"Die Idee gab es schon länger..."

Bayern-Fan: So lief der Plan mit dem Moskauer Turm

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Leere Ränge in Moskau: Im Hintergrund sieht man im den Büroturm, in dem die FCB-Fans saßen (Pfeil).

München - Ein Fan des FC Bayern erklärt der tz, wie sie die Platzsperre der UEFA umgingen und wie der verrückte Plan mit dem Hochhaus in Moskau aussah.

Der Sieg des FC Bayern war trotz Bombendrohung und Geisterkulisse ziemlich souverän, doch nach dem Spiel sprachen alle nur noch über ein Thema: Die Bayern-Fans im Hochhaus. Rund 70 von ihnen hatten sich trotz Zuschauerausschluss auf den Weg nach Moskau gemacht, 50 verfolgen die Partie aus dem 18. Stockwerk eines Büroturms. Die tz sprach mit einem Anhänger, der das Spiel aus einem besonderen Blickwinkel beobachtete – allerdings ungenannt bleiben möchte.

Servus! Haben Sie das Abenteuer Moskau gut überstanden?

Bayern-Fan: Ja. Die letzten 48 Stunden waren ziemlich aufwendig. Aber es hat sich gelohnt.

Sie gehörten zu den Fans, die das Spiel des FCB aus einem Büroturm gesehen haben!

Bayern-Fan: Genau, wir waren knapp 50 Leute. Der Turm war aber fast noch ein Rohbau, viele Etagen noch leer. Wir haben das Spiel aus dem 18. Stock gesehen. Es gab noch nicht mal Aufzüge, wir mussten zu Fuß rauf.

Das war aber sicher am Ende das kleinste Übel, oder?

Bayern-Fan: Das stimmt. Das einzige Problem war, dass wir in dem Gebäude nicht rauchen durften, also hätten wir dafür jedes Mal 18 Stockwerke runter und wieder hoch laufen müssen. Deshalb hat, glaube ich, auch keiner während des Spiels eine Zigarette geraucht (lacht).

Wie sind Sie denn überhaupt auf diese Idee gekommen?

Bayern-Fan: Die gab es schon länger. Da sind wir irgendwann nach der Auslosung drauf gekommen. Erst sollte das Spiel ja auch im Khimki-Stadion stattfinden, bis die UEFA die Partie auf einmal in das Lokomotiv-Stadion verlegt hat.

Hätte es dort auch ein Hochhaus gegeben?

Bayern-Fan(lacht): Nein. Deshalb hatten wir auch Glück, dass die UEFA das Spiel Ende letzter Woche dann doch wieder ins Khimki-Stadion verlegt hat.

Und dann wurde die Etage kurzfristig gebucht?

Bayern-Fan: Einer von uns ist schon am Sonntag nach Moskau gereist, um das Büro zu mieten.

Und was hat der Vermieter zu der Aktion gesagt?

Bayern-Fan: Der dachte zuerst, dass wir Geschäftsleute wären und die Etage für mehrere Monate mieten wollen.

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Gab es keine Probleme, als er von Ihrem Plan erfuhr?

Bayern-Fan: Ich weiß gar nicht, ob ihm genau bewusst war, was wir vorhatten. Er hat aber darauf bestanden, dass wir nur ohne Blitzlicht fotografieren dürfen. Daran haben wir uns gehalten.

Und sonst hat niemand von der Idee gewusst, ehe die ersten Fotos getwittert wurden?

Bayern-Fan: Nein, wir haben die Aktion bewusst im kleinen Kreis gehalten. Und wir waren auch sehr froh, dass keiner etwas davon mitbekommen hat. Wer weiß, was passiert wäre, wenn die ZSKA-Fans oder die Polizei davon Wind bekommen hätten.

Sind Sie deshalb schon weit vor Spielbeginn in den Turm?

Bayern-Fan: Nein, wir sind eine knappe Stunde vor Spielbeginn hochgegangen. Vorher sind wir noch als relativ große Gruppe um das Stadion gegangen, aber es ist niemandem aufgefallen.

Außer dem Verein. Der hat Ihnen sogar die Miete gezahlt, sagte Boss Rummenigge…

Bayern-Fan: Das stimmt. Der Verein hat aber auch erst am Spieltag gegen Mittag davon erfahren. Wir waren aber ohnehin die ganze Zeit in regem Kontakt mit der Vereinsführung, um eventuell doch vielleicht ins Stadion zu kommen.

Die Atmosphäre da oben war mit der in einem Stadion auch nicht vergleichbar, oder?

Bayern-Fan: Dass man nichts hören konnte, war schon sehr komisch. Das war ein bisschen wie ein Spiel am Fernseher ohne Ton. Spaß hat es auch nicht so wirklich gemacht.

Interview: sw.

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