Der Krieger findet zur Topform

Vidal: Darum ist er für den FCB so wichtig

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Wieder einer der Besten: Arturo Vidal.

Lissabon - Der Ball hätte auch auf der Tribüne landen können. Aber Arturo Vidal hämmerte die Kugel volley in die Maschen. Das zeugt von Selbstvertrauen. Doch nicht nur deshalb feiert ihn die Mannschaft.

Vier Tage später war man beim FC Bayern wieder zu Scherzen aufgelegt. Wen wundert’s auch? „Ich habe zu ihm gesagt: Pass auf, mach zwei Fouls, dann musst du nicht so lange spielen“, sagte Matthias Sammer nach dem 2:2 bei Benfica Lissabon, das den Roten zum Halbfinaleinzug in der Champions League gereicht hatte. Die Rede war natürlich von Arturo Vidal.

Vergangenen Samstag in Stuttgart war er noch der große Buhmann, als Pep Guardiola den rotgefährdeten Chilenen bereits nach 26 Minuten vom Platz nehmen musste, Mittwoch in Lissabon avancierte er aber einmal mehr zum Matchwinner der Roten. Und zwar nicht nur wegen seines Sahnetores zum 1:1, ein Volleys aus gut 20 Metern, sondern besonders aufgrund seines Einsatzes, seines Willens und seiner Leidenschaft. Eben weil er der Krieger ist.

Mannschaft lobt "absoluten Siegeswillen"

Alles Attribute, die auch seinen Kollegen freilich nicht verborgen geblieben sind. Auf die Frage, was ihm an Vidal am meisten imponiere, zögerte Joshua Kimmich nicht lange: „Sein absoluter Siegeswille, wie er vorangeht, wie er jeden Zweikampf angeht als wäre es sein letzter und seine wichtigen Tore. Er hilft uns dadurch immer weiter, gerade durch seinen Kampfgeist und seine Erfahrung.“ Sammer fügte an: „Er ist aktuell in einer Top-Verfassung, schießt entscheidende Tore, gewinnt entscheidende Zweikämpfe, ist unberechenbar für alle Beteiligten, weil er ein Stück weit irrational spielt. Und das macht das Ganze interessant. Er hat eine Mischung, die für uns wichtig ist.“

Einer überragt beim Fight in Lissabon - Bilder und Noten

Und Vidal selbst? Der war einfach nur glücklich, dass das vorübergehende Tief wegen der Auswechslung schnell überwunden war. „So ist der Fußball“, sagte Vidal zur tz. „Schlechte Phasen überwindet man anhand guter Resultate, indem man gut spielt und ins Halbfinale einzieht.“ Pep habe unter der Woche auch nochmal das Gespräch mit ihm gesucht, verriet der Krieger, wichtig sei ihm aber jetzt nur eines: der Pott.

Vidal selbst will wieder ins Finale

Der mit den Henkeln, den er vergangenes Jahr im Finale mit Juventus Turin gegen Barcelona so knapp verpasst hatte. „Ich setze mir stets sehr ambitionierte Ziele, doch ich hoffe, dass sie sich dieses Jahr endlich bewahrheiten. Indem ich die Saison als Champions-League-Sieger beende“, so Vidal. „Heute bin ich erst einmal froh, dass ich ein schönes Tor erzielt habe und hoffe jetzt, genauso weitermachen zu können. Ich bin glücklich, denn mir gefallen solche Spiele, in denen ich meiner Mannschaft helfen konnte.“ Er hilft ihr nicht nur, er ist mittlerweile ihr Schlüsselspieler geworden. Oder wie ein gewisser Louis van Gaal zu sagen pflegte: Ihr aggressive leader. Ihr Krieger eben.

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