tz-Expertekolumne

Andi Herzog: Daumendrücken wird nicht reichen

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Andreas Herzog.

München - Andreas Herzog spielte in den 90er Jahren eine Saison lang für den FC Bayern. In der tz-Expertenkolumne gibt der Österreicher seine Einschätzung zum Rückspiel der Bayern gegen Barcelona.

Bis zur 75. Minute waren die Bayern und Barcelona im Hinspiel auf Augenhöhe, dann hat Messi den Unterschied ausgemacht. Dass Bayern mit 0:3 verloren hat, war unnötig, hat aber gezeigt, wie schnell es im Fußball gehen kann. Einen ähnlichen Moment, wie Barcelona in den letzten Hinspielminuten, brauchen die Bayern heute Abend. Sie brauchen einen außerordentlichen Spielverlauf, schnelle Tore oder vielleicht einen frühen Platzverweis der Katalanen. Die Spanier wissen aber auch, dass sie nicht 100 Prozent Risiko gehen müssen. In der Saison 1999/2000 ist mir mit Werder Bremen im UEFA-Cup das Kunststück gelungen, gegen Olympique Lyon einen 0:3-Hinspielniederlage noch aufzuholen. Marco Bode brachte uns in der 16. Minute schnell in Führung, ich erhöhte noch vor der Pause per Elfmeter auf 2:0.

Auch die Bayern müssen zusehen, dass sie zur Halbzeit in Führung liegen, denn dann kann man gegen Ende mit Risiko alles nach vorne werfen. Wir haben Lyon mit Standards unter Druck gesetzt. Das ist durchaus auch eine Schwäche bei Barça, allerdings ist die Guardiola-Truppe in der Luft nicht so wuchtig wie wir damals. Frank Rost hat in der letzten Minute eine hunderprozentige Chance von Lyons Sonny Anderson pariert, ohne ihn wären wir ausgeschieden. Auch auf Manuel Neuer kommt es heute Abend an, aber er war ja bereits vergangene Woche sehr stark und hat gezeigt, dass er Großchancen vereiteln kann. Dennoch: Allen Bayernfans muss klar sein, dass Messi, Neymar und Suarez immer für ein Tor gut sind, egal wie schlecht Barça vielleicht spielt. Sollten sie treffen, wird’s ganz schwer. Zwei oder drei Tore sind dem FCB in der Allianz Arena jederzeit zuzutrauen, aber fünf Treffer gegen Barça in der aktuellen Form ist nicht zu machen. Nur Daumendrücken wird also nicht reichen, es braucht einen speziellen Fußballabend wie damals gegen Lyon.

Hoeneß beim Abschlusstraining der Bayern

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