Vor Halbfinale gegen FC Bayern

Experten-Kolumne: Das Abwehrdrama bei Atlético Madrid

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Diego Godin sitzt verletzt am Boden.

Madrid - Innenverteidiger Diego Godin droht im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern auszufallen. Was macht Simeone? Die Kolumne von Atlético-Experte Alvaro de la Rosa.

Es war die Schrecksekunde beim Atléticos 1:0-Sieg in Bilbao am Mittwoch, als Diego Godin plötzlich am Boden lag. Durch die Oberschenkelverletzung des Abwehrchefs schrillen bei Atléticos medizinischer Abteilung die Alarmglocken. Zusammen mit Gabi ist Godin auf dem Feld der verlängerte Arm von Diego Simeone. Es ist nicht das erste Mal, dass der Uruguayer Probleme mit dem Oberschenkel hat. Mitte März verletzte er sich da bereits im Spiel gegen Eindhoven – und stand drei Wochen später im Viertelfinale gegen Bracelona schon wieder auf dem Platz. Das zeigt, wie wichtig Godin für die Mannschaft ist. Doch jetzt zahlt Atlético den Preis für seine (zu) schnelle Rückkehr. Es ist noch unklar, ob er nächsten Mittwoch gegen die Bayern spielen kann. Das Ergebnis der Untersuchungen soll heute folgen. Für Guardiola und den FCB wäre ein Ausfall des 30-Jährigen ein Glücksfall. Aber das kennt man in München ja in dieser CL-Saison. Juventus fehlen Chiellini und Dybala, Lissabon musste auf Jonas und Gaitan verzichten. Bei Atlético wäre es Godin – der Boss der besten Abwehr in Europa.

Simeone weiß, wie wichtig der Innenverteidiger für sein Team ist. Im Sommer stritt er sich wegen Godin sogar mit Vereinspräsident Gil Marin, weil der seinen wichtigsten Abwehrspieler für 40 Millionen Euro an Manchester City abgeben wollte. Simeone legte sein Veto ein und sprach mit einigen Spielern, die Godin vom Verbleib überzeugen sollten. Das gelang, der Uru erhielt einen neuen Vertrag und stieg zum bestbezahlten Spieler des Vereins auf – das unterstreicht seine Bedeutung für Atlético.

Simeone sagte einst: „Godin und Koke sind die einzigen Spieler, die unverkäuflich sind.“

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Sollte Godin tatsächlich ausfallen, bleiben dem argentinischen Coach noch drei Spieler für die Innenverteidigung: Savic, Gimenez und Lucas. Aber Gimenez ist ebenfalls verletzt, sein letztes Spiel bestritt er am 19. März. Seitdem plagen ihn Adduktorenprobleme und es ist ungewiss, ob er bis zum Spiel gegen die Bayern wieder fit wird. Schafft er es, steht er in der Startelf. Wie Godin ist er Uruguayer und spielt eine richtig starke Saison. Hier heißt es sogar, dass Real an ihm interessiert ist und bereit sei, die Ausstiegsklausel über 60 Mio. Euro zu ziehen. Aber auch Lucas überzeugt, der junge Franzose ist die Überraschung in Atléticos Abwehr. Zu Beginn der Saison spielte er noch in der Jugend, aber weil Savic auch seit Monaten verletzt ist, rückte er in den Profikader. Dort überzeugte er Simeone auf Anhieb, so dass der Argentinier in den CL-Viertelfinals auf Lucas setzte – er wurde nicht enttäuscht. Der Youngster hatte nicht nur Suarez, sondern auch Neymar und Messi voll im Griff. Er macht seine Sache richtig gut, aber Diego Godin ersetzen? Das kann keiner…

Alvaro de la Rosa

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