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Ex-Bayern-Profi Ali Karimi setzt sich für Proteste im Iran ein - Behörden gehen gegen ihn vor

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Von: Antonio José Riether

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Der Ex-FC-Bayern-Profi Ali Karimi ist einer der bekanntesten Fürsprecher der Proteste im Iran. Die Behörden reagierten drastisch auf seinen Einsatz für die Protestbewegung.

Teheran/München - Viele angesehene iranische Fußballstars solidarisieren sich während der derzeitigen Protestbewegung in ihrer Heimat mit den Demonstrierenden. Auch der ehemalige Bayern-Spieler Ali Karimi, sowie der Ex-Bundesliga-Profi Ali Daei sowie Leverkusens Sardar Azmoun stellten sich zuletzt gegen das iranische Regime.

Proteste im Iran: Ex-FCB-Spieler Ali Karimi kritisiert Regime - Behörden konfiszieren sein Haus

Von 2005 bis 2007 trug Karimi das Trikot des FC Bayern und wurde zum Star in seiner Heimat, nun nutzt er dort seine Popularität, um die derzeitigen Missstände anzuprangern. Der 43-jährige Ex-Profi teilt etwa Videos der Proteste sowie persönliche Botschaften auf seinem Twitter-Profil und verurteilt die Brutalität der Machthaber gegen das eigene Volk. Jetzt bringen die öffentlichen Bekundungen mit den Protestlern erste Folgen mit sich, wie Karimi andeutete.

Ali Karimi spielte zwei Saisons zwischen 2005 ud 2007 im Bayern-Trikot.
Ali Karimi trug zwei Saisons lang zwischen 2005 und 2007 das Bayern-Trikot. © WEREK/imago

Einem Tweet der Weltspiegel-Moderatorin und Journalistin Natalie Amiri zufolge, beschlagnahmten die iranischen Behörden Karimis Haus. Zudem teilte sie am Dienstagmittag ein Bild, das wohl die blockierte Eingangstür zeigt. Der 126-fache iranische Nationalspieler meinte auf Twitter vielsagend: „Ein Haus ohne Boden ist wertlos“.

Proteste im Iran: Karimis Verhaftung gefordert - sein Name ist im Staatsfernsehen verboten

Wie die Internet-Plattform Persian Soccer berichtet, soll die iranische Revolutionsgarde zuletzt auch Karimis Verhaftung gefordert haben. Offenbar sieht das im Iran herrschende Mullah-Regime Karimi als Bedrohung, immerhin hat dieser eine hohe Reichweite, 12 Millionen Menschen folgen ihm auf Instagram. Weiteren Berichten zufolge dürfen Sportler wie Karimi, die sich mit der Bewegung solidarisieren, nicht mehr namentlich im ira­ni­schen Staats­fern­sehen erwähnt werden.

Ali Karimi, Superstar im Iran

Karimi spielte zweieinhalb Jahre in der deutschen Bundesliga, für den FC Bayern München und Schalke 04 stand er in 34 Bundesliga-Partien auf dem Platz, dabei gelangen ihm drei Treffer und vier Vorlagen, sechsmal durfte er in der Champions League ran. Für den Iran traf er in 126 Länderspielen 38-mal und nahm an der WM 2006 in Deutschland teil.

Nach Stationen im Iran und in Katar schlug er eine Karriere als Trainer ein, seit 2019 ist er allerdings ohne Anstellung. Seit April 2021 arbeitet er als Berater des iranischen Zweitligaklubs Kheybar Khorramabad FC.

Iran: Tod von Masha Amini läst Proteste aus - diese werden blutig niedergeschlagen

Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod von Mahsa Amini. Die 22-Jährige war in der Hauptstadt Teheran von der Polizei verhaftet worden, Grund dafür war wohl das nicht ordnungsgemäße Tragen ihres Kopftuchs, das damit möglicherweise den strengen Vorschriften widersprach. Unter noch ungeklärten Umständen brach sie kurze Zeit später in Polizeigewahrsam zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt.

Im ganzen Land solidarisierten sich überwiegend Frauen mit der Verstorbenen, die Polizei geht seitdem brutal gegen die Protestierenden vor. Bis Montag forderten die Proteste der NGO Iran Human Rights zufolge mindestens 76 Menschenleben, Behörden meldeten zudem mehr als 1200 Festnahmen. (ajr)

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