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Bewegendes Comeback

Schweinsteiger: "Es hat mein Herz berührt"

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Bastian Schweinsteiger mit Maskottchen Bernie.

München - Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger hat die große Begeisterung über sein Comeback tief bewegt.

13 Minuten waren noch zu absolvieren, da wurde aus einem stinknormalen Spiel des FC Bayern ein besonderes: An der Seitenlinie stand Bastian Schweinsteiger. Das Publikum, es sprang geradezu auf von den Sitzen, und als der Weltmeister zu seinem ersten Einsatz in einem Pflichtspiel seit der magischen Nacht von Rio auf den Rasen lief, schwoll der Jubel an zum Orkan. „Der Fußballgott ist wieder da“, sagte Arjen Robben hinterher mit einem Grinsen, „da habe ich Gänsehaut bekommen“.

Bilder: Sechs Mal Note 2 für die Bayern-Stars

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Nicht nur Robben war in diesem Moment emotional am Anschlag. „Es hat mein Herz sehr berührt“, sagte Schweinsteiger nach dem unbedeutend erscheinenden 4:0 (2:0) der Bayern gegen 1899 Hoffenheim über jenen Moment, als seine Leidenszeit ein Ende gefunden hatte. „Es ist schön, so empfangen zu werden“, sagte er fast flüsternd. Dass ihm schon zehn Minuten nach der Einwechslung eine wunderbare Vorlage zum 4:0 durch Sebastian Rode gelang (87.), rundete Schweinsteigers Comeback ab.

Auch Pep Guardiola konnte sich der außergewöhnlichen Stimmung bei dieser mehr als gewöhnlichen Einwechslung nicht entziehen. „Ich habe gemerkt“, sagte der Trainer, „wie wichtig er“, also Schweinsteiger, „für diesen Verein ist“. Nein, ergänzte er, natürlich sei Schweinsteiger „noch nicht ganz fit, aber mit seiner Erfahrung kann er uns immer weiterhelfen“. Auch Robben betonte: „Schweinsteiger ist wichtig für uns, er ist ein Superspieler und ein Supertyp.“

Es ging hinterher beinahe unter, dass der FC Bayern an diesem denkwürdigen Samstag nicht nur die Rückkehr von Schweinsteiger feiern durfte, sondern auch einen „Pro-Bayern-Spieltag“, wie es der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete. „Alle unsere Verfolger haben Federn gelassen“, stellte er zufrieden fest. Sieben Punkte liegen die Münchner vor dem VfL Wolfsburg, zehn vor Borussia Mönchengladbach sowie Bayer Leverkusen. Es ist an der Zeit, die Ferngläser herauszuholen.

Er gehe „sicher nicht frustriert ins Bett“, sagte Rummenigge, und während alle weiter über Schweinsteiger sprachen, betonte er: „Für den Sieg gibt es keinen Ersatz.“ Ja, er sei „mehr als froh, dass Schweini wieder da ist“, aber noch mehr erfreut es den Klub-Chef, dass es irgendwie egal ist, wer spielt - der FC Bayern bleibt so oder so eine Klasse für sich. „Wir sind trotz vieler Verletzter gut aufgestellt. Unser größter Vorteil ist, dass trotz unserer Situation niemand lamentiert.“

Man kann dem FC Bayern in der Tat nicht vorwerfen, dass er seine bemerkenswerten Personalprobleme beklagt. Der Ausfall von Philipp Lahm hätte jede andere Mannschaft wohl aufheulen lassen, zumal ja auch Hochkaräter wie Javi Martinez, Thiago, Holger Badstuber oder David Alaba fehlen. „Wir haben Qualität im Kader, die ist enorm“, sagte Mario Götze, Torschütze zum 1:0 mit einem sehenswerten Weitschuss (23.). Hernach trafen auch die guten Robert Lewandowski (40.) und Robben (82.).

Das Ergebnis, behauptete Guardiola, sei zu hoch ausgefallen, Hoffenheims Kapitän Andreas Beck versicherte sogar: Auch wenn es blöd klinge, aber „es hat sich ganz gut angefühlt auf dem Platz“. In der Tat gab es bereits Mannschaften, die weitaus schlechter gespielt haben in München, und TSG-Sportdirektor Alexander Rosen klang sogar stolz, als er bekräftigte: „Wir haben es geschafft, die Bayern zu nerven“, die Spieler könnten „in die Spiegel schauen, die in der Kabine hängen“.

Aber, wie sagte Trainer Markus Gisdol: „Wenn du in München etwas mitnehmen willst, muss alles passen.“ Und das gelingt nicht, auch nicht an Tagen, an denen für den FC Bayern nicht alles, aber vieles passt. Das Comeback eines Weltmeisters inklusive.

sid

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