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Gerardo S. Barcala im Interview

Ancelottis Deutschlehrer: „Ich habe für ihn Fußballreporter gespielt“   

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Deutschlehrer und Schauspieler: Gerardo S. Barcala ist in Spanien geboren, kam aber mit sechs Jahren nach Deutschland. Carlo Ancelotti unterrichte er sieben Monate lang in Vancouver.

München/Vancouver - Sieben Monate lang gab der gebürtige Spanier Gerardo S. Barcala Bayern-Trainer Carlo Ancelotti Deutschunterricht. Hier spricht er über den Stundenplan und wie sich sein Schüler im Laufe der Zeit so machte. 

Ein Spanier bringt einem Italiener in Kanada die deutsche Sprache bei. Ob das gut geht? Gerardo S. Barcala ist dieses Experiment gelungen - auch weil er einen „fleißigen Schüler“ hatte, wie er sagt: Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Sieben Monate lang unterrichtete Barcala den Fußballlehrer während dessen Sabbatical in Vancouver. 

Barcala selbst ist nicht nur Deutschlehrer - sondern auch Schauspieler. Eine Rolle spielt er zum Beispiel in Steven Spielbergs Fantasyfilm „Big Friendly Giant“. Im Interview mit unserer Onlineredaktion erklärt der gebürtige Galizier, wie er Ancelotti auf München und den FC Bayern vorbereitete.

Ancelotti kochte zu jeder Stunde Cappuccino

Herr Barcala, wie wird man als Spanier Deutschlehrer? 

Gerardo S. Barcala: Ich bin in mit sechs Jahren mit meinen Eltern und zwei Geschwistern von Spanien nach Deutschland eingewandert. In Oldenburg habe ich meine Schulzeit verbracht. Danach habe ich in Bremen Ökonomie studiert. Mit dem Unterrichten von Sprachen habe ich während der Abizeit begonnen.

Wie kam der Kontakt zu Carlo Ancelotti zustande?

Barcala: Ich arbeite seit 2010 in Vancouver, an der German School Nothshore, aber auch als Privatlehrer. Carlos Frau Mariann hat mich über meine Agentur angefragt, ohne zu sagen, um wen es sich handelt. 

Und wie war der erste Schultag? 

Barcala:  Ich erzählte Carlo, dass ich nur italienischen Kaffee trinke. Von da an fragte er mich bei jedem Treffen, ob er mir „den besten italienischen Cappuccino der Welt“ anbieten darf. Wir waren immer bei ihm zuhause.

Fand der Unterricht regelmäßig statt? 

Barcala: In der Regel machten wir jeden Tag zwei Stunden. Über fast sieben Monate. Und das, obwohl Carlo beruflich viel reisen musste.

Auf dem Stundenplan: Münchner Traditionen und bayerische Geschichte

War er ein guter Schüler? 

Barcala: Carlo ist sehr offen fürs Lernen, er fragt und hakt nach, wenn er was nicht versteht. Er will es genau wissen. Ich habe für ihn und seine Frau spezifische Deutschstunden erarbeitet. Dazu gehörten auch Texte zum Freistaat Bayern, damit er eine Vorstellung bekommt, was Bayern in Deutschland und von der Welt abhebt: Münchner Traditionen und Gepflogenheiten, bayerische Geschichte, Wirtschaft, die Bedeutung Bayerns für Deutschland und natürlich der FC Bayern.

Welche FCB-Themen standen auf dem Stundenplan?

Barcala: Wir haben viel über Spielerlegenden gesprochen - Rummenigge, Breitner, den „Bomber der Nation“ Gerd Müller, Kaiser Beckenbauer, Sepp Maier und viele mehr. Das hat Carlos Redefluss sehr angeregt. 

Was noch? Ging es hauptsächlich um Fußball?  

Barcala: Natürlich habe ich den Unterricht auf ihn abgestimmt. Themenfelder waren zum Beispiel „Fussballdeutsch“, Spielerfunktionen, Aufstellungen, Pressekonferenzen und Medien. Ich habe Reporter gespielt und Fragen gestellt. Wir haben uns viel über frühere und aktuelle Fußballstars unterhalten - und über seine Lieblingsspieler.

Musste Ancelotti Floskeln pauken? 

Barcala: Davon ist keiner befreit. Was könnten für Begriffe auf dem Spielfeld fallen? Was bedeuten sie?

Haben Sie einen Einblick in sein Berufsleben bekommen?

Barcala: Es gab viele Telefonate mit Karl-Heinz Rummenigge, bei denen ich dabei war. Ich musste ihm einzelne Begriffe übersetzen. Und viele haben Carlo zu seinem Bayern-Engagement gratuliert. 

Welche bayerischen Wörter haben Sie ihm beigebracht? 

Barcala: Zum Beispiel Grußformeln wie „Servus“ oder „Grüß Gott“. Aber auch, dass man in Norddeutschland „Moin, Moin“ sagt.

Und woher haben Sie Ihre Bairisch-Kenntnisse?

Barcala: Ich bin unendlich oft in München gewesen und kenne Deutschland von A bis Z. Ich war schon in 43 Ländern. Ich reise gerne und mag Menschen.

„Im internationalen Fußball wird Englisch gesprochen“

Hatte Ancelotti als Italiener eigentlich große Probleme mit der deutschen Aussprache?

Barcala: Carlo hat eine gute Aussprache. Aber man muss verstehen, dass im internationalen Fußball vor allem Englisch gesprochen wird. Deshalb wird Carlo aus Gewohnheit immer Englisch bevorzugen. Aber er schätzt die deutsche Sprache sehr.

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