Er will noch "drei, vier Jahre" spielen

Schweinsteiger: Wie lange hält sein Körper noch?

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Doha - Für Bastian Schweinsteiger ist das Trainingslager in Katar gleich in doppelter Hinsicht von großer Bedeutung. Wie wichtig kann er für seine Bayern wieder werden?

Passend dazu hatte sich auch die Sonne in Doha zurückgemeldet, nach einem fast schon kalten Wochenende machte sie sich erstmals so richtig bemerkbar. Die Spieler nutzten ihre freie Zeit. Die einen suchten das Weite von der Aspire Academy und ihren Trainingsplätzen, andere blieben zum Entspannen und Abschalten im Hotel. So auch Bastian Schweinsteiger. Der Weltmeister wirkt in diesen Tagen in Katar total relaxt – und sprüht gleichzeitig vor Tatendrang. Bei den kräftezehrenden Einheiten zieht er voll mit, doch Späße wie ein kleines Rugbyspiel mit Manuel Neuer und Thomas Müller sind danach trotzdem noch drin. Und auch die vielen Fans kommen bei Schweinsteiger nicht zu kurz. Artig erfüllt er nach dem Training meist noch Autogrammwünsche. „Ich fühle mich einfach gut“, erklärt der 30-Jährige und ist auch beim fünften Besuch der Aspire Academy immer noch zufrieden: „Wir haben sehr gute Bedingungen hier. Das Trainingslager ist wie immer gut.“

Ungemütlich? Bastian Schweinsteiger.

Für Schweinsteiger selbst ist es gleich in doppelter Hinsicht von großer Bedeutung. Wie wichtig kann er für seine Bayern wieder werden? Für ihn selbst ist es im Trainingslager wichtig zu spüren, ob sein Körper, den er vor allem für den WM-Titel im vergangenen Jahr geschunden hat, den extremen Belastungen dauerhaft standhält. Nach dem Triumph von Rio fehlte der Vizekapitän der Roten seinem Verein über vier Monate. Probleme an der Patellasehne verdammten ihn zum Zuschauen. Jetzt aber gehören sie der Vergangenheit an. „Die Geschichte mit der Patellasehne war nicht ganz so einfach“, gibt Schweinsteiger ehrlich zu und sagt: „Ich bin froh, dass ich in der Hinrunde noch einige Spiele machen konnte. Vor allem die 90 Minuten gegen Mainz taten mir sehr gut.“ Am letzten Hinrundenspieltag gegen den FSV erzielte der Mittelfeldmotor auch noch sein erstes Tor seit seinem Comeback im November gegen Hoffenheim.

In der Rückrunde wird Schweinsteiger zeigen müssen, dass er auf das hohe Niveau aus dem vergangenen Jahr zurückkehren kann. „Ich glaube schon, dass ich das kann“, antwortet er auf die Nachfrage. Obwohl er die Champions League und den WM-Titel gewonnen hat, will er es noch mal allen zeigen. Auch seinen Bossen. Sein Vertrag läuft 2016 aus. Schluss mit Fußball soll für den FCB-Leader dann aber noch lange nicht sein. „Ich denke, dass ich noch drei, vier Jahre auf höchstem Niveau spielen kann“, erklärte er selbstbewusst.

Wie der kicker berichtet, hat es aber noch keine Vertragsgespräche zwischen dem FCB und Schweinsteiger gegeben. Er selbst sieht das gelassen: „Ich habe noch anderthalb Jahre Vertrag. Da spüre ich keinen Zeitdruck.“ Schließlich hat er noch viel vor. Er freut sich auf „große Spiele in der Champions League“ und auf das Zusammenspiel mit dem „unglaublich erfahrenen“ Xabi Alonso.

Doch dafür braucht er seine Topform, in Guardiolas Luxuskader reichen 80 oder 90 Prozent nicht. Dessen ist sich Schweinsteiger bewusst: „Auf diesem hohen Niveau braucht man nun mal eine gewisse Fitness.“ Die muss er sich in Katar holen – und hoffen, dass sein Körper ihn dabei nicht im Stich lässt.

Sven Westerschulze

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