Verletzter Frankfurt-Star im Interview

Alex Meier: "Sternkopf hat mich fasziniert"

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Nummer 1 der Torjägerliste: Frankfurts Alexander Meier hat mit dem DFB trotz Höhenflug abgeschlossen.

München - Frankfurts verletzter Top-Torjäger Meier über sein Torgeheimnis, den FC Bayern, Robben und Grabowskis Gelassenheit.

Es wäre ein interessantes Aufeinandertreffen gewesen. Alexander Meier (32) ist der bislang erfolgreichste Torschütze der laufenden Bundesligasaison, 19 Mal hat der Frankfurter bisher Torhüter überlistet, zwei Mal öfter als der verletzte Arjen Robben. Robert Lewandowski liegt mit 14 Treffern schon zurück. Am Samstag aber, wenn die Eintracht beim FC Bayern zu Gast ist, werden sich Meier und Lewandowski nicht begegnen. Auch Robben wird von der Tribüne aus seinen Rivalen nicht beobachten können. Patellasehnen-Probleme hinderten Meier am Freitag daran, die Reise nach München anzutreten. Im Interview spricht er über seine Verfolger aus München – und warum er seit seiner Kindheit ein Fan des FC Bayern gewesen ist.

Herr Meier, Sie sagten in der Winterpause, Sie seien sicher, dass ein Münchner die Torjägerkanone holt. Bleiben Sie dabei, auch nach Arjen Robbens Verletzung?

Alexander Meier: Ja.

Als Kind waren Sie Fan des FC Bayern. Erzählen Sie doch mal bitte: Gab es dafür ein ausschlaggebendes Erlebnis – und hat sich das Faible irgendwann gelegt?

Meier: Raimond Aumann war früher einmal mein Lieblingstorwart – damals stand ich sogar auf dem Bolzplatz öfter mal im Tor. Dann weiß ich außerdem noch, wie Michael Sternkopf einmal den Ball gegen den Hamburger SV in den Winkel zum 2:1 gelupft hat, das hat mich damals sehr fasziniert. Was die Bayern sich erarbeitet haben, sucht ganz einfach seinesgleichen.

Einen Spieler des FC Bayern hatten Sie aber nie als Vorbild, sondern den Brasilianer Ronaldo. Wäre es heute Arjen Robben?

Meier: Das ist schwer zu sagen, weil ich ja ein Rechtsfuß bin. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie Arjen nach innen zieht und dann den Ball in die lange Ecke schlenzt. Wir brauchen nicht über seine Qualitäten zu diskutieren, auch wenn Ronaldo für mich der Beste bleibt.

Sie schießen die meisten Tore mit der Innenseite. Das haben Sie bereits als Kind geübt. Andy Brehme warf sein Vater den Ball immer links und rechts hin, damit er beidfüßig wurde, Daniel van Buytens Papa baute einen eigenen Trainingsplatz für seinen Buben – wie haben Sie denn, als sie aufwuchsen, Ihre Innenseite optimiert?

Meier: Auch mit meinem Papa auf dem Platz: Zehn Bälle rechts und zehn Bälle links, durch Hütchen dribbeln und dann mit der Innenseite schießen.

Ich trainiere das heute noch Tag für Tag und versuche, mich so oft es geht zu verbessern, indem ich mit unserem Co-Trainer Wolfgang Rolff nach dem Training noch ein paar Übungen extra absolviere.

Über den Eintracht-Sturm sagen Sie, Sie seien „der Normale“, Ihr Partner Seferovic „der Verrückte“ – wie kommen Sie zu diesen Charakterisierungen? 

Meier: Das habe ich eigentlich zwei Minuten nach einem Spiel gesagt. Er ist einfach ein super Typ – und positiv verrückt. Ich  bin  eher  der  Ruhigere von uns beiden. Ich mache gar keine verrückten Sachen.

Früher gab es in Frankfurt Pfiffe gegen Sie, heute nennt man Sie „Fußball-Gott“. Der Wendepunkt war der Abstieg 2011.

Meier: Wir Spieler haben uns den selbst eingebrockt und sollten das wieder richten. Da haben die Fans gemerkt, dass ich Eintrachtler durch und durch bin.

So eine Einstellung ist selten. Sind Sie ein Fußball-Romantiker?

Meier: (lächelt) Nein, aber ich habe mich hier einfach schon immer sehr wohl gefühlt. Die Eintracht ist eine top Adresse im deutschen Fußball.

Sie haben Anthony Yeboah in der ewigen Frankfurter Torschützenliste überholt – was verbinden Sie mit seinem Namen?

Meier: Anthony Yeboah war nach Bernd Hölzenbein in meinen Augen der beste Eintracht-Stürmer. Leider kennen wir uns nicht persönlich.

Jürgen Grabowski hat 109 Treffer für Frankfurt erzielt. Sie stehen bei 73 und haben noch drei Jahre Vertrag. Schaffen Sie ihn?

Meier: Nein, und er hat zu mir auch noch nicht gesagt: „Mach langsam!“ Ich denke, er weiß, dass er genügend Vorsprung vor mir hat (lacht).

Fehlt Ihnen eigentlich das Kapitel Nationalelf, haben Sie da abgeschlossen?

Meier: Ja, aber ich habe meine Leistungen schon immer realistisch eingeschätzt und deshalb nie mit einem Anruf des Bundestrainers gerechnet.

Kam Ihre Umwandlung zum Stürmer zu spät, um sich bei Joachim Löw zu positionieren?

Meier: Nein, das hat damit nichts zu tun. Klar ist es in meinem Alter jetzt unrealistisch, zuvor hat es einfach nie gepasst. Deshalb ist es auch okay, dass er nie angerufen hat.

Wenn Sie Ihre Saisonziele beziffern: Was wäre ein Erfolg, tabellarisch wie in Treffern ausgedrückt?

Meier: Ein einstelliger Tabellenplatz ist ein Erfolg für uns. Aber ich finde sowieso, man kann eine Saison anhand der Trefferanzahl nicht per se als gut oder schlecht kategorisieren.

Interview: Andreas Werner

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