Ein Experte gibt Auskunft

Alzheimer bei Gerd Müller: Können die Ärzte helfen?

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Gerd Müller leidet unter Alzheimer.

München - Die Nachricht von der Alzheimer-Erkrankung Gerd Müllers hat viele Menschen betroffen gemacht, auch solche, die mit Fußball wenig am Hut haben. In der tz gibt ein Experte Auskunft zu der Volkskrankheit.

Herr Dr. Dodel, was bedeutet Alzheimer – insbesondere in Abgrenzung zu dem häufig genannten Begriff Demenz?

Dr. Richard Dodel.

Dr. Richard Dodel: Demenz ist der Oberbegriff und bezeichnet alles, was zu einer Störung der Kognition führt. Eine Form, nämlich die häufigste, ist die Alzheimer-Krankheit. Da kommt es im Frühstadium zu einer Störung des Gedächtnisses, später entwickeln sich Störungen in der Sprache, der Orientierung, der Planung. Das geht bis hin zur Veränderung der Persönlichkeit.
Wie viele Menschen in Deutschland leiden an Alzheimer?
Dodel: Man geht derzeit davon aus, dass es etwas mehr als eine Million sind.

In welchem Alter treten die ersten Symptome in der Regel auf?

Dodel: Es sind überwiegend ältere Menschen ab 65 Jahren betroffen. Aber es gibt frühe Formen aufgrund von erblichen Mutationen, da treten die Erkrankungen schon ab dem 40. Lebensjahr auf. Das ist aber sehr selten.

Was ruft Alzheimer hervor?

Dodel: Laut einer großen Studie von vor zwei Jahren kennen wir sieben Risikofaktoren, die damit assoziiert sind. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, körperliche Inaktivität, Depression und Rauchen. Es klingt verrückt, aber auch der Bildungsabschluss ist ein Punkt. Je höher dieser ist, umso geringer ist das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Wie behandeln Sie Alzheimer?

Dodel: Es gibt zwei zugelassene Therapie-Möglichkeiten. Im frühen Stadium arbeitet man mit den so genannten Cholinesterasehemmern. Verkürzt gesagt geht es dabei darum, die Krankheit für sechs bis zwölf Monate gewissermaßen einzufrieren. Man kann die Krankheit nicht aufhalten, aber diese sechs bis zwölf Monate nimmt der Patient als Gewinn über den gesamten Krankheitsverlauf mit.

Wie sollten sich die Angehörigen verhalten?

Dodel: Der Betroffene braucht eine Bezugsperson, das ist extrem wichtig. Wenn diese Person wegfällt, so zeigen Studien, wird die Lebenserwartung des Patienten deutlich erniedrigt. Natürlich können es auch mehrere Bezugspersonen sein, allerdings nicht zu viele.

Interview: mic

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