Der CL-Gegner im Check

Achtung, Bayern! So stark ist der FC Sevilla

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Der FC Sevilla führte gegen Barcelona am Wochenende bis zur 88. Minute mit 2:0...

Der FC Bayern reist zum FC Sevilla und will den Grundstein fürs Champions-League-Halbfinale legen. Doch was erwartet die Roten überhaupt in Andalusien?

München - Jupp Heynckes dürfte nach dem 6:0 gegen den BVB vergangenen Samstag nicht allzu lange in der Allianz Arena verweilt haben. Der Grund: Um 20.45 Uhr stand die Partie des FC Sevilla gegen den FC Barcelona an – und die war dem 72-jährigen Trainer des FC Bayern Warnung genug für das, was seine Mannschaft am Dienstagabend im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán erwartet. Knapp 85 Minuten lang dominierte das Team von Trainer Vincenzo Montella den Tabellenführer der Primera División und führte 2:0, bis Luis Suárez und der eingewechselte Lionel Messi die Partie in der 88. und 89. Minute egalisierten. Die tz war beim dramatischen Kick in der andalusischen Hauptstadt dabei und erklärt, worauf der FCB heute aufpassen muss.

Gegenpressing: Sich hinten einigeln und nach vorne Konter fahren? Nicht mit Sevilla! Selbst gegen die spielstarken Katalanen setzten die Sevillistas auf erhöhten Druck in des Gegners Hälfte und stellten Barça durch ihr aggressives Anlaufen vor ungewohnte Probleme. Die Folgen: Ivan Rakitic sah sich bei der Spiel­eröffnung immer wieder in Bedrängnis, Andrés Iniesta unterlief ein Fehlpass nach dem anderen – und Sevilla hielt die Katalanen von ihrem eigenen Kasten fern. Gegen die ebenfalls spielstarken Bayern dürfte Montella auf dieselbe Taktik setzen, schließlich weiß der Italiener, dass die Münchner in dieser Saison auch schon ihre Probleme mit aggressiv pressenden Mannschaften hatten (siehe die Pleite in Leipzig). Für Bayern heißt das: Jeder Fehlpass kann tödlich enden.

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Faktor Nzonzi: Beim 2:2 gegen Barça war zu sehen, warum Steven Nzonzi vergangenen Sommer auf dem Wunschzettel einiger europäischer Topklubs stand. Der Franzose ist in etwa mit Javi Martínez beim FCB zu vergleichen. Neben einer starken Physis und überragendem Stellungsspiel verfügt Nzonzi zudem über große Qualitäten in der Ballverteilung. Gegen Barcelona bissen sich Iniesta & Co die Zähne an ihm aus, da so gut wie jede ihrer Aktionen an den langen Beinen des 29-Jährigen scheiterte. Was den Sevillistas dagegen fehlen wird: Nzonzis Gegenpart im Zentrum, Ever Banega. Der Regisseur der Spanier fällt im Hinspiel gegen den Rekordmeisters aufgrund einer Gelbsperre aus.

FC Sevilla gegen FC Bayern: Der Keeper ist ein Schwachpunkt

Chancenverwertung: Dass es gegen Barça am Ende 2:2 stand, war nicht Messis Verdienst, sondern vielmehr Sevillas Versagen. Als die Blaugrana nämlich eine halbe Stunde vor Schluss eine letzte Schlussoffensive starteten, ließen sich die Andalusier zurückfallen und spekulierten auf Konter. Was klappte. Immer wieder liefen Jesús Navas, Luis Muriel & Co auf ter Stegens Kasten zu, das Killergen ließen sie jedoch vermissen – wie schon die gesamte Saison über. Sevilla fällt es schwer, die vielen Chancen in Zählbares umzumünzen, das zeigt auch das negative Torverhältnis von 39:46 in der Liga.

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Unruhepol Sergio Rico: Eigentlich gilt das Eigengewächs im Kasten Sevillas als erfahrener und sicherer Keeper, in dieser Saison unterlaufen dem Nationalspieler jedoch verstärkt Patzer, die seiner Mannschaft auch gerne Punkte kosten. Gegen Barcelona sorgte der 24-Jährige wieder mal bei hohen Bällen für Schnappatmung bei den Fans, bei den zwei Gegentoren traf ihn jedoch keine Schuld. Gegen Getafe und Leganés reichte es aber aufgrund zweier Fehler Ricos letztlich nur für ein Remis, was sogar einen Teil der Anhänger gegen ihn aufbrachte. Jupp dürfte das zur Kenntnis genommen haben.

José Carlos Menzel López

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