Guckt mal Bayern, auch Turin ist verwundbar

Auch Juventus hat Verletzungssorgen in der Abwehr

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Für Martin Caceres (l.) ist die Saison beendet, Giorgio Chiellini (r.) könnte im Rückspiel wieder dabei sein.

München - Juventus Turin, dem Bayern-Gegner in der Königsklasse, ergeht es aktuell nicht viel besser als dem Rekordmeister. Guckt mal Bayern, auch Juve ist verwundbar!

Es ist zurzeit das Thema – der FC Bayern und seine neu formierte (Zwergen-)Abwehr. Als mit Holger Badstuber am Wochenende nach Jerome Boateng, Javi Martinez und Medhi Benatia der vierte Innenverteidiger ausfiel, musste Pep Guardiola in Augsburg improvisieren. Er präsentierte mit Philipp Lahm (1,70 m), Joshua Kimmich (1,76 m), David Alaba (1,80 m) und Juan Bernat (1,70 m) die wohl kleinste Viererkette, die es beim FCB je gegeben hatte. Vor dem CL-Kracher mit Juventus Turin stellt sich die Bayern-Abwehr fast von alleine auf. Der Alten Dame ergeht es jedoch auch nicht viel besser. Guckt mal Bayern, auch Juve ist verwundbar!

Der Vorjahresfinalist muss ebenfalls auf wichtige Spieler in der Defensive verzichten, mit Giorgio Chiellini und Martin Caceres fallen zwei Stabilisatoren der zuverlässigen Juve-Abwehr aus. Dagegen ist Leonardo Bonucci, der am Samstag beim 1:0-Sieg über Neapel angeschlagen ausgewechselt wurde, nicht schwerer verletzt. Der 28-Jährige steht gegen den FCB zur Verfügung.

Nachdem sich Caceres vor zwei Wochen gegen den FC Genua einen Achillessehnenriss zuzog und für den Rest der Saison zum Zuschauen verdammt ist, erwischte es Chiellini nur vier Tage später. In Frosinone verletzte sich der italienische Nationalspieler an der Wade und verpasst nach Klubangaben zumindest das Hinspiel gegen die Münchner. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Comeback Anfang März. Eigentlich ist Chiellini neben Bonucci und Andrea Barzagli fester Bestandteil der Turiner Dreierkette, Caceres die erste Alternative zu den drei Stammverteidigern. Die beiden Ausfälle sind nicht ohne Weiteres für den italienischen Meister zu kompensieren, im Topspiel gegen Neapel musste Trainer Max Allegri vergangenen Samstag sogar sein System ändern. Statt im 3-5-2 agierte die Alte Dame im 4-4-2, Barzagli und Bonucci verteidigten im Zentrum. Doch auch von den Umstellungen ließen sich Sami Khedira & Co. nicht verunsichern, dank Simone Zaza (88.) gewann Juve das Gipfeltreffen der Serie A und übernahm mit dem 15. Sieg in Folge die Tabellenführung.

Khedira stand dabei überraschend in der Startelf, noch am Vortag hatte der Klub einen Einsatz des Weltmeisters ziemlich sicher ausgeschlossen. Eine Woche zuvor war bei dem 28-Jährigen eine Adduktorenverletzung diagnostiziert worden, ursprünglich war sogar das Duell gegen den FCB in Gefahr. Doch dann stand Khedira, der sich in der Zwischenzeit von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln ließ, schon gegen Neapel wieder auf dem Platz.

„Es war ein harter Kampf für mich, für das Spiel fit zu werden. Es war aber alles wert“, erzählte er nach der Partie glücklich. Mit Khedira haben die Bianchoneri in dieser Saison noch kein Spiel verloren, der defensive Mittelfeldmann ist für die Balance und den Spielaufbau seiner Mannschaft eine wichtige Säule. Gegen die immer besser in Fahrt kommende FCB-Offensive ist also auch der Ex-Stuttgarter gefordert. Thomas Müller und vor allem Robert Lewandowski treffen derzeit wie am Fließband, der Pole hat in 31 Pflichtspielen in dieser Saison 31-mal getroffen. Auch in Turin gehen die beiden auf Torejagd – mit dem Wissen, dass die Juve-Abwehr verwundbar ist.

Kündigt Mandzukic sein Comeback an?

Es ist nur ein Foto, doch Mario Mandzukic sorgt damit für reichlich Gesprächsstoff. Der Angreifer von Juventus Turin lacht mit einer Maske des Batman-Charakters „Joker“ in die Kamera. Kündigt der ­Kroate damit etwa sein Comeback an?

Seit Ende Januar fällt der 29-Jährige mit einer Wadenverletzung aus, für das Hinspiel im CL-Achtelfinale gegen seinen Ex-Klub FC Bayern war Mandzukic eigentlich schon abgeschrieben. Doch jetzt scheint es doch nicht unmöglich, dass der Torjäger am Dienstag zumindest auf der Bank sitzt und als Joker in die Partie kommen könnte. Die kroatische Tageszeitung Jutarnji will aus Mandzus Umfeld sogar erfahren haben, dass das Foto eine Botschaft an FCB-Coach Pep Guardiola sein soll, mit dem sich der Stürmer in München überworfen hatte.

Doch auch in Turin ist man laut der Gazzetta dello Sport nicht zufrieden mit dem Angreifer. Im Tausch mit Edinson Cavani soll Mandzukic an Paris St. Germain abgegeben werden, 20 Mio. Euro will Juve noch obendrauflegen. In 22 Spielen in dieser Saison erzielte der Ex-Münchner neun Tore.

Sven Westerschulze

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