"Ribéry ist doch schon länger weg"

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Andreas Herzog sieht Bayern im Duell mit Werder als Favoriten.

München - Andreas Herzog spielte früher für Werder Bremen und den FC Bayern. Im tz-Interview analysiert der Österreicher die Situation bei seinen beiden Ex-Klubs.

Herr Herzog, heute spielt der FC Bayern bei Werder Bremen. Früher war das mal eine Partie auf Augenhöhe…

Herzog: Das stimmt. Im Moment geht es für Werder aber hauptsächlich darum, dass sie wieder herauskommen aus dem Abstiegskampf. Dafür ist Bayern auch ein Gegner, gegen den du mit einer guten Leistung neue Kraft und Mut schöpfen kannst. Und das Publikum wird Fehler gegen Bayern leichter verzeihen als gegen Köln oder St. Pauli.

Was passiert bei Bremen, warum steht die Truppe so schlecht da?

Herzog: Zum einen wiegt der Ausfall von Naldo sehr schwer. Auch dass Wesley nicht dabei ist, macht es schwieriger. Und dann der Weggang von Özil! Das schafft der Hunt einfach nicht, ihn zu ersetzen.

Täuscht denn das Gefühl, dass es in der Mannschaft nicht richtig stimmt?

Herzog: Nein, das täuscht nicht. Ich kann es auch nur aus der Ferne betrachten, aber ich glaube, der letzte Zusammenhalt ist nicht gegeben! Ich denke, dass man zwei, drei Spieler wegschicken und andere Charaktere holen muss.

Bei Bayern hat man nun Mark van Bommel ziehen lassen. Die richtige Entscheidung?

Herzog: Das wird man sehen, wie die anderen Spieler diesen Weggang kompensieren. In der Meisterschaft ist es vielleicht weniger schwierig, aber wenn in der Champions League bei einem Auswärtsspiel mal das Schiff zu sinken droht, dann brauchst du so einen Typen wie ihn. Da war Mark einer wie früher Stefan Effenberg. Ich bin der Meinung, so einer muss nicht einmal der beste Spieler in der Mannschaft sein, sondern eine Persönlichkeit. Und das war van Bommel unbestritten.

Nun braucht Bayern zudem einen neuen Kapitän.

Herzog: Das wird der Trainer schon gut entscheiden, er kennt seine Spieler am besten. Aus sportlicher Sicht ist es eigentlich egal, ob nun Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger dieses Amt übernimmt. Beide sind absolute Topspieler. Was die Persönlichkeit betrifft, sieht man schon, dass beide Verantwortung übernehmen.

Bastian Schweinsteiger spielt zurzeit in der zentralen offensiven Rolle, ähnlich wie Sie früher. Ist er dort richtig aufgehoben?

Herzog: Ich glaube, er hat sich in den letzten zwei Jahren so entwickelt, dass du ihn eigentlich überall hinstellen kannst. Auf den Außenpositionen wäre er natürlich nicht der gleiche Typ wie ein Robben oder Ribéry. Aber aufgrund seiner Qualitäten würde er seiner Mannschaft sogar dort weiterhelfen. Im Zentrum ist es egal, ob er defensiv oder offensiv aufgestellt wird.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Franck Ribéry?

Herzog: Wenn man ehrlich ist, ist er doch schon länger weg. Im ersten Jahr war er gemeinsam mit Luca Toni fantastisch, danach war er durch Verletzungen und andere Dinge nie der Ribéry, den man sich erhofft hat.

Also kann Bayern das kompensieren?

Herzog: Wenn Robben fit bleibt, wird es schon ganz gut laufen.

Auch in Bremen?

Herzog: Absolut. Werder muss erst mal einen Spieler finden, der diesen Robben stoppen kann. Wenn das gelingt, kann es gut ausgehen für Bremen, weil Bayern momentan hinten auch relativ viel zulässt! Zu favorisieren ist aber sicher Bayern.

Interview: mic

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