Kapitän glänzt in Abwesenheit des Spaniers

Wer ist der Chef? Schweini scharf auf Alonso-Rolle

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Bastian Schweinsteiger (l.) und Xabi Alonso - spielen sie dauerhaft im Bayern-Mittelfeld zusammen?

München - Können sie nun miteinander - oder nicht? Beim 8:0 gegen den HSV glänzte Bastian Schweinsteiger in Abwesenheit von Xabi Alonso in der Zentrale - und nutze die Gelegenheit zur Eigenwerbung.

Bastian Schweinsteiger gehört nur selten zu den Spielern, die nach dem Schlusspfiff bereitwillig gegenüber den Journalisten Auskunft geben. Doch nach dem berauschenden 8:0-Triumph über den desolaten Hamburger SV präsentierte sich der Bayern-Kapitän (in Abwesenheit des verletzten Philipp Lahm) ungewohnt gesprächig. Lag es daran, dass Schweinsteiger Gefallen an seiner Position im Mittelfeld gefunden hatte? An der Position, die normalerweise Xabi Alonso einnimmt, gegen den HSV aber wegen einer Muskelverhärtung nicht ausfüllen konnte?

Schweinsteiger durfte also die Hauptrolle in der Bayern-Zentrale spielen, war Taktgeber für die Offensive und erste Anspielstation im Aufbauspiel. Zuletzt hatte der 30-Jährige neben Alonso seine Rolle im Mittelfeld anders ausfüllen, auf die Seiten oder etwas weiter nach vorne ausweichen müssen - ein Umstand, der ihm sichtlich kaum behagte und der auch nicht förderlich für das Tempo im Bayern-Spiel war.

Schweinsteiger lobt: "Sind viel schneller nach vorne gekommen"

Am Samstag nutzte Schweinsteiger die Abwesenheit des spanischen Kollegen, um sich zuerst auf dem Platz und später an den Mikrofonen zu positionieren. 122 Ballkontakte, 113 Pässe, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe und die meisten Torschussvorlagen sprachen für sich, das Endergebnis sowieso.

Bemerkenswert war dann nach dem Spiel Schweinsteigers explizite Aussage, die zentrale Position des Sechsers sei seine Lieblingsposition, die spiele er schließlich auch in der Nationalmannschaft. Seine Rolle gegen den HSV, "von hinten heraus zu spielen, macht mir sehr viel Spaß, heute war es wunderbar", teilte Schweinsteiger mit, und führte weiter aus: "Unser Spielaufbau war viel besser als in den letzten Wochen. Wir sind viel schneller nach vorne gekommen." Ob diese - indirekten - Aussagen beim Kollegen Alonso gut ankommen?

Faktum ist: Seit Schweinsteiger nach seiner langwierigen Knieverletzung wieder in den Kader und auch in die Startelf des Rekordmeisters zurückgekehrt ist, häufen sich die Fragen nach dem Zusammenspiel zwischen dem spanischen und dem deutschen Weltmeister. „Alle Spieler in unserem Kader können zusammenspielen“, findet zwar Coach Pep Guardiola, und daher „ohne Probleme“ auch Alonso und Schweinsteiger. Doch die ersten Auftritte nach der Winterpause ließen einige Zweifel an der Funktionalität eines Doppel-Sechsers Alonso/Schweinsteiger aufkommen, vor allem die fehlende Kompaktheit beim 1:4 gegen Wolfsburg und der schleppende Spielaufbau gegen Schalke (1:1) und Stuttgart (2:0) fielen ins Auge.

Ex-Bayern-Profi Stefan Effenberg würde auf eine Besetzung der Doppelsechs mit Schweinsteiger und Alonso verzichten: „Beide haben ohne Frage herausragende Qualitäten, sind aber vom Spielertyp sehr ähnlich. Ich würde dahingehen, nur einen von beiden aufzustellen, um das Spiel nicht zu langsam zu machen.“

Gegen Donezk am Dienstag in der Champions League wird Alonso aller Voraussicht nach wieder in die Startelf zurückkehren. Man darf gespannt sein, wie sich das auf das Bayern-Mittelfeld und die Leistung von Bastian Schweinsteiger auswirken wird.

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