Weltmeister will Klarheit

Abschied? Boateng fordert Gespräch mit Bayern-Bossen

München - Vergangenen Sommer war Jerome Boateng noch der unumstrittene Abwehrchef des FC Bayern. Doch sein Stellenwert hat sich verändert. Der Innenverteidiger fordert Klarheit über seine Zukunft.

Ob ein oder zwei Titel mehr zur Besänftigung beigetragen hätten? Das ist reine Spekulation. Fest steht aber: Jerome Boateng hat seinen Stellenwert als unumstrittener Abwehrchef des FC Bayern eingebüßt. 

Wie der kicker in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, will der Weltmeister deshalb das Gespräch mit Trainer Carlo Ancelotti und den anderen sportlichen Verantwortlichen suchen. Der Innenverteidiger fühlt sich offenbar austauschbar, seit er im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund auf der Bank Platz nehmen musste. Das Spiel ging bekanntermaßen verloren, anstelle von Boateng verteidigten im Abwehrzentrum des Redkordmeisters Mats Hummels und Javi Martinez.

Verletzungen werfen Boateng immer wieder zurück

2016 wurde Boateng noch zum Fußballer des Jahres gekürt, unter Ancelottis Vorgänger Pep Guardiola war der 28-Jährige immer gesetzt. Vergangenen Sommer verpflichtete der FC Bayern in Mats Hummels Boatengs Defensivpartner aus der Nationalspieler. Eigentlich eine hervorragende Ausgangslage, um als eingespieltes Duo neue Maßstäbe in Sachen Abwehrarbeit zu setzen. Doch zwei größere Verletzungen ließen Boateng in der Saison 2016/17 nie so richtig in Fahrt kommen.

Ein im Sommer erlittener Muskelbündelriss verhinderte eine reguläre Saisonvorbereitung, erst Mitte September stand Boateng wieder auf dem Platz. Im Dezember 2016 folgte dann mit einer langwierigen Schulterverletzung der nächste Rückschlag, der Defensivhüne konnte erst Anfang März 2017 wieder eingreifen und verpasste deshalb insgesamt zwölf Partien.

Jerome Boateng würde von den Verantwortlichen gerne wissen, wie sie ihn zukünftig sehen.

In der heißen Phase im April plagte sich Boateng dann auch noch mit Adduktorenbeschwerden herum und verlor so seinen Stammplatz in der Innenverteidigung an Javi Martinez. Der Spanier hatte sich während Boatengs Ausfallzeit in den Augen Ancelottis unverzichtbar gemacht - was sich nicht zuletzt an der Startaufstellung im Pokal gegen den BVB zeigte.

Gespräch im Sommer - Ausgang ungewiss

Klar, dass sich Boateng nun fragt, wie die Bosse eigentlich seinen Stellenwert bemessen. Der Weltmeister steht beim FC Bayern nach seiner vorzeitigen Verlängerung im Dezember 2015 zwar noch langfristig bis 2021 unter Vertrag. Doch seine Dienste sind im Ausland, vor allem in Spanien und England laut kicker heiß begehrt. Zudem hat der Rekordmeister in Niklas Süle von der TSG 1899 Hoffenheim bereits einen weiteren Mann fürs Defensivzentrum verpflichtet.

Wer bleibt wie lang? So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Tom Starke: 2018 © AFP
Arjen Robben: 2018 © AFP
Franck Ribéry: 2018 © AFP
Rafinha: 2018 © AFP
Sven Ulreich: 2018 © MIS
Arturo Vidal: 2019 © dpa
James Rodriguez: ausgeliehen bis 2019 © MIS
Juan Bernat: 2019 © AFP
Sandro Wagner: 2020 © sampics / Stefan Matzke
Sebastian Rudy: 2020 © MIS
Joshua Kimmich: 2020 © MIS
Manuel Neuer: 2021 © AFP
Jerome Boateng: 2021 © AFP
Robert Lewandowski: 2021 © AFP
Mats Hummels: 2021 © sampics
Javi Martinez: 2021 © AFP
Thomas Müller: 2021 © AFP
David Alaba: 2021 © AFP
Thiago Alcantara: 2021 © AFP
Renato Sanchez: 2021 (derzeit ausgeliehen bis 2018 an Swansea City) © sampics
Niklas Süle: 2022 © MIS
Corentin Tolisso: 2022 © MIS
Kingsley Coman: 2023 © MIS

Klärung soll nun also ein Gespräch nach Saisonende mit den Klubbossen bringen. Der Ausgang dieses verbalen Austauschs ist aber laut kicker völlig offen. Das Verhältnis beispielsweise zwischen Boateng und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge gilt nicht als unbelastet. Der Boss hatte seinen angestellten im vergangenen Jahr für seine zahlreichen Auftritte abseits des Platzes kritisiert - worauf Boateng gekontert hatte, über diese Vorwürfe könne er nur lachen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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