Scharfe Fankritik

Streit um das Stadtderby: Jetzt droht sogar ein Fan-Boykott

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Das Hinspiel konnten die kleinen Bayern für sich entscheiden

Das Stadtderby zwischen dem TSV 1860 München und der Amateure des FC Bayern München soll in der Allianz Arena stattfinden. Doch um die Entscheidung ist ein Streit entbrannt. 

Die Ankündigung das Münchner Stadtderby am 29. April zwischen dem TSV 1860 München und der Amateure des FC Bayern München vom Grünwalder Stadion in die Allianz Arena zu verlegen, hat bei den organisierten Fanlagern beider Seiten für Unmut gesorgt. Das Knallerspiel in der Regionalliga Bayern könnte bereits vorentscheidend für die Meisterschaft sein. Schließlich würde der Abstand bei einem Löwen-Sieg (bei derzeitigem Tabellenstand) zwischen den Stadtrivalen bereits neun Punkte betragen. Andersherum würde es bei einem Triumph der Roten noch einmal so richtig spannend werden. 

Um dem Duell einen entsprechenden Rahmen zu geben, beschlossen die Bayern in Absprache mit dem Bayerischen Fußball-Verband das Duell in die Allianz Arena zu verlegen. „Wegen der großen Bedeutung des Spiels wollen wir die Partie in unserer Heimat, der Allianz Arena, stattfinden lassen und hoffen auf größtmögliche Unterstützung für unsere zweite Mannschaft", erklärt Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf der Bayern-Homepage. 

Zustimmung kommt auch vom Präsidenten des BFV Rainer Koch. Er hoffe „auf ein auf ein weiteres Fußballfest in der Regionalliga Bayern, das sportlich von großer Bedeutung im Kampf um die Meisterschaft sein wird. Nicht zuletzt deshalb ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass der Regionalliga-Zuschauerrekord an diesem Tag fallen wird."

Wer hatte die Idee mit der Allianz Arena?

Unter Berufung auf interne Kreise des FC Bayern hatte das Löwenmagazin gemeldet, dass die Initiative das Spiel zu verlegen von Seiten des BFV aufkam. Angeblich wolle Präsident Koch das Derby vor allem deshalb in der Arena sehen, weil es im TV übertragen wird. Dies hätte Werbewirksamkeit für “seine” Regionalliga. Koch reagierte scharf. In einer Stellungnahme auf Facebook schrieb er: 

„Schon seit längerem habe ich nicht mehr so einen Unsinn wie gerade eben gelesen, da ist dem Löwenmagazin doch ein wenig der Fantasiegaul durchgegangen: Richtig ist, dass ich mich in die Stadionfrage für dieses Spiel überhaupt nicht eingebracht habe. Erst als ich vom FC Bayern Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge angerufen worden und gefragt worden bin, ob aus meiner Sicht etwas gegen den Wunsch des FC Bayern, in die Allianz Arena zu wechseln spricht, habe ich erklärt, dass ich mit einem größeren Stadion für dieses Spiel selbstverständlich sehr einverstanden bin, weil auf diese Art und Weise gewährleistet ist, dass jeder interessierte Fußballfan dieses wichtige Spiel persönlich im Stadion anschauen kann. Diese Position halte ich im übrigen auch noch immer für richtig und für fußballfanfreundlich, wobei Fußballfans für mich nicht nur die Fans in der Kurve, sondern alle (!) interessierten Fußballfreunde sind.”

Wie ist die Reaktion in den jeweiligen Fanlagern?

Die Fanszene des TSV 1860 scheint in ihrer Reaktion - wie so oft - gespalten. Besonders in der organisierten Fanszene dürfte Frust darüber herrschen, in die von vielen so verhasste Allianz Arena zurückzukehren. Andererseits haben durch die Verlegung deutlich mehr 60er die Möglichkeit das Spiel live vor Ort zu verfolgen als im Grünwalder Stadion. Zudem wäre der Heimvorteil des FC Bayern in der für die kleinen Bayern ungewohnten Arena wohl kleiner. 

In genau diese Kerbe schlägt auch die rote Fanvereinigung Club Nr. 12, die sich empört über die Entscheidung zeigt und sogar einen Spielboykott in Erwägung ziehen. “Wir sind von dieser Nachricht genauso überrascht worden, wie alle anderen Fans der Bayern-Amateure und stehen ausdrücklich nicht hinter dieser Entscheidung”, schreibt der Club in einem Statement. 

dk

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