Aktion am Samstag

Allianz Arena komplett ungewohnt - Bayern-Stadion erstrahlt plötzlich in ganz anderen Farben

Erstrahlt bei Auftritten des FC Bayern in Rot: In der Allianz Arena trägt der Verein seit 2005 seine Heimspiele aus.
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Erstrahlt bei Auftritten des FC Bayern in Rot: In der Allianz Arena trägt der Verein seit 2005 seine Heimspiele aus.

Die Allianz Arena wird am Samstag zum Bayern-Heimspiel gegen Hoffenheim nicht in gewohntem Rot erstrahlen - sondern ganz in Bunt. Das steckt dahinter.

  • Der FC Bayern plant beim nächsten Bundesliga-Heimspiel eine besondere Aktion.
  • Gegen Hoffenheim wird die Arena des Rekordmeisters in ungewohntem Regenbogen-Bunt erstrahlen.
  • Das Team um Robert Lewandowski wird außerdem mit veränderten Eckfahnen und einem etwas anderem Anblick von Kapitän Manuel Neuer zurechtkommen müssen.
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München - Diesmal müssen die Farben für sich sprechen. Denn dort, wo normalerweise rund um den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ 75.000 Zuschauer zugegen sind, wird am Samstag (Hoffenheim-Spiel hier im Live-Ticker) gähnende Leere herrschen. Die Aktion, die der FC Bayern beim Heimspiel am Samstag gegen Hoffenheim plant, muss in der Stille der Geister-Arena stattfinden. Das macht ihre Botschaft – „mia san bunt“ – nicht minder wichtig.

Regenbogenfarben an der Eckfahne, eine bunte Kapitänsbinde für Manuel Neuer – und für alle, die die Arena von außen sehen, eine farbenfrohe Beleuchtung: „In dieser Welt dürfen Homophobie, Hass und Ausgrenzung egal welcher Art keine Rolle spielen“, sagt Herbert Hainer.

Allianz Arena in Bunt: FC Bayern München unterstützt Aktion

Der Präsident bezeichnet den Rekordmeister als „weltoffenen Verein für Toleranz und Vielfalt“, er steht für diese Werte ein. Dass er die Aktion „!Nie wieder“ im deutschen Fußball unterstützt, in deren Mittelpunkt heuer jene Menschen stehen, die aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität während der Naziherrschaft stigmatisiert, brutal verfolgt und ermordet wurden, ist nur logisch. Auch die Amateure, die Frauen und die Basketballer werden Zeichen setzen. Es soll eine gemeinsame Aktion der Bayern sein, über die Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge sagt: „Wir wissen, dass unsere Fans diese Weltanschauung teilen – das macht uns stolz.“

FC Bayern: Wie war die Rolle in der NS-Zeit? Forschung soll Geschichte aufklären

Überhaupt macht der Blick in die Chroniken die Verantwortlichen stolz. Als „Juden-Klub“ wurden die Bayern ja bezeichnet, als Hort des Anstands in einer dunklen Zeit. Zweifel an dieser Darstellung jedoch sind vor rund vier Jahren aufgekommen. Als Konsequenz aus Recherchen des Magazins Spiegel, die den Bayern deutlich frühere Nazi-Nähe unterstellten, hat der Verein einen unabhängigen Forschungsauftrag an das renommierte Institut für Zeitgeschichte (IfZ) vergeben. Ergebnisse sind bald zu erwarten.

Seit 2017 beschäftigt sich der angesehene Historiker Frank Bajohr mit der Rolle des Vereins im Nationalsozialismus, er und seine Mitarbeiter durchkämmen Archive über Archive. Auf drei Jahre war das Projekt angelegt, diese sind vergangen. Tatsächlich ist die Studie so gut wie abgeschlossen, spätestens im Herbst rechnet man beim FC Bayern mit der Veröffentlichung. Wenn im kommenden Jahr der 18. Erinnerungstag im deutschen Fußball ansteht, wird man also definitiv mehr wissen. Hanna Raif

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