Klublegende äußert sich

Augenthaler im Interview: Bayerns Spielweise ist ausbaufähig

Klaus AUGENTHALER
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Klaus Augenthaler spricht über den Trainerwechsel und renitente Gegner.

München - Frech! So treten seit dieser Saison auch die Außenseiter gegen den großen FC Bayern auf. Warum das so ist erklärt FCB-Legende Klaus Augenthaler.

Vorbei sind die Zeiten von bewussten Gelb-Sperren und B-Mannschaften im Spiel gegen die Bayern – auch beim nächsten Gegner aus Ingolstadt! Doch warum ist das so? Die tz hat beim früheren Bayern-Kapitän Klaus Augenthaler (59) nachgefragt.

Herr Augenthaler, warum rechnen sich momentan selbst kleine Klubs etwas gegen den FCB aus?

Augenthaler: Die Ergebnisse in dieser Saison waren bis jetzt okay, aber die Spielweise ist noch ausbaufähig. Schauen Sie sich einmal die Rückrunde an: Zum Auftakt hat der Aufsteiger SC Freiburg gleich mal gezeigt, wie man gegen die Bayern agieren kann und verdient einen Punkt hätte holen können. In Bremen hat der FCB dann auch wieder nur knapp gewonnen und letztens das Unentschieden gegen Schalke. Und so trauen sich die vermeintlich kleineren Mannschaften eben mehr zu.

Dabei ist der Bayern-Kader im Vergleich zum vergangenen Jahr fast gleich geblieben.

Augenthaler: Aber der Trainer ist ein anderer! Wenn man einen Trainerwechsel im Verein hatte, müssen sich die Spieler erst umstellen – natürlich am besten so schnell wie möglich. Es dauert eben seine Zeit, bis die FCB-Profis das neue Konzept des neuen Trainers verinnerlicht haben. Das weiß der Gegner auch. Darum tritt er mutiger auf!

Dann kann Ingolstadt gegen Bayern punkten?

Augenthaler: Das ist wie in einem Pokalspiel. Überraschungen gibt es immer wieder: Der große FC Bayern kommt zu den kleinen Ingolstädtern. Die haben sich nach dem Trainerwechsel aber gefangen und ganz gute Ergebnisse erzielt. Sie haben nichts zu verlieren und können somit in gewisser Weise nur punkten.

Kommt diese Ehrfurcht vor dem FCB wieder, wenn die Münchner eine Erfolgsserie starten?

Augenthaler: Klar machen Ergebnisse das aus! Wenn die Bayern die nächsten Spiele mit vielen Toren Unterschied gewinnen, – dann hat der Gegner wieder mehr Angst!

Sie haben als Trainer des 1. FC Nürnberg mal als Aufsteiger in München einen Punkt geholt!

Augenthaler: Ich habe meinen Jungs damals gesagt, dass wir als Aufsteiger nichts zu verlieren haben und dass wir gar nicht erst daran denken dürfen, eine Klatsche zu bekommen. Der FCB war nicht unser Maßstab, das wussten meine Spieler. Dann sind sie über sich hinausgewachsen und meine taktische Variante mit einer Abseitsfalle ist aufgegangen (lacht).

Wird Ingolstadt-Trainer Maik Walpurgis sein Team besonders frech auftreten lassen, weil es sein erstes Mal gegen den FCB ist?

Augenthaler: Das ist durchaus möglich. Er hat ja noch nie in der Bundesliga gearbeitet. Walpurgis hat seine eigenen Vorstellungen und taktischen Maßnahmen, die bis jetzt gut funktioniert haben. Er weiß ganz genau, was sein Team imstande ist zu leisten und versucht das Maximal rauszuholen. Es gibt für jedes Team gegen die Bayern Chancen – und die müssen sie dann nutzen!

Interview: Manuel Bonke

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