Europa-Konkurrenz ist vorne viel gefährlicher als der FCB

Alles Lewandowski, oder was? Das ist Bayerns großes Problem

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Robert Lewandowski ging gegen die Alte Dame leer aus.

Wenn Robert Lewandowski nicht trifft, geht beim FC Bayern nicht viel. Das sieht bei der Konkurrenz in Europa anders aus. Wie soll das Problem gelöst werden?

München - Jürgen Klopp setzte am Wochenende wieder sein breitestes Grinsen auf. Der Coach des FC Liverpool freute sich beim 4:1 gegen West Ham über eine erneute Offensiv-Gala seines Teams – garniert mit dem 100. Treffer in allen Wettbewerben. Zwei Drittel der Tore hat der gefürchtete Dreizack-Sturm mit Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane erzielt. Beim FC Bayern können sie von einer solchen Offensiv-Abteilung derzeit nur träumen. Das 0:0 gegen Hertha war sicher kein Beinbruch, eines machte das Remis aber deutlich: Wenn Robert Lewandowski nicht trifft, wird’s haarig. Achtung, Alleinunterhalter!

Der polnische Knipser hatte zuvor in allen Heimspielen getroffen, insgesamt kommt er auf 29 Buden in 34 Pflichtspielen. Am Samstag blieb Lewy also erstmals in der Bundesliga ohne Tor in der Allianz Arena. Und zack, spielte der FCB nur 0:0. Jupp meinte anschließend: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Das ist ungewöhnlich bei uns, aber solche Tage gibt es im Fußball.“

Selbst der ständig verletzte Bale trifft öfter 

Ungewöhnlich war vor allem, dass der Torjäger vom Dienst Ladehemmung hatte. Elf Mal feuerte Lewy in Richtung Hertha-Tor, biss sich aber die Zähne an Keeper Rune Jarstein aus. Das Problem: außer dem Polen gibt’s kaum einen verlässlichen Goalgetter bei den Roten. Thomas Müller blüht zwar seit der Heynckes-Rückkehr auf, traf aber auch erst neun Mal. Drittbester FCB-Knipser ist schon Kingsley Coman mit sieben Hütten. Zur Einordnung: selbst der viel kritisierte Real-Star Gareth Bale hat schon zehn Tore geschossen – in deutlich weniger Einsätzen als Müller und Coman. Zusammen kommen die erfolgreichsten Bayern auf 45 Treffer.

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Der Blick auf die europäische Konkurrenz lässt die Warnleuchten anspringen! In Paris heißen die Ballermänner Neymar, Kylian Mbappe und Edinson Cavani (zusammen 76 Tore), beim FC Barcelona zaubern Lionel Messi und Luis Suarez zuverlässig zusammen (53 Tore). Klopps tödliches Trio Salah, Firmino und Mane kommt auf 66 Treffer – auch deshalb haben die Liverpool-Fans für ihre Offensivmänner einen Ohrwurm gedichtet. Pep Guardiola kann sich bei Manchester City auf Mittelstürmer Sergio Agüero und Flügelmann Raheem Sterling verlassen (50 Tore).

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Im Kampf um den Champions-League-Henkelpott kann das noch zum FCB-Problem werden. Jupp ist das bewusst! Vor dem Wintertransfer von Sandro Wagner sagte er mit Blick auf die Triple-Saison im SZ-Interview: „Wir hatten 2011/2012 auf der Stürmerposition Mario Mandzukic und Mario Gomez und haben trotzdem im Sommer noch Claudio Pizarro dazugeholt.“ Das zahlte sich aus. Neben Müller trafen Mandzukic, Gomez, Pizarro, Robben und Ribéry in der Triple-Spielzeit zweistellig.

Was passiert, wenn Lewy geht?!

Einziges Trostpflaster aus Münchner Sicht aktuell: Die Pariser Mega-Offensive scheidet in der kommenden Woche womöglich aus der CL aus. Außerdem sorgen sich die Franzosen um Superstar und 222-Millionen-Mann Neymar. Der Brasilianer knickte beim lockeren 3:0-Sieg gegen Marseille böse um, verdrehte sich laut Coach Unai Emery aber „nur den Knöchel“.

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Ein solches Szenario käme beim FC Bayern einem Albtraum gleich. Mit Blick auf das Sommer-Transferfenster müssen sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters aber womöglich Gedanken über eine Zukunft ohne Knipser Lewandowski machen. Der 29-Jährige soll, wie berichtet, von einem Wechsel zu Real Madrid träumen.

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Der Pole weiß um seinen Vertrag, der ihn noch bis ins Jahr 2021 in München halten soll. Mit dem neuen Berater Pini Zahavi hat er sich zumindest schon mal einen Top-Agenten an die Seite gestellt. Das Motiv ist weiter unklar. Vielleicht macht Lewy wirklich den Abflug in Richtung Spanien. Real könnte einen zweiten Knipser jedenfalls bestens gebrauchen, im Estadio Santiago Bernabéu spielt Cristiano Ronaldo (28 Tore) derzeit den Alleinunterhalter.

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Jonas Austermann

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