"Dann müssen sie halt höher springen"

"Kleine" Bayern gegen Juve? Das muss kein Nachteil sein

München - Ein viel diskutiertes Thema: das Defensivproblem im Bayern-Kader. Die Verteidiger, die unverletzt sind, zählen nicht zu den körperlich größten Spielern. Könnte das gegen Juventus Turin ein Problem werden?

Am Dienstagabend geht es zum Champions-League-Achtelfinale nach Turin. Dort treffen die FC-Bayern-Kicker auf den Tabellenführer in der Serie A. Und auf verhältnismäßig hoch gewachsene Spieler - zumindest was den Vergleich mit der Abwehr der Münchner angeht. Ob das einem Sieg gefährlich werden könnte? 

Nach den Ausfällen von Holger Badstuber (Knöchelbruch), Javi Martinez (Meniskus) und Jerome Boateng (Muskelbündelriss) hat Pep Guardiola in der Defensive Probleme. Neuzugang Serdar Tasci ist mit 1,86 Meter einer der größten Bayernverteidiger. Doch scheint er nicht in Form zu sein. Den ersten Kopfball-Gegentreffer der Saison im vergangenen Bundesligaspiel gegen Darmstadt wusste der Innenverteidiger nicht zu verhindern. Mannschaftskollege Medhi Benatia ist ebenfalls groß. 1,90 Meter misst er.

Müller: Kimmich und Alaba haben nicht die Körpergröße

Doch nach einer Muskelverletzung ist der Marokkaner noch nicht zu 100 Prozent fit. Erst seit Kurzem nimmt er wieder am Training des Rekordmeisters teil. Wie schon in Darmstadt wird Guardiola wohl auf eine Kombination von Joshua Kimmich und David Alaba setzen. Die hätten alles, was man brauche, sagt Thomas Müller gegenüber demKicker. Doch mit einer Einschränkung: "Vielleicht nicht die Körpergröße." 

Letztes Bayern-Training in München vor der Champions-League

Alaba kommt auf 1,80 Meter, Kimmich auf 1,76 Meter. Gegen die Juve-Stürmer könnte das zum Verhängnis werden. Simone Zaza (1,86 Meter) und Álvara Morata (1,89 Meter) hätten bei einem Kopfballduell eindeutig die besseren Karten. "Dann müssen sie halt höher springen", merkt Sportvorstand Matthias Sammer dazu an. Auch Juan Bernat und Philipp Lahm brauchen da mit 1,70 Meter Körpergröße einiges an Sprungkraft.

Die Bayern-Devise lautet: Duelle in der Luft sollen möglichst vermieden werden. „Wir können da nicht kämpfen. Wir müssen uns auf den zweiten Ball fokussieren“, sagte Guardiola. Man müsse „auf jeden Fall sehr abgezockt sein“, unterstrich Müller. Die Verteidiger müssen gut zusammenspielen - noch besser als sonst. Nur gemeinsam können sie verhindern, dass die Juve-Stürmer ihren Größenvorteil ausnutzen und am Ende triumphieren. 

Klein, aber oho: Viele berühmte Fußballer sind nicht groß

Luftkämpfe müssen also schon bevor sie entstehen können abgewehrt werden. Die Bayern-Elf muss hoch stehen und darf dem Gegner aus Italien keinen Weg zum Strafraum gewähren. Dafür müsse man nicht immer eine große Mannschaft sein, sagt Boateng. Und wenn es dann doch zu einer Kopfball-Situation kommen sollte und die Abwehrzwerge nichts mehr ausrichten können, muss eben jemand anders aushelfen. Gegen Darmstadt köpfte beispielsweise Müller (1,86 Meter) einen Freistoß aus dem Strafraum.

Vergangenheit und Gegenwart zeigen, dass kleine Fußballer oft die Größten auf dem Platz sind und alle anderen überragen: Diego Maradona (1,66 Meter), Lionel Messi (1,70 Meter) oder der ehemalige Bayern-Verteidiger Bixente Lizarazu (1,69 Meter) sind nicht aufgrund ihrer kleinen Körpergröße berühmt geworden. Auch Thomas Häßler (1,66 Meter) ließ sich von diesem Größen-Argument nicht aufhalten.

Lizarazu gab allerdings gegenüber dem Kicker zu: "Münchens Chancen sind nun natürlich schlechter." Ob die Bayern damit umzugehen wissen, wird sich am Dienstagabend in Turin zeigen.

nip/sid

Rubriklistenbild: © dpa

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