Modezar Otto Kern ist tot

Modezar Otto Kern ist tot

Sein Premieren-Trikot erhält jemand ganz Besonderes

Bayern-Debütant Wriedt: Regionalliga-Torjäger bei den Profis

Mittendrin in der Jubeltraube: Kwasi Okyere Wriedt (3. v. l.) hatte nach seinem Debüt für die Bayern-Profis allen Grund zum Feiern. © dpa

Der Pokalkrimi zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern hatte alles zu bieten, was das Fußballerherz begehrt. Für einen Spieler der Roten wird die Partie unvergessen bleiben.

München - Er war Jupp Heynckes' vierte und damit allerletzte Option an diesem packenden Pokalabend in Leipzig. Nach 101 Minuten schickte der Bayern-Trainer den eigentlichen Regionalliga-Torjäger Kwasi Okyere Wriedt auf das Feld, um in Überzahl für noch mehr Durchschlagskraft im Strafraum zu sorgen. Nur drei Zeigerumdrehungen später wäre dieser Plan beinahe schon aufgegangen, doch die Latte verhinderte den Einschlag beim wuchtigen Kopfball des gebürtigen Hamburgers mit ghanaischen Wurzeln.

„Das wäre eine perfekte Geschichte gewesen“, grinste Wriedt nach dem Spiel - angesichts des 6:5-Triumphs nach Elfmeterschießen dennoch bester Laune. Für den 23-Jährigen war es ein perfekter Tag. Im vierten Spiel unter Heynckes stand die Sturmkante zum dritten Mal im Kader - nur gegen Celtic Glasgow fehlte Wriedt, weil er in der Champions League nicht spielberechtigt ist. Als der Königsklassen-Kader benannt werden musste, erahnte eben niemand den kometenhaften Aufstieg des für 450.000 Euro vom VfL Osnabrück geholten Linksfußes.

Spielaufbau, Bayern-Bonus, Ulreich: Die Lehren des Pokal-Krimis

Heynckes lobt Wriedts Torinstinkt

Sein Förderer war damals ja auch noch Privatier und kümmerte sich auf einem Bauernhof im Schwalmtal bei Mönchengladbach um Hund Cando, anstatt sich Gedanken um die Aufstellung des erfolgreichsten deutschen Fußballvereins zu machen. Doch an Wriedt hat Heynckes schnell seine Freude gefunden: „Er ist ein Talent mit Perspektive. Er muss noch weiter an sich arbeiten, hat aber das gewisse Etwas, hat Torinstinkt.“

Das gab der Triple-Trainer von 2013 dem hoffnungsvollen Talent vor seiner Profi-Premiere bei den Roten auch mit auf den Weg. „Herr Heynckes hat gewettet, dass ich treffe“, verriet Wriedt, der im Mannschaftskreis nur „Otschi“ gerufen wird. Das habe der Coach zwar „eher aus Flachs gesagt, zur Motivation“ - doch die Worte wirkten. Wriedt ackerte unermüdlich an der Seite von Robert Lewandowski und verschaffte dem Weltstar mit seiner Präsenz so manchen Raum.

+ Inmitten der Stars: Kwasi Okyere Wriedt nimmt gegen Freiburg neben Corentin Tolisso, James Rodriguez und Rafinha (v. r.) auf der Bayern-Bank Platz. © sampics / Stefan Matzke Debüt für Wriedt das „Sahnehäubchen“

Für den Debütanten war der Auftritt vor dieser Kulisse in einem solch hochklassigen Spiel das „Sahnehäubchen“ - auch wenn Wriedt zugibt, dass er ohne die Perspektive auf Einsätze bei den Profis im Sommer vielleicht gar nicht nach München gekommen wäre. Spätestens seit Mittwoch dürfte ihm klar sein: Die Entscheidung war goldrichtig. Beim FC Bayern hat er einen Trainer, der auf ihn setzt, und arbeitet täglich mit den besten und talentiertesten Kickern des Landes zusammen.

Stimmen zum Pokalkrimi: „Das war die Königin der Konzessionsentscheidungen“

„Manchmal denke ich, ich bin in irgendeinem Film und muss mich fast kneifen, weil ich es nicht glauben kann. Jedes Training ist ein Traum. Das ist brutale Qualität, allerhöchstes Niveau“, staunt Wriedt, der für die Reserve in zwölf Spielen neun Mal traf: „Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass ich irgendwann für den FC Bayern München spielen werde, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich kann es gar nicht fassen. Ich weiß gar nicht, was hier gerade passiert.“

TV-Kritik zu Bayerns Pokalfight: ARD geht ins Risiko - und verliert

Was er dagegen schon vor seinem Einsatz wusste: Sein Trikot soll einen ganz besonderen Besitzer bekommen. „Ich schenke es meiner Mutter, weil sie mich von Tag eins an immer unterstützt hat. Sie ist eine wichtige Person in meinem Leben, wenn nicht sogar die wichtigste“, schickte er einen besonderen Dank in sein Elternhaus. Blieb am Ende des wohl aufregendsten Tages im Fußballerleben von Wriedt nur noch ein Problem: „Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt gleich schlafen soll. Ich glaube, meine Augen werden die ganze Zeit geöffnet sein.“

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Draxler an die Säbener Straße? Diesen Rat hat Effenberg
Draxler an die Säbener Straße? Diesen Rat hat Effenberg
Transfergerücht: Spurs-Star Dele Alli schwärmt vom FC Bayern
Transfergerücht: Spurs-Star Dele Alli schwärmt vom FC Bayern
Sky-Experte Erik Meijer über PSG: „Das ist ihre DNA: Tor, Tor, Tor“
Sky-Experte Erik Meijer über PSG: „Das ist ihre DNA: Tor, Tor, Tor“
Matthäus macht Hoffnung: „PSG ist verwundbar“
Matthäus macht Hoffnung: „PSG ist verwundbar“

Kommentare