Fans, aufgepasst!

Allianz Arena: Ekel-Alarm beim Trinkwasser - Darmbakterien im Essen

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Die Proben aus der Allianz Arena bestürzen den Chef des Labor, das die Studie durchführte.

In deutschen Fußball-Stadien wurden gefährliche Keime im Trinkwasser und verkauften Speisen gefunden - auch die Münchner Allianz Arena soll betroffen sein.

Das Labor für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) hat im Auftrag des „ARD Radio-Recherche Sport“ undercover einen Hygiene-Test in Deutschlands Fußball-Stadien durchgeführt - und gruselige Funde gemacht. Demnach hat das Labor erhebliche Verunreinigungen in verkauften Speisen und im Trinkwasser festgestellt. 

Betroffen sollen vor allem die Stadien in München, Köln und Bremen sein. Untersucht wurden die Bundesliga-Spiele Werder Bremen gegen Darmstadt (4. März 2017), Köln gegen Bremen (5. Mai 2017) und FC Bayern München gegen Darmstadt (6. Mai 2017).

Allianz Arena: Keime im Trinkwasser

In der Spielstätte des FC Bayern München und TSV 1860 München wurde die Gesamtkeimzahl bei Trinkwasser-Untersuchungen in den Toiletten überschritten, berichtet der Bayerische Rundfunk. Dabei soll es sich um gefährliche Krankheitserreger handeln, sogenannte Staphylokokken. 

Die Keime wurden laut Labor in den Wasserhähnen der Herrentoiletten gefunden. Dabei soll sich in den Wasserfiltern dicker, dunkler Schleim gebildet haben. Dort wurde eine stark erhöhte Bakterienkeimzahl festgestellt, so die Analyse. 

Darmbakterien im Semmel

Schlimm soll es auch um die Essensversorgung in der Allianz Arena stehen. Laut der Labor-Untersuchung wurden Darmbakterien in einem Wrap, einem Brötchen und einem Baguette gefunden. 

"Grundsätzlich überwacht und dokumentiert unser Gastronomiepartner im Rahmen des speziell für die Allianz Arena ausgearbeiteten Qualitätsmanagementsystems sämtliche Prozesse und Vorgänge", teilten die Münchner mit.

Der Chef des Lafu-Labors Gary Zörner vermutet, dass die Verunreinigung durch den Verkäufer entstanden ist, der das Essen und das Wechselgeld mit derselben Hand berührte. 

"Für solche Fälle sind Hygiene-Schulungen dringend nötig", sagt Zörner im Bayerischen Rundfunk. Dafür müsse das zuständige Gesundheitsamt normalerweise sorgen, so der Lafu-Chef.

Reaktion des FC Bayern München

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, fiel die Reaktion des FC Bayern nüchtern aus: "Das Trinkwasser in der Allianz Arena wird regelmäßig nach der aktuellen Trinkwasserverordnung untersucht. Bei den Laboruntersuchungen des Trinkwassers wurden keinerlei Auffälligkeiten festgestellt.“ Zudem teilten die Stadion-Betreiber mit, dass man nicht seriös darauf reagieren könne, wenn man die Untersuchungsergebnisse nicht im Detail kenne.

Laut Professor Thomas Kistemann vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn könnten Fans, "wenn Sie eine Immunschwäche haben, mit einer Infektion mit solchen Keimen, über die da berichtet wird, sehr schwer erkranken. Da kann es sogar Todesfälle im Einzelfall geben."

Aufgrund ihrer herausragenden Gesundheit sind bislang wohl auch keine Krankheitsfälle der Profis bekannt, denn diese sind einer weiteren Gefahr ausgesetzt. In jedem dritten Bundesligastadion, so der Bericht, wurden in den vergangenen Jahren schon einmal Legionellen im Trinkwasser festgestellt, meist im nur alle zwei Wochen benutzten Duschraum.

Verunreinigung kann verhindert werden

Der Lafu-Chef äußert sich im Bayerischen Rundfunk bestürzt über die Funde in der Allianz Arena. Es ginge gar nicht, dass ein Wasserfilter so aussehen könne, wenn er regelmäßig überprüft wird, sagt Zörner. 

Die Stadion-Verantwortlichen werden nun aufgefordert, das Verkaufspersonal besser zu schulen und für frische Produkte zu sorgen. Nicht nur die Zuschauer seine gefährdet, denen verunreinigte Speisen und Getränke verkauft werden, sondern auch die Spieler.  

Von den 36 Erst- und Zweitligisten der vergangenen Saison sind die Stadien in Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Leverkusen, Hoffenheim, Nürnberg, Karlsruhe, Bochum, Sandhausen und Berlin betroffen. In Hoffenheim und Sandhausen wurden die Befunde als unbedenklich eingestuft. In allen anderen Stadien lagen die Werte im Risikobereich.

Marko Orlovic

 

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