Klatschpappen statt Fangesängen

Kaum Stimmung in der Arena beim Audi Cup - warum?

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Großer Sport, tolles Stadion, namhafte Mannschaften - und doch kommt beim Audi Cup keine richtige Fußball-Atmosphäre auf.

München - Bayern, Real, Milan, Tottenham - diese Namen versprechen beim Audi Cup großen Fußball. Und doch ist die Stimmung in der Allianz Arena eher beschaulich. Warum ist das so?

Wie oft schon wurde auch am Mittwoch über die Stimmung in der Allianz Arena bei Heimspielen des FC Bayern diskutiert. Spätestens seit der legendären Wutrede von Uli Hoeneß ("Für Eure Sch***stimmung, da seid ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir!") war sie ein Dauerthema bei den roten Fans. Ein verbesserter Fan-Dialog, der Umbau der Südkurve 2014 und die verbesserte Vergabe von Tickets für die Südkurve haben aber dazu beigetragen, dass die Atmosphäre in der Arena nun deutlich besser und beeindruckender ist.

Dachte man zumindest. Denn beim Audi Cup 2015 ist das nicht so. Kaum Fangesänge sind zu hören, deutlich weniger Fahnen werden geschwenkt und in den Kurven (eigentlich Stehplätze) sitzen die Fans und beklatschen die Aktionen auf dem Rasen. Und das mit den von den Hardcore-Fans gehassten Klatschpappen. Die Zuschauer erinnern mehr an ein Theater-Publikum, als an Fußball-Fans. Woran liegt es, dass die Atmosphäre beim Audi Cup derart anders ist, als man das gewohnt ist? Und das, obwohl ja gleich vier namhafte Teams antreten (Finale FC Bayern gegen Real Madrid im Live-Ticker, dazu AC Mailand gegen Tottenham Hotspur)?

"Es fehlt der klassische Wettkampfcharakter"

"Die Karten für den Audi-Cup wurden ja in allen Kategorien im freien Verkauf angeboten und sind nicht Teil des Jahreskartenprogramms", erklärt Wolfgang Martin, der Pressesprecher der Fan-Vereinigung Club Nr. 12 gegenüber unserer Onlineredaktion. "Daher sind natürlich viele Jahreskarteninhaber, die bei "normalen" Spielen die Mannschaft lautstark unterstützen nicht im Stadion." An einen Boykott des Turniers seitens der Ultras, wie beispielsweise der "Schickeria München", glaubt Martin nicht, gibt aber zu: "Natürlich fehlt bei diesen Spielen der klassische Wettkampfcharakter und die damit verbundene Spannung."

Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass der Audi Cup eine Marketingveranstaltung ist. Ultras, die sich gegen die Kommerzialisierung des Fußball wehren, sehen diese Turniere sehr kritisch und besuchen diese eher selten. Ähnliches lässt sich auch beim Telekom Cup beobachten.

Club Nr. 12 kündigt Choreographien an

Nichtsdestotrotz ist die Vorfreude auf die neue Bundesliga-Saison bei den Bayern-Fans groß. So auch bei Wolfgang Martin. "Mit Sicherheit freuen sich alle Fans schon darauf, wenn es wieder richtig los geht." Und die Anhänger dürfen sich wieder auf einen lautstarken und auch kreativen Support aus der Südkurve freuen: "Auch in der kommenden Saison wird es natürlich wieder Choreos der Fans geben."

Höchstwahrscheinlich schon zum Auftakt der Spielzeit gegen den Hamburger SV (14. August, 20.30 Uhr, Allianz Arena).

fw

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