Klatsche statt Clásico?

Bayern dominiert, BVB taumelt: Ist das überhaupt noch der große Gipfel?

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Szene aus dem letzten Aufeinandertreffen von FCB und BVB, dem Duell um den Supercup: Javi Martinez (l.) ringt Pierre-Emerick Aubameyang nieder.

Ganz Fußball-Deutschland fiebert dem deutschen Clásico zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern entgegen. Aber wird es wieder ein absolutes Topspiel? 

Es ist wieder so weit. Ganz Fußball-Deutschland fiebert dem deutschen Clásico zwischen der Dortmunder Borussia und dem FC Bayern entgegen, die Frage ist nur: Steigt am Samstag im Signal Iduna Park wieder ein Gipfel, wie man ihn zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Weiß aus den vergangenen Jahren gewohnt ist? Unvergessen ist die 2:5-Pleite der Münchner im Pokalfinale 2012, ganz zu schweigen vom Wembleymärchen des FCB beim CL-Finale 2013 (2:1). Diese Saison sieht aber alles anders aus. Während das Jupp-Team sechs Siege in Folge einfuhr, stolpert die Bosz-Borussia mittlerweile von Blamage zu Blamage. Also Klatsche statt Clásico?

Im Westen der Republik versucht man auch nach dem 1:1 gegen Nikosia und dem damit verbundenen CL-Aus die Dinge positiv zu betrachten. „Vielleicht kommt das Spiel gegen die Münchner zum richtigen Moment“, so der stark in die Kritik geratene Trainer Peter Bosz. „Vielleicht erwartet man weniger von uns.“ Die jüngsten Entwicklungen seiner Truppe jedenfalls geben wenig Anlass zur Hoffnung. In nicht einmal drei Wochen hat die Borussia aus einem Fünf-Punkte-Vorsprung auf den FCB einen Drei-Punkte-Rückstand gemacht, der letzte Ligatriumph datiert vom 30. September, dafür gab es in den jüngsten fünf Ligapartien satte elf Gegentore. Nuri Sahin meinte dennoch: „Die Partie gegen die Bayern kommt eigentlich perfekt. Da kann man mit einem Spiel sehr viel geradebiegen.“

An der Säbener Straße kann man dem Duell hingegen auch so einiges Positives abgewinnen. Nicht nur, dass es Sieg Nummer sieben aus Spiel Nummer sieben unter Jupp Heynckes wäre, die Differenz auf die Dortmunder würde beim nächsten Dreier auf durchaus aussagekräftige sechs Zähler anwachsen. Und: Die Roten haben im Duell beim taumelnden Dauerrivalen zudem die Möglichkeit, nach fünf Meisterschaften in Serie ein für allemal zu zeigen, dass der BVB schon lange nicht mehr der Konkurrent ist, der er während der Kloppo-Ära mal war.

Vorsichtig ist man dennoch, ist ja schließlich Dortmund. „Das sind immer große Spiele“, meinte daher auch Arjen Robben. Und weiter: „Dortmund ist einfach ein großer Konkurrent.“ Es gab Zeiten, da übte man sich noch woanders in Understatement, einzig Jupp Heynckes gab nach dem 2:1-Sieg der Bayern in Glasgow zu: „Es war nicht abzusehen, dass Dortmund so eine Schwächephase bekommt.“ Und die Bayern so einen Lauf. Der lädierte Thomas Müller (Muskelfaserriss) scheint zwar nicht für den Hit fit zu werden, Robert Lewandowski (muskuläre Probleme) hingegen trainierte gestern bei den Amateuren und ist Samstag mit von der Partie beim Clásico. Oder beim Clásico a.D., je nachdem, wie man’s nimmt…

José Carlos Menzel López

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