FCB macht es wie DFB-Elf bei WM

Furiose Gala! Bayern zerstört chancenloses Rom

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Mit seinem Traumtor in der 9. Minute ging es los: Arjen Robben bejubelt sein 1:0.

Rom - Der FC Bayern ist mit dem höchsten Auswärtssieg seiner Europapokal-Geschichte in Richtung Achtelfinale gestürmt. Sieben Tore schenkten die Münchner dem AS Rom ein.

Halleluja, die Bumm-Bumm-Bayern sind auch in Europa nicht zu halten! Mit 7:1 (5:0) zerlegte der FCB gestern Abend im Olympiastadion von Rom die ehrwürdige Associazione Sportiva und konnte sich dabei in Hälfte zwei schon andächtig-entspannt auf den Papstbesuch heute Mittag konzentrieren. Nach dem Kantersieg in der italienischen Hauptstadt haben die Roten nun schon fünf Punkte Vorsprung auf Platz zwei und dürften die Gruppe E nur mit viel Mühe nicht als Erste verlassen.

Nach dem 6:0 gegen Bremen begann der FC Bayern gegen die Römer, die laut Matthias Sammer „völlig konträr spielen zu dem, was man mit dem italienischen Fußball in Verbindung bringt“, mal wieder mit einer veränderten Mannschaft. Das hatte aber weniger mit den konträren Italienern zu tun als mit Pep Guardiola. Der stellt nämlich nie die Elf auf, die gerade eingespielt war von der Prä-Partie. In Zahlen ausgedrückt brachte der Spanier in 69 Pflichtspielen 239 Änderungen rein. Am brisantesten gestern: die Hereinnahme von Medhi Benatia. Der ehemalige Römer hatte bis dato 300 Minuten im Bayern­trikot auf der Uhr, sollte ausgerechnet bei den alten Kollegen für Sicherheit hinten sorgen. Ziemlich schnell stellte sich allerdings heraus, dass das nicht unbedingt nötig war.

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Das Spiel war noch keine zehn Minuten alt, da konnte man schon erahnen, wohin der Hase läuft. Mamma mia (san mia)! In Kurzform:

9. Minute: Robben spielt Doppelpass mit Lahm, schlenzt den Ball ins lange Eck. Fast zu einfach.

23. Minute: Müller legt mit der Hacke auf Götze ab, der schiebt von der Strafraumgrenze ein. Rom schaut zu.

25. Minute: Bernat flankt unbedrängt von links, Lewandowski köpft in die kurze Ecke. Keine Gegenwehr.

30 Minute: Ein Pass reicht, und Robben ist frei. Torwart de Sanctis lenkt den Ball selber ins Netz.

35. Minute: Müller tritt zum Handelfmeter an. Ein ganz lockerer Ball ins Eck.

Ab diesem Moment war Rom sogar schlechter als Werder Bremen, und Matthias Sammer hatte irgendwie recht: Mit typischem Catenaccio hatte das nichts zu tun. Die Bayernstars glitten durch die Abwehr der Römer wie ein Pizza­schneider durch einen Teller Spagetti. Das war elegant, quirlig, spielfreudig, mehr Asterix als Obelix – die spinnen, die Römer...

Bilder der Bayern-Gala in Rom: Viermal Note eins!

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Paul Breitner musste sich am Sky-Mikrofon schon selbst zurücknehmen, um nicht allzu despektierlich über die italienischen Gastgeber zu sprechen. Er meinte dann nach kurzer Bedenkzeit: „Einige Spieler, die angeblich Qualität haben, verstehen überhaupt nicht, wie unsere Spieler die Angriffe vortragen.“ Und es sah zunächst auch nicht so aus, als hätten die Römer in der Halbzeit einen Schnellkurs belegt.

Erst mit ein wenig Anlauf kamen plötzlich Roms Gervinho zu einem Knaller an den Pfosten und der eingewechselte Florenzi noch in der gleichen Minute zu einem an Neuers Fäuste (54.). Es war wie ein Hallo-wach-Effekt, der die Römer aber vor allem ruppig werden ließ. Torisidis grätschte mit an Rot grenzender Gleichgültigkeit Müller weg, Nainggolan bekam fürs Nachpöbeln wie sein Kollege die gelbe Karte (57.). Doch danach lief es mal kurz für die Gastgeber. Erst musste Neuer heldenhaft gegen Gervinho retten, dann köpfte der Ivorer bei Chance Nummer drei zum 1:5 ein (66.).

Guardiola reagierte und brachte neue Spieler. Das Ergebnis: Der eingewechselte Ribéry markierte das 6:1 (78.), der eingewechselte Shaqiri Tor Nummer sieben (80.). ­Porca Miseria! Vielleicht sollte der Zweite der italienischen Liga heute mit zum Papst gehen. Ein wenig göttlicher Trost dürfte nötig sein.

Der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen.

mic, lop

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