Xabis Vater erinnert sich

Alonso: "Papa, hast du von Udo Latteks Tod gehört?"

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Sein Ausflug nach Barcelona war nur von kurzer Dauer: Udo Lattek damals mit Barça-Legende Bernd Schuster.

München - Neben Superstars wie Maradona und Bernd Schuster arbeitete Udo Lattek in Barcelona auch mit „Periko“ Alonso zusammen. Das tz-Interview mit dem Papa von Bayernstar Xabi.

Nicht nur ganz Deutschland trauert um Udo Lattek, auch in Barcelona hat man mit Bestürzung auf sein Ableben reagiert. Von 1981 bis 1983 übernahm er die Spanier, führte sie zum Europapokal der Pokalsieger. Neben Superstars wie Maradona und Bernd Schuster arbeitete er in Barcelona auch mit „Periko“ Alonso zusammen. Das tz-Interview mit dem Papa von Bayernstar Xabi.

Herr Alonso, wie werden Sie Ihren Ex-Trainer in Erinnerung behalten?

Alonso: Als sehr geradlinig. Er war ein überaus ernster und verantwortungsvoller Mensch. Und er war derjenige, der mich im Jahr 1982 von Real Sociedad zu FC Barcelona holte und mir somit zum wichtigsten Schritt meiner Karriere verhalf.

Was für eine Zeit war das damals bei Barça?

Alonso: Eine turbulente, schließlich war es das Jahr, als Maradona nach Barcelona kam. Er und Schuster waren zu dieser Zeit die zwei Superstars der Mannschaft, später kam noch Maradonas Erkrankung an Hepatitis B dazu. Ich denke, dass die zu hohen Erwartungen des Klubs nicht erfüllt werden konnten, was letzten Endes auch dazu führte, dass Lattek zur Hälfte der Saison entlassen wurde und Menotti übernahm.

Auch Maradona selbst wird oft als Auslöser für Latteks Entlassung genannt, schließlich soll er den Argentinier mal im Hotel zurückgelassen haben, weil der sich stets verspätete.

Udo Lattek mit Argentinien-Ikone Diego Armando Maradona.

Alonso(lacht): Daran kann ich mich leider nicht genau erinnern. Wie ich schon sagte: Udo war als Mensch wie auch als Trainer sehr trocken und kantig, ab und an auch etwas kleingeistig. Er hatte eben seine eigene, sehr humorlose und stringente Art, und die ist nicht bei jedem gut angekommen. Klar, Schuster hatte er immer auf seiner Seite. Maradona hat vielleicht einen anderen Typ Trainer bevorzugt. Ausschlaggebend dafür, dass er am Ende gehen musste, waren allerdings die schlechten Resultate.

Hatten Sie nach Ihrer Zeit in Barcelona noch Kontakt zu Lattek?

Alonso: Minimal. Vor nicht allzu vielen Jahren sind wir uns wieder – ich weiß nicht mehr genau aus welchem Anlass – in Barcelona begegnet. Das war das letzte Mal, dass ich Udo Lattek die Hand schütteln durfte.

Hat man ihm seine Krankheit bereits angemerkt?

Alonso: Nein. Er sah noch sehr gut aus, als ich ihn vor wenigen Jahren traf, aber Parkinson ist eben eine sehr heimtückische Krankheit. Viele Menschen hatten mir in den vergangenen Wochen und Monaten erzählt, dass sich sein Zustand verschlechtert hatte. Und am Mittwoch rief mich dann mein Sohn Xabi an und überbrachte mir die schlimme Nachricht von seinem Tod.

Tatsächlich?

Alonso: Ja, er rief mich an und sagte: „Papa, hast du schon von Udos Tod gehört?“ Er wusste, dass ich ihn immer sehr geschätzt habe, schließlich war er es, der mich zu Barcelona holte. Das prägt einen eben.

War er einer der wichtigsten Trainer Ihrer Karriere?

Alonso: Definitiv. Ich war und werde ihm immer zu Dank verpflichtet sein, einfach weil er mir zu diesem großen Sprung in meiner Karriere verholfen hat.

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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