tz-Interview

Robben: "Wir verdienen den Pokalsieg"

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Arjen Robben hat Respekt vor Finalgegner Dortmund.

München - Showtime: Heute steigt in Berlin das Pokalfinale zwischen Bayern und dem BVB. Eine große Bühne für große Spieler. Das tz-Interview mit Arjen Robben

Herr Robben, Sie können heute zum dritten Mal den Pokal gewinnen.

Robben: Ja! Schön, oder? Diese Finals in Berlin sind immer richtig schöne Spiele. Aber natürlich immer ein bisschen schöner, wenn man sie gewinnt.

Wird es jetzt vielleicht das wichtigste Finale, weil der FC Bayern nach einer richtig guten Saison noch mal den Eindruck hinterlassen muss, wie stark er wirklich ist?

Robben: Das müssen wir. Wir haben so eine gute Saison gespielt, dass wir es auch verdienen, dieses Finale zu gewinnen. Aber das muss man sich erarbeiten, darum geht es. Wenn wir das schaffen wollen, brauchen wir von jedem alles, was noch im Körper, vor allem aber im Kopf ist. Du musst alles reinlegen – sonst schaffst du es nicht gegen diese Mannschaft, die gerade sehr stark ist.

Die stärkste Saisonphase des FC Bayern ist wohl vorbei. War der Höhepunkt zu früh erreicht?

Robben: Ich weiß nicht, ob er zu früh da war. Fakt ist aber, dass wir es nicht haben durchziehen können! Woran das liegt, da könnten wir endlos drüber diskutieren. Aber der Fakt steht, wir müssen das kritisch hinterfragen.

"Gerland will immer nur nach Berlin"

Bleibt also das Gefühl, noch etwas beweisen zu müssen?

Michael Knippenkötter im Gespräch mit Arjen Robben.

Robben: Das ist das falsche Wort, wir müssen nichts beweisen. Wir müssen zeigen, auch uns selbst, dass wir mehr können. Das meinte ich damit: Auf die Saison bezogen verdienen wir es, dieses Finale zu gewinnen. Weil wir so lange so überragenden Fußball gespielt haben.
Können Sie beschreiben, was atmosphärisch los ist in Berlin?
Robben:
Ich finde es super, wie es sich aufteilt. Die eine Hälfte des Stadions ist Dortmund, die andere ist Bayern. Hier gelb, da rot. Das ist Pokal! Ich habe das auch in anderen Ländern erlebt, habe das FA-Cup-Finale in England, in Wembley gespielt. Es ist nur ein Spiel, alles kann passieren! Ein schönes Gefühl. Hermann Gerland hat zum Beispiel vor jeder Saison nur einen Wunsch: Der will nur nach Berlin (schmunzelt)!

Herr Robben, wie würden Sie aktuell Ihre Rolle beim FCB beschreiben? Wie Sie vorangehen, immer wieder pushen – fast wie Kapitän Nummer drei.

Robben: Da möchte ich mich selbst gar nicht beurteilen. Ich finde, ich habe mich nicht verändert im Vergleich zum Vorjahr, vielleicht ein bisschen zu der Zeit, als ich hierhin gekommen bin. Man macht eben immer eine Entwicklung durch.

Die kritischen Stimmen, die Sie als Alleingänger sahen, sind verstummt.

Robben: Das stimmt. Aber: Ich sehe das nicht! Das ist wohl das Schöne am Fußball: Wenn alles positiv läuft, läuft auch das. Ich war vor zwei, drei Jahren die gleiche Person, der gleiche Fußballer! Da habe ich auch den jungen Spielern geholfen, da habe ich die Mannschaft in der Kabine auch angefeuert. Ich weiß nicht, warum, aber manchmal wollen gewisse Leute etwas sehen, manchmal nicht. Ich bin immer noch der Gleiche.

"Wir müssen den Willen zeigen"

Und es läuft. 2013 kamen Sie nach einer Verletzung nicht zurück ins Team, bis sich Toni Kroos verletzte. Danach lief es wie am Schnürchen.

Robben:  Allerdings!

War sein Pech Ihr Glück?

Robben: Ja, das ist so im Fußball. Ich wäre lieber vorher schon reingekommen, mit Toni! Ich mag es gar nicht, wenn sich einer verletzt. Es war eine schwere Zeit für mich. Ich wollte rein in die Mannschaft, hatte das Gefühl, ich kann ihr noch mehr helfen. Aber der Trainer hat es anders gesehen, ich brauchte Geduld.

Wird es nun nicht immer schwerer ins Team zu kommen? Die Dichte an Stars nimmt zu!

Robben: Absolut! Aber du brauchst diese Qualität. Wir sehen es jetzt wieder. Trotz des großen Kaders haben wir wieder ein paar Probleme, ein paar Leute sind verletzt.

Wie viel wird jetzt gegen Dortmund vom Willen abhängen?

Robben: Fast alles. Es geht nicht nur um unseren Fußball, es geht um unseren Kopf. Wir dürfen das Wort Wille nicht nur sagen, wir müssen es zeigen. Es ist doch nur noch ein Mal! Dann ist es vorbei. Auch wenn dann kein Urlaub kommt, sondern ein kleines Turnier (lacht).

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen zwölf Duelle

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen Duelle

Sie hatten bereits mehrfach angedeutet, sich ein Karriereende beim FC Bayern vorstellen zu können. Bleiben Sie dabei?

Robben: Ich finde, man sollte nicht so weit nach vorne schauen. Ich freue mich jetzt erst mal auf die neue Saison, die neuen Ziele. Ich möchte mit der Mannschaft wieder auf das Niveau kommen, das wir dieses Jahr schon hatten – vielleicht noch einen Tick höher. Viel weiter kannst du nicht schauen! Ich weiß nicht, was in drei, vier Jahren los ist und wie du dich fühlst. Im Moment werde ich fitter, je älter ich werde.

Interessant ist bei Ihrem Werdegang: Hat Sie Italien nie gereizt? 

Robben: Nein, gar nicht. Ich hatte die Möglichkeit, schon einige Male gab es Angebote aus Italien. Aber im Moment kommt es sowieso nicht infrage, und insgesamt muss man sagen, ist die italienische Liga im Vergleich schon etwas zurückgefallen. Nein, es hat mich nie gereizt.

Würden Sie jetzt aufhören, wären Sie in Holland, England, Spanien und Deutschland Meister geworden. Ihre Teamkollegen Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger sind ihr Leben lang in einem Verein geblieben. Eine komplett andere Welt – wäre das für Sie vorstellbar gewesen? Eine Karriere in nur einem Verein?

Robben: Weiß ich nicht. Eher nicht. Der Unterschied bei Philipp oder Basti ist: Sie sind schon bei einem sehr, sehr guten Verein aufgewachsen. Ein Topverein in Europa. Als ich in Groningen angefangen habe, ging es immer einen Schritt vorwärts. Zum Topverein in Holland, zu Eindhoven. Und dann kam der nächste Schritt. Und hier? Hier bist du schon top!

Was ist am Ende mehr wert? Vier Titel mit einem Verein, oder vier Titel in vier Ländern?

Robben: Ich bin schon stolz, dass ich es in mehreren Ländern geschafft habe. Auch menschlich waren es großartige Erlebnisse in London zu wohnen, in Madrid, jetzt in München. Da machst du auch persönlich eine Entwicklung mit.

Arjen Robben – privat

Geboren: 23. Januar 1984 in Bedum. 

Größe: 181 cm.

Familie: Robben ist seit 2007 mit Bernadien verheiratet und Vater dreier Kinder. Vater Hans ist sein Berater.

Arjen Robben – Erfolge

CL-Sieger 2013, Finalist 2010, 2012.

Super-Cup-Sieger 2013.

Vizeweltmeister 2010.

National, Deutschland: Meister: 2010, 2013, 2014, Pokal: 2010, 2013. – Spanien, Meister: 2008, Supercup 2008. – England, Meister: 2005, 2006, Pokal 2007

Arjen Robben – Bayern-Bilanz

Bundesliga:

Spiele: 106.

Tore: 56.

Anzahl Minuten pro Tor: 130. 

Torvorlagen: 36.

Gelbe Karten: 1.

Rote Karten: 1. 

Einwechslungen: 26. 

Auswechslungen: 34.

DFB-Pokal:

Spiele: 17. 

Tore: 13.

Anzahl Minuten pro Tor: 105. 

Torvorlagen: 11.

Einwechslungen: 1. 

Auswechslungen 7.

Interview: Michael Knippenkötter

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