1. tz
  2. Sport
  3. FC Bayern

Stiller startet bei TSG Hoffenheim durch - FC Bayern bleibt „Herzensverein“

Erstellt:

Von: Korbinian Kothny

Kommentare

Angelo Stiller wechselte vor der Saison zur TSG Hoffenheim, nachdem er elf Jahre für den FC Bayern spielte.
Angelo Stiller wechselte vor der Saison zur TSG Hoffenheim, nachdem er elf Jahre für den FC Bayern spielte. © Imago images

Angelo Stiller ist auf dem besten Weg, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Wie so viele Bayern-Talente musste er einen Umweg nehmen. Groll hegt er jedoch keinen.

Hoffenheim/München - Am vergangenen Wochenende war es für Angelo Stiller* endlich wieder soweit. Für die Partie beim SC Freiburg* wurde der defensive Mittelfeldspieler, das erste Mal seit dem dritten Spieltag, von Sebastian Hoeneß wieder für die Startelf nominiert. Prompt setzte die TSG Hoffenheim* ihren Erfolgslauf fort und gewann das Derby mit 2:1. Der vierte Sieg in Folge bedeutet für die Sinsheimer Platz vier in der Tabelle.

Stiller machte dabei ein unaufgeregtes Spiel und empfahl sich für weitere Bewährungschancen. Nachdem der 20-Jährige zu Beginn der Saison von seinem Förderer Hoeneß ins kalte Wasser geschmissen wurde und an den ersten drei Spieltagen jeweils in der Startformation stand, blieb er in den folgenden vier Bundesligaspielen ohne Einsatz. Ausgerechnet am neunten Spieltag folgten dann erst die nächsten Einsatzminuten. Stiller war mit der TSG bei seinem Jugendklub FC Bayern München* in der Allianz Arena* zu Gast.

„Ich bin mit Bayern-Schal und im Bayern-Trikot aufgewachsen.“

Angelo Stiller spricht über seine Jugend.

Für den gebürtigen Münchner ein fraglos besonderes Spiel, trotz der 0:4-Niederlage. Stiller ist nur unweit der Spielstätte des Rekordmeisters aufgewachsen und spielte über elf Jahre für den FCB - mehr als sein halbes Leben. „Ich bin mit Bayern-Schal und im Bayern-Trikot aufgewachsen. Ich kenne es gar nicht anders“, erzählt das Toptalent über seine Jugendzeit im Gespräch mit dem Kicker. Scheinbar problemlos durchlief Stiller alle Jugendmannschaften.

In der Saison 2019/20 wurde er von Sebastian Hoeneß, damals noch Trainer der Bayern-Amateure, vorzeitig in die zweite Mannschaft hochgezogen und spielte eine überragende Rückrunde, die mit dem Titelgewinn in der 3. Liga belohnt wurde. Hoeneß zog es nach der Saison jedoch zur TSG Hoffenheim und die kleinen Bayern mussten nur eine Saison nach dem Titelgewinn den Gang in die Regionalliga antreten. Stiller war noch immer fester Bestandteil der zweiten Mannschaft und konnte sich nicht wie erhofft bei den Profis durchsetzen. Eine Halbzeit im Pokal und zwei Einwechslungen in der Champions League* waren für den ambitionierten Teenager schlichtweg zu wenig. Die Verpflichtungen von Marc Roca* und Tiago Dantas taten ihr Übriges.

„Da war anfangs schon viel Wehmut dabei. Aber es hat sich schnell herausgestellt, dass dieser Schritt der richtige ist.“

Angelo Stiller spricht über seinen Wechsel zur TSG Hoffenheim.

„Ich habe nie wirklich eine Chance bekommen“, sagt Stiller über die damalige Situation. Den angebotenen Dreijahresvertrag bei den Profis schlug der Mittelfeldspieler frühzeitig aus und schloss sich lieber seinem ehemaligen Förderer Hoeneß bei der TSG an. Stiller musste durch den Wechsel erstmals seine Heimatstadt verlassen. „Da war anfangs schon viel Wehmut dabei. Aber es hat sich schnell herausgestellt, dass dieser Schritt der richtige ist“, blickt der U21-Nationalspieler zurück.

Beim Blick auf die Statistiken eine durchaus berechtigte Aussage. Stiller kommt in der laufenden Spielzeit auf zehn Bundesliga-Einsätze und absolvierte beide Partien im DFB-Pokal* über die volle Distanz. Gegen Holstein Kiel im Pokal gelang ihm zudem sein erster Pflichtspieltreffer für die TSG.

Stellt sich der Wechsel am Ende damit sowohl für Stiller als auch den FC Bayern als goldrichtig heraus? Der Rekordmeister besitzt zwar keine Rückkaufklausel, für das Münchner Eingewächs bleibt sein Heimatverein jedoch etwas Besonderes: „Der FC Bayern ist auf jeden Fall mein Herzensverein.“ Stiller stellt im selben Atemzug aber klar, dass er über eine Rückkehr derzeit nicht nachdenkt: „Daran denke ich überhaupt nicht, das wäre auch der falsche Gedanke.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare