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Kein Platz bei van Gaal – in der tz spricht Timoschtschuk

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Anatoli Timoschtschuk
„Ich denke, der Trainer hat keine besonderen Vorbehalte gegen mich“, sagt Timoschtschuk. © dpa

München - Aufmunternde Worte hatte Louis van Gaal auch am Freitag nicht parat. Nein, eher nervt ihn das Thema.

„Er ist einer von 25 Spielern“, urteilte der Trainer über Anatoli Timoschtschuk: „Er muss sich zeigen lassen, auf welcher Position er am besten ist. Bis jetzt habe ich noch keine für ihn gefunden.“ Eine leicht kryptische, aber dennoch knallharte Aussage: kein Platz für Timoschtschuk. Der gepriesene, elf Millionen teure Ukrainer ist momentan raus bei van Gaal.

tz-exklusiv: Das private Fotoalbum von Timoschtschuk

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Als Führungsspieler verpflichtet landet Timoschtschuk auf der Bank. Seine Lieblingsposition vor der Abwehr ist von van Bommel blockiert, auf den Halbpositionen fand er sich in der Vorbereitung nicht zurecht. „Da kennt er sich nicht aus“, meint etwa Franz Beckenbauer. Der 30-jährige Timoschtschuk, in St. Petersburg noch Volksheld, muss schwer schlucken. „Ich bin erstaunt und verblüfft“, sagt er im Exklusiv-Gespräch mit der tz: „Die Klubverantwortlichen hätten mich nicht in diesen Verein eingeladen, wenn es hier keinen Platz für mich gegeben hätte.“ Für ihn gibt es jetzt nur einen Weg: Niemals aufgeben! „Wie auch immer: Der Transfer ist getätigt und ich kann eines garantieren: Ich werde stets bis zum Ende kämpfen und immer mein Bestes geben“, erklärt der ukrainische Nationalspieler.

Wie erklärt van Gaal dem Abräumer seine Entscheidung? „Der Trainer führt Einzelgespräche“, sagt Timoschtschuk, „dabei ging es in der Vorbereitung um verschiedene Themen. Aber ich möchte die Inhalte nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.“ Vermutlich übermittelte der Holländer keine guten Nachrichten…

Dem Duell um einen Platz in der ersten Elf will er sich stellen. „Vielleicht haben einige Angst vor der Rivalität, ich definitiv nicht. Angst macht die Menschen schwächer und sorgt für Fehler. Ich arbeite ehrlich im Training und während der Spiele“, sagt Timoschtschuk: „Ich bin jetzt noch motivierter und arbeite verantwortungsvoll und voller Einsatz auf jeder Position.“

Kein Groll gegen van Gaal? Timoschtschuk: „Ich denke, der Trainer hat keine besonderen Vorbehalte gegen mich. Sollte er entschieden haben, mich nicht spielen zu lassen, heißt es, dass er seinen eigenen Grund dafür hat.“ Über seinen Wechsel macht er sich noch keine Gedanken: „Es gilt, abzuwarten. Es ist nicht an der Zeit, das zu diskutieren.“ Deswegen hält es Timoschtschuk auch nicht für nötig, das Gespräch mit Uli Hoeneß oder Christian Nerlinger zu suchen: „Ich will meine Stärke auf dem Feld unter Beweis stellen, nicht im Gespräch.“

Mario Volpe

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