Boss Rummenigge dennoch optimistisch

Schweinsteiger fällt aus - Ribéry fliegt mit nach Porto

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Es reicht nicht für Porto: Bastian Schweinsteiger (r.) fehlt der Truppe von Pep Guardiola auch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League.

München - Am Sonntag gestattete Pep Guardiola seinen Stars noch mal einen freien Tag. Ohne Training konnte sich auch kein weiterer Spieler verletzen, von daher war seine Idee nicht die schlechteste.

Der FC Bayern bewegt sich personell auf dem Zahnfleisch – Besserung ist nur bedingt in Sicht. In der Bundesliga reicht mittlerweile auch das allerletzte Aufgebot für einen lockeren Sieg wie beim 3:0 gegen Frankfurt. In der Königsklasse sieht das anders aus. Dennoch ist Karl-Heinz Rummenigge optimistisch: „Ich glaube, dass wir das Halbfinale ­packen können.“

Dabei schob der Bayern-Boss allerdings gleich noch hinterher, was dafür vonnöten sei: „Konzentration, Respekt und eine gute Leistung.“ Sicherlich nicht der schlechteste Ratgeber, bevor die Roten ihre Reise nach Portugal antreten. Auch wenn die Münchner im CL-Viertelfinale gegen den FC Porto klarer Favorit sind, erwartet sie kein Spaziergang. Allein schon bei einem Blick aufs Lazarett des Rekordmeisters wird die Schwere der Aufgabe bewusst. Neben den länger fehlenden Arjen Robben, David Alaba, Javi Martinez und Medhi Benatia fällt auch Bastian Schweinsteiger für das Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF & Sky) aus. Laut Sport1 liegt der Weltmeister mit geschwollenen Lymphdrüsen krank im Bett. Immerhin kann Pep mit Franck Ribéry planen, wenn auch nur als Joker. Der Franzose absolvierte an der Säbener Straße Laufeinheiten und soll mit der Mannschaft am Montag nach Portugal fliegen.

Wie ernst Guardiola die Begegnung gegen den Tabellenzweiten der portugiesischen Liga nimmt, zeigt die frühe Anreise der Bayern. Zwei Tage vor dem Spiel sind die Münchner schon vor Ort, um sich optimal vorbereiten zu können. „Das ist eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf“, warnte Rummenigge vor dem Gegner. Und Robert Lewandowski betonte: „Porto hat viele gute Spieler, vor allem in der Offensive.“ Die läuft bei den Portugiesen momentan auf Hochtouren. Nach dem 5:0-Erfolg über Estoril Praia vergangenen Montag glückte auch die Generalprobe am Wochenende mit einem 3:1-Sieg bei Rio Ave.

Da

Der FCB ist bereit: Lahm & Co. freuen sich auf die Königsklasse.

ist es zumindest gut für Guardiola, dass er wieder auf Jerome Boateng zurückgreifen kann. Der leicht angeschlagene Innenverteidiger erhielt gegen Frankfurt eine Pause, meldete sich aber pünktlich zum K.-o.-Duell wieder fit. Beim ungefährdeten 3:0 über die Eintracht saßen neben dem geschonten Torhüter Manuel Neuer gerade noch drei Feldspieler auf der Bank. „Ich habe noch nie in meinem Leben eine solche Situation erlebt“, musste Guardiola gestehen. Dennoch wirkte es am Samstag eher so, als hätten die Gäste unter der Woche 120 Minuten in den Knochen gehabt. „Wir haben eine gute Mentalität. Und genau die ist entscheidend in den nächsten Wochen“, verriet Philipp Lahm das Geheimnis seiner Truppe und auch Thomas Müller meinte grinsend: „Wir haben die Müdigkeit ganz gut kaschiert.“

Bayern-Gegner Porto im Porträt: Gefahr im Sturm

Bayern-Gegner FC Porto im Porträt: Gefahr im Sturm

FC Porto, Champions League
Der FC Bayern trifft im Viertelfinale der Champions League auf den FC Porto. © dpa
FC Porto, Champions League
Die Stars der Mannschaft: Ricardo Quaresma (Portugal, Rechtsaußen) © AFP
FC Porto, Champions League
Hector Herrera (Mexiko, Mittelfeld) © AFP
FC Porto, Champions League
Jackson Martinez (Kolumbien, Sturm) © AFP
FC Porto, Champions League
Trainer des FC Porto ist seit 2014 Julen Lopetegui, 48 Jahre alt aus Spanien. © AFP
FC Porto, Champions League
Seine Heimspiele trägt der FC Porto im November 2003 eröffneten Estádio do Dragão (deutsch: Drachenstadion) aus. Es bietet 52.000 Fans Platz. © picture-alliance / dpa/dpaweb
FC Porto, Champions League
Der FC Porto gehört zu Portugals erfolgreichsten Mannschaften. 31x wurde man Meister (zuletzt 2013), gewann 16x den Pokal (zuletzt 2011). © AFP
FC Porto, Champions League
Bereits zweimal gewann der FC Porto die Champions League. 1987 mit einem 2:1 gegen den FC Bayern in Wien, 2004 mit einem 3:0 gegen den AS Monaco in Gelsenkirchen (Foto). In beiden Jahren holte man auch den Weltpokal. © picture-alliance / dpa/dpaweb
FC Porto, Champions League
Zweimal gewann der FC Porto zudem den UEFA-Cup, bzw. die Europa League: 2003 mit einem 3:2 n.V. gegen Celtic Glasgow in Sevilla, 2011 mit einem 1:0 gegen den FC Braga in Dublin (Foto). © AFP
FC Porto, Champions League
Das letzte Duell zwischen Porto und Bayern gab es in der Saison 1999/2000. Im CL-Viertelfinale gab es ein 1:1 in Porto und einen 2:1-Erfolg für Bayern in München. Insgesamt trafen die Teams fünfmal aufeinander: Je zwei FCB-Siegen und Unentschieden steht nur ein einziger Porto-Erfolg gegenüber. © dpa

Bis Mittwoch muss diese aber wieder raus aus den Beinen, „denn jetzt dürfen wir nicht mehr viele Fehler machen“, sagte Lewandowski. Fehler, auf die nicht nur der FC Porto, sondern auch die Bundesliga-Konkurrenz hofft. Gladbach-Manager Max Eberl sieht im Gespräch mit der FAZ aber auch noch eine andere Möglichkeit, warum dem FCB in den nächsten Jahren beizukommen ist. „Sie müssen demnächst einen Umbruch machen. Dass die Bayern mal auf Platz zwei oder drei landen, die Möglichkeit besteht.“

Sven Westerschulze

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