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"Robben ist mit seinen Freunden hier"

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Arjen Robben bei seiner Ankunft in Krakau © dpa

Krakau - Drei Schlappen, zwei verschossene Elfmeter, eine Pfeif-Affäre: Das Saisonfinale war voller Enttäuschungen für Arjen Robben. Nun ist er in Polen angekommen und zeigt sich bester Laune. Anders als ein Kollege.

„Ja“, „Nein“, „Abwarten“: Klaas-Jan Huntelaar lächelte zwar, doch die schlechte Laune war dem niederländischen Torjäger auch nach dem ersten Training in Polen deutlich anzumerken. Während der zuletzt so deprimierte Arjen Robben wenige Meter entfernt Späße mit Rafael van der Vaart machte, haderte der Bundesliga-Torschützenkönig noch immer mit seiner Verbannung auf die Ersatzbank des deutschen EM-Gruppengegners.

Anreise mit einem Lächeln: Robben in Polen angekommen

„Bert van Marwijk hat sich entschieden, das muss ich akzeptieren. Ansonsten ist alles gesagt“, grummelte Huntelaar im strömenden Regen von Krakau. Wie er mit der Rolle als zweite Wahl hinter Robin van Persie umgehe? „Viel trainieren“. Wie die Stimmung im Team sei? „Okay, wir arbeiten auf Samstag hin.“ Warum Kollege Robben so gut drauf sei? „Er ist mit seinen Freunden hier“. Es waren einsilbige Antworten, die Huntelaars Gemütslage verrieten.

Zumindest Robben scheint seinen verschossenen Elfmeter im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea dagegen verdaut zu haben. Der Bayern-Star trainierte trotz des schlechten Wetters 50 Minuten lang mit einem Lächeln auf dem Gesicht, kniff seinem Kollegen van der Vaart immer wieder in die Seite und trabte schließlich gut gelaunt in die Kabine. Wortlos zwar, aber mit einem Winken für die wartenden Journalisten. Und einem Lächeln.

Gesprächiger zeigte sich Ex-Klubkollege Mark van Bommel, besonders das Duell mit Deutschland motiviert den langjährigen Bayern-Profi. „Ich kenne fast alle Jungs. Wir werden nicht als Freunde auf dem Platz stehen, aber auch nicht als Feinde. Wir sind Gegner, und wir wollen beide gewinnen“, sagte der 35 Jahre alte Oranje-Kapitän mit Blick auf das Treffen der Erzrivalen am 13. Juni und lobte das DFB-Team ausdrücklich: „Das ist eine gute Mannschaft.“

Zunächst aber geht es am Samstag in Charkow gegen Dänemark. Dort rechnet van Bommel mit defensiv eingestellten Gegnern: „Sie werden tief stehen, so wie fast jede Mannschaft gegen uns. Aber das macht uns nichts“. Bedenken aus der Heimat, die EM werde das letzte Turnier der großen Generation um Robben, van Persie und van der Vaart, teilt van Bommel nicht. „Diese Spieler haben noch ein, zwei, vielleicht sogar drei Turniere vor sich“, so van Bommel, der den Vizeweltmeister noch stärker einschätzt als bei der WM in Südafrika: „Wir haben fast die gleiche Mannschaft, aber wir sind zwei Jahre weiter und zwei Jahre erfahrener.“

Das hoffen auch die Fans in den Niederlanden, die spätestens seit dem 6:0 bei der Generalprobe gegen Nordirland Feuer und Flamme sind und gewohnt zahlreich zur EM gereist sind. „Elf Löwen. Millionen Fans. Zusammen sind wir stark“, steht auf dem Mannschaftsbus, der das niederländische Team am Montagabend nach der Landung ins EM-Quartier in Krakau gebracht hatte. Dort soll nun der Grundstein für ein erneut erfolgreiches Turnier gelegt werden.

Für die nötige Wohlfühlatmosphäre ist jedenfalls gesorgt. Das Wisla-Stadion, in den kommenden Wochen zweite Heimat der Elftal, präsentierte sich ganz auf die prominenten Gäste eingestellt. Schon im Eingangsbereich hängen riesige Fotos von niederländischen Fans, auf den Tribünen wehen Holland-Fahnen, und selbst die Werbebanden zauberten bei der Ankunft ein Lächeln auf die Gesichter: Prominentester Vertreter ist Mobilfunk-Anbieter Orange ...

sid

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