER)

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