4-4-2 statt 4-5-1 - Klinsmann erklärt sein Titelsystem

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Jürgen Klinsmann hat klare Vorstellungen von der künftigen Spielweise des FC Bayern.

Seit dem 11. Januar, seit er als neuer Bayern-Coach feststand, hat sich Jürgen Klinsmann rund um die Uhr mit seinem neuen Klub beschäftigt.

Das Leistungszentrum wurde nach seinen Wünschen gestaltet, die Geschäftsstelle umgebaut. Er hat den Trainerstab zusammengestellt, bei den Transfers mitgeredet. Und natürlich hat sich Klinsmann auch den Kopf zerbrochen über das Spielsystem, mit dem er antreten will. Dazu hat er sich bei anderen Vereinen umgesehen, dutzende Spiele anderer Ligen studiert und die EM unter diesem Aspekt verfolgt. Doch während Jogi Löw erfolgreich auf ein 4-5-1-System setzte, entschied sich Klinsmann für ein 4-4-2-System.

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Für Klinsmann steht fest: Er will mit zwei echten Stürmern spielen. „Unser Kader gibt uns nur die Möglichkeit 4-4-2 zu spielen. Wir haben drei Topstürmer, um die uns viele beneiden. Davon muss ich ohnehin schon einen auf die Bank setzen“, erklärt Klinsmann. Der neue Coach will sich die Unruhe ersparen, die aufkommen würde, wenn er von drei Stürmern zwei ständig draußen lassen müsste. Toni, Klose, Podolski – der Konkurrenzkampf im Sturm ist heftig. Auch weil Klinsmann klarstellt: „Beim FC Bayern ist Lukas Podolski Stürmer.“ Und nicht Mittelfeldspieler wie in der Nationalmannschaft.

Dass Poldi auch im nächsten Jahr bei Bayern spielt, daran lässt Klinsmann keinen Zweifel. „Er hat einen Vertrag, die Frage stellt sich überhaupt nicht. Das wurde außen diskutiert“, sagte Klinsmann. Und er ist überzeugt, dass er aus dem unglücklichen Podolski wieder einen glücklichen machen kann. „Ich werde mir viel Mühe geben, versprochen. Ich habe ihm bei der Nationalmannschaft sehr geholfen und glaube, ihn charakterlich und sportlich sehr gut einschätzen zu können. Ich habe mit Lukas vor der EM-Vorbereitung lange gesprochen, da haben wir uns hier in München getroffen. Ich habe ihm gesagt: Ich weiß, wie ich dich anpacken muss. Ich weiß, dass wir bei Bayern noch viel Freude an ihm haben werden“, sagt Klinsmann. Dass es Verhandlungen mit Mario Gomez gebe, bestritt Klinsmann: „Nein, nicht dass ich wüsste.“ Doch ausschließen, dass Gomez noch ein Thema werde, wollte er auch nicht: „Wenn sich irgendwelche Dinge auftun, dann gibt es interne Diskussionen mit den drei Chefs, inwieweit man noch eine Komponente einbauen könnte.“

Das System Klinsmann

Kein Trainingslager mehr! Dafür ein Energiefeld an der Säbener Straße. Jürgen Klinsmann geht neue Wege mit dem FC Bayern.

Klar ist: Auch Gomez würde zu Klinsis Taktik mit zwei Stürmern passen. Der Bayern-Coach ist jedenfalls überzeugt, dass sich der Erfolg des 4-5-1-Systems bei der EM (Spanien, Deutschland) nicht auf den Vereinsfußball übertragen lässt. „Ich bin kein Freund von einem 4-5-1. Weil es ein ganz brutaler Job für einen Stürmer ist, in einem 4-5-1 zu spielen. Stürmer brauchen Entlastung, die müssen sich gegenseitig helfen und unterstützen. Die Gefahr ist da, dass ein einzelner Stürmer über einen längeren Zeitraum verbrannt wird. Das stehst du auf Dauer nicht durch“, so Klinsmann. Deswegen sei auch Miro Klose bei der EM nicht zum Zuge gekommen. „Durch die Umstellung auf das 4-5-1 hing er ziemlich in der Luft. Das ist kein Spaß für einen Stürmer, vorne allein gegen vier Abwehrspieler. Das hat Luca Toni bei der EM auch erlebt“, sagt Klinsmann.

Zum 4-4-2-System gibt es für Klinsi nur eine Alternative: „Ich bin eher ein Freund vom 4-3-3, um noch einen Stürmer reinzubringen und die ganze Mannschaft noch ein Stück nach vorne zu schieben. Also das alte holländische System, das auch Barça gespielt hat.“ Auf die Bayern warten stürmische Zeiten…

Transferbörse des FC Bayern München - Zugänge, Abgänge, Spekulationen

Transferbörse des FC Bayern München - Zugänge, Abgänge, Spekulationen © sampics
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Quelle: tz

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