Kontrakt läuft 2017 aus

Robben: Keine gute Position für Vertragsgespräche

München – Arjen Robbens Genesung zieht sich: Gegen Benfica Lissabon in der Champions League fällt er wohl aus. Verhandlungen über einen neuen Vertrag gibt es erst im Herbst.

Verhandlungspositionen im Fußball können sich schnell ändern, meist läuft dieser Prozess analog zur Leistung auf dem Platz ab. Robert Lewandowski etwa hat im Moment in Reihen des FC Bayern eindeutig den meisten Kredit: Er schießt Tore am Fließband, ist im besten Alter und von allen Seiten umworben. Auch wenn eine Einigung noch aussteht: Mit dem Torjäger kann es den Herren aus der Vorstandsetage gar nicht schnell genug gehen. In anderen Fällen sieht das anders aus.

Auch bei Franck Ribery ist davon ausgegangen, eine gute Verhandlungsposition zu haben. Das Comeback nach mehr als einem halben Jahr Verletzungspause war gelungen, der Franzose kam immer besser in Fahrt, ackerte auf dem Platz, versprühte Spielfreude. Es war sicher kein Zufall, dass Ribery vor der Länderspielpause bewusst öffentlich davon sprach, seinen 2017 auslaufenden Vertrag gerne verlängern zu wollen. Die Vereinsbosse allerdings haben ihn ein bisschen eingebremst. Gespräche mit den älteren Spielern im Kader werden gerne hinten angestellt. Ribery ist 32 Jahre alt, man will erst mal abwarten, wie er sich entwickelt. Genauso wie bei Arjen Robben.

Der Niederländer allerdings hat selbst eingesehen, im Moment alles andere als eine gute Verhandlungsposition zu haben. Angeblich sollen Gespräche – obwohl sein Vertrag ebenfalls nur noch bis 2017 läuft – frühestens im Herbst stattfinden. Derzeit hat die Gesundheit Priorität. Mal wieder. Denn die Adduktoren-Verletzung, die den 32-Jährigen schon im Rückspiel des Champions League-Achtelfinals gegen Turin zum Zuschauen gezwungen hatte, scheint hartnäckiger zu sein, als zunächst angenommen.

Robben: Sein Körper zeigt ihm Grenzen auf

Dass Robben die beiden Länderspiele mit der niederländischen Nationalmannschaft gegen Frankreich und England absagte, war keine Vorsichtsmaßnahme. Er kann im Moment nichts anderes machen, als im Kraftraum für eine baldige Rückkehr auf den Platz zu schuften. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, geht man intern sogar von einer Ausfallzeit von insgesamt fünf Wochen aus. Heißt: Auch die Spiele im Viertelfinale der Königsklasse gegen Benfica Lissabon (5. und 13. April) wird Robben wohl verpassen. Wie im Vorjahr (Muskelbündelriss) findet ein Teil des Saisonendspurts ohne ihn statt.

Bayern-Gegner Benfica Lissabon im Porträt

Bayern-Gegner Benfica Lissabon im Porträt

Wie sehr die Situation an Robben nagt, konnte man in den letzten Tagen an der Säbener Straße beobachten. Eingeprägt hat sich vor allem das Bild des (sonst gerne adrett gekleideten) Familienvater im Schlabberlook, der wehmütig auf seine Kollegen auf den Rasen blickt. So gerne wäre er dabei gewesen, um sich für die entscheidenden Spiele des Jahres fit zu machen. Es ist auch für ihn selbst unverständlich, dass sein Körper ihm mal wieder seine Grenzen aufzeigt.

Man hat Robben in den vergangenen Jahren geglaubt, wenn er davon gesprochen hat, sich „fit wie nie“ zu fühlen. Es gab eine Phase, in der muskuläre Probleme seltener wurden, aber: Diese ist nun seit gut einem Jahr vorbei, Robbens Verletzungen seit März 2015 in chronologischer Reihenfolge: eingeklemmter Nerv (7 Tage Pause), Verletzung der Bauchmuskulatur (35), Muskelbündelriss (60), Adduktorenverletzung (49), muskuläre Probleme (25), grippaler Infekt (4) – und jetzt Adduktorenbeschwerden. 17 Tage fehlt er bisher. Doch dabei wird es nicht bleiben. Robbens Verhandlungsposition wird in den kommenden Wochen nicht besser werden.

Rubriklistenbild: © MIS

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