Ist da alles rechtens?

Bayern-Fanclub prangert ungerechte Ticketvergabe in der Allianz Arena an

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Der Fanclub „Munich‘s Red pride“ protestiert gegen zu hohe Ticketpreise für Gästefans.

Im Heimspiel gegen den SC Freiburg hielten Fans im Bayern-Block ein Banner hoch, das Financial Fairplay für Gästefans forderte. Was hat es damit auf sich?

Bei Problemen mit Financial Fairplay fallen einem wahrscheinlich zuerst Vereine wie Manchester City oder Paris St-Germain ein. An den FC Bayern würde bei diesem Thema wohl niemand denken. Manche Fans des Rekordmeisters sehen das aber ein bisschen anders.

Keine Sorge, die Bayern haben nicht etwa gegen das von der UEFA aufgestellte Reglement verstoßen. Der Fanclub „Munich‘s Red Pride“ bemängelt vielmehr die Bepreisung der Tickets für Gastmannschaften in der Allianz Arena. Dabei verweist der Fanclub, der beim 5:0-Sieg im Heimspiel gegen den SC Freiburg ein großes Banner im Fanblock hochhielt, in einem auf Twitter geteilten Brief auf die Spielordnung der DFL.

DFL-Spielordnung: Gästekarten zum Stehplatzpreis

Dort heißt es in Absatz 4.1 von §3 Organisation der Veranstaltung, dass „mindestens 10 % der in dem Stadion verfügbaren Stehplatzkontingente dem Gastverein zur Verfügung stehen“ müssen. Im Falle des FC Bayern wären das bei insgesamt 15.930 verfügbaren Stehplätzen in der Allianz Arena 1.593 Karten für Stehplätze.

Allerdings hat der deutsche Rekordmeister in seinem Stadion keinen Stehplatzbereich für Gästefans ausgewiesen. Für diesen Fall gibt es in der Spielordnung der DFL eine Lösung. Wörtlich heißt es dort: „Soweit keine oder nicht genügend Stehplätze im Gastbereich vorhanden sind, ist dem Gastverein stattdessen eine entsprechende Anzahl an Sitzplätzen im Gastbereich zum Preis der Stehplatz-Tageskarten für das betreffende Spiel zur Verfügung zu stellen.“

Rund 400 günstige Karten zu wenig

Eine Stehplatz-Tageskarte beim FC Bayern München kostet in der Bundesliga 15 Euro. Das heißt konkret, dass einer Gastmannschaft, der insgesamt 7.500 der 75.000 Karten zustehen (10% der Stadionkapazität), in der Allianz Arena 1.593 Karten zum Preis von je 15 Euro angeboten werden müssen. „Munich‘s Red Pride“ bemängelt, dass der FCB weniger Karten zur Verfügung stellt.

Laut den Informationen des Fanclubs verkauft der Verein von der Säbener Straße nur jeweils 1.192 Karten à 15 Euro an die Gästeteams. Das wären 401 Karten weniger, als von der DFL vorgeschrieben sind. Auf Nachfrage des Fanclubs bei der Ticketingabteilung des Rekordmeisters zeigte sich der Verein laut Angaben von „Munich‘s Red Pride“ nicht gesprächsbereit. 

Schon beim Spiel des FCB bei Paris St. Germain hatten Fans der Roten gegen die hohen Ticketpreise für Gästefans in der französischen Hauptstadt protestiert. Der Scheich-Klub bittet allerdings nicht nur die Anhänger der Gastmannschaften kräftig zur Kasse.

Kein Statement vom FC Bayern

Auf unsere mehrfache Nachfrage hat sich der FC Bayern München bisher nicht zum Sachverhalt geäußert. Auch eine Nachfrage bei den Verfassern des Briefes, die laut eigenen Angaben für Rückfragen gerne bereitstehen, blieb unbeantwortet.

sh

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