"Will am liebsten Champions League spielen"

Bayern an Frankfurt-Juwel dran

+
Sebastian Rode (r.) bejubelt mit Takashi Inui dessen Treffer beim 3:3 gegen Dortmund am Dienstagabend

München - Er ist einer der Garanten für den Frankfurter Aufschwung, er ist jung und er ist vielleicht bald Nationalspieler: Bayern ist an Frankfurts Sebastian Rode dran. Aber gibt es auf seiner Position überhaupt Bedarf?

Ist Eintracht Frankfurt jetzt schon direkte Konkurrenz der Bayern? Den Münchnern wird traditionell unterstellt, allen Klubs die Leistungsträger wegzuschnappen, die ihnen zu nahe kommen. Doch die Wahrheit ist eher: Die Roten haben es in erster Linie auf die Spieler selbst abgesehen anstatt auf die Schwächung der Konkurrenz. Jetzt sind sie beim Tabellenzweiten fündig geworden: Sebastian Rode (21) hat nach tz-online-Informationen das Interesse der Münchner auf sich gezogen.

Wer ist dieser Rode? Die Zeiten, als er mit seiner Freundin Johanna unerkannt durch Frankfurt schlendern konnte, sind vorbei. Mit seinen tollen Auftritten in dieser Saison ist der Mittelfeldabräumer der Eintracht zum Star beim Bundesliga-Rückkehrer avanciert. "Es ist anders als vor anderthalb Jahren. Jetzt werde ich erkannt", beschreibt Rode die für ihn ungewohnte Situation.

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 geholt

Diese Spieler hat der FC Bayern seit 1990 geholt

Für den Kader der Saison 1990/1991 gab der FC Bayern umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus. Die Bosse kauften: Christian Ziege (kam von Hertha 03 Zehlendorf). © Getty
Markus Münch (SV Sandhausen) © AP
Brian Laudrup (rechts, Bayer Uerdingen) © Getty
Stefan Effenberg (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Michael Sternkopf (Karlsruher SC). Außerdem wurden gekauft: Michael Hecht (SpVgg Weiden), Thorsten Wörsdörfer (Bayer Leverkusen) und Alois Reinhardt (Bayer Leverkusen). © Getty
Für den Kader der Saison 1991/1992 gab der FC Bayern umgerechnet 7,1 Millionen Euro aus. Es kamen: Toni Schumacher (Fenerbahce Istanbul). © Getty
Jan Wouters (Ajax Amsterdam) © Getty
Bruno Labbadia (Kaiserslautern) © Getty
Oliver Kreuzer (Karlsruher SC) © Getty
Mazinho (war ausgeliehen an Inter Mailand) © Getty
Thomas Berthold (AS Rom) Außerdem wurden gekauft: Raymond Victoria (Feyenoord Rotterdam), Fernando da Silva Bernardo (FC São Paulo), Andreas Mayer (FC Augsburg) und Mazinho © Getty
Für den Kader der Saison 1992/1993 gab der FC Bayern umgerechnet 11 Millionen Euro aus. Damals wurden gekauft: Markus Schupp (SG Wattenscheid 09) © Getty
Dieter Frey (FC Augsburg) © Getty
Thomas Helmer (Borussia Dortmund) © Getty
Jorginho (Bayer Leverkusen) © Getty
Mehmet Scholl (Karlsruher SC) © Getty
Lothar Matthäus (Inter Mailand) Außerdem kam Wolfgang Gerstmeier (FC Augsburg) © Getty
Für die Neuzugänge zur Saison 1993/1994 gaben die Bayern-Bosse umgerechnet 3,9 Millionen Euro aus. Es wurden verpflichtet: Marco Grimm (VfB Gaggenau) © Getty
Adolfo Valencia (Independiente Santa Fe) © Getty
Marcel Witeczek (Kaiserslautern) © Getty
Sammy Kuffour (Torino Calcio) © Getty
Alexander Zickler (Dynamo Dresden) Außerdem wurde Alexander Karataev (Lokomotive Moskau) gekauft. © Getty
Für die neuen Spieler zur Saison 1994/1995 gab der FC Bayern umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus. Es kamen: Jean-Pierre Papin (AC Mailand) © Getty
Oliver Kahn (Karlsruher SC) © Getty
Alain Sutter (1. FC Nürnberg) © Getty
Emil Kostadinov (FC Porto) © Getty
Für die Bayern-Neuzugänge der Saison 1995/1996 wurden umgerechnet 9,7 Millionen Euro ausgegeben. Es kamen: Ciriaco Sforza (Kaiserslautern) © Getty
Andreas Herzog (Werder Bremen) © Getty
Thomas Strunz (VfB Stuttgart) © Getty
Jürgen Klinsmann (Tottenham Hotspurs) © Getty
Für die Neuzugänge der Saison 1996/1997 gaben die Bayern Bosse umgerechnet 6,4 Millionen Euro aus. Es kamen: Ruggiero Rizzitelli (FC Turin) © Getty
Carsten Lakies (SV Darmstadt 98) © Getty
Markus Oberleitner (SpVgg Unterhaching) © Getty
Carsten Jancker (Rapid Wien) © Getty
Mario Basler (Werder Bremen) © Getty
Bernd Dreher (Bayer Uerdingen) © Getty
Markus Münch (rechts, Bayer Leverkusen) © AP
Für die Neuverpflichtungen der Saison 1997/1998 wurden umgerechnet 15,9 Millionen Euro ausgegeben. Es kamen: Nils-Eric Johansson (AIK Solna) © Getty
Dennis Grassow (SpVgg Unterhaching) © Getty
Giovane Elber (VfB Stuttgart) © Getty
Bixente Lizarazu (Athletic Bilbao) © Getty
Thorsten Fink (Karlsruher SC) © Getty
Michael Tarnat (Karlsruher SC) © Getty
Für die Neueinkäufe zur Saison 1998/1999 gaben die Bayern Bosse umgerechnet 7,6 Millionen Euro aus. Es kamen: Thomas Linke (Schalke 04) © Getty
Hasan Salihamidzic (HSV) © Getty
Jens Jeremies (links, TSV 1860 München) © Getty
Stefan Effenberg (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Ali Daei (Arminia Bielefeld) © Getty
Für die Saison 1999/2000 kaufte der FC Bayern neue Spieler im Wert von umgerechnet 16,5 Millionen Euro. Es kamen: Andrew Sinkala (links, Nchanga Rangers FC) © Getty
Slawomir Wojciechowski (FC Aarau) © Getty
Paulo Sergio (AS Rom) © Getty
Roque Santa Cruz (Olimpia Asunción) © Getty
Patrik Andersson (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Michael Wiesinger (1. FC Nürnberg) © Getty
Für die Neuverpflichtungen der Saison 2000/2001 legten die Bayern Bosse umgerechnet 10 Millionen Euro hin. Es kamen: Alou Diarra (CS Louhans-Cuiseaux) © Getty
Willy Sagnol (AS Monaco) © Getty
Ciriaco Sforza (Kaiserslautern) © Getty
Die neuen Spieler zur Saison 2001/2002 kosteten den FC Bayern umgerechnet 21,9 Millionen Euro). Es kamen: Pablo Thiam (VfB Stuttgart) © Getty
Robert Kovac (Bayer Leverkusen) © Getty
Claudio Pizarro (Werder Bremen) © Getty
Niko Kovac (HSV) © Getty
Die Neuzugänge für die Saison 2002/2003 kosteten den FC Bayern 24,5 Millionen Euro. Es kamen: Michael Ballack (Bayer Leverkusen) © Getty
Sebastian Deisler (Hertha BSC Berlin) © Getty
Zé Roberto (Bayer Leverkusen) © Getty
Für die neuen Spieler der Saison 2003/2004 gab der FC Bayern 27 Millionen Euro aus. Es kamen: Martin Demichelis (River Plate) © Getty
Tobias Rau (VfL Wolfsburg) © Getty
Roy Makaay (Deportivo La Coruña) © Getty
Für die neuen Spieler der Saison 2004/2005 gaben die Bayern Bosse 25,7 Millionen Euro aus. Es kamen: Bixente Lizarazu (Olympique Marseille) © dpa
Torsten Frings (Borussia Dortmund) © Getty
Andreas Görlitz (TSV 1860 München) © Getty
Wahid Haschemian (VfL Bochum) © Getty
Lucio (Bayer Leverkusen) © Getty
Für die neuen Spieler der Saison 2005/2006 legte der FC Bayern 11,2 Millionen Euro hin. Es kamen: Ali Karimi (Al-Ahli) © Getty
Valerien Ismael (Werder Bremen) © Getty
Julio Dos Santos (Cerro Porteño) © Getty
Für die Neuverpflichtungen der Saison 2006/2007 zahlten die Bayern-Bosse 24 Millionen Euro. Es kamen: Daniel van Buyten (HSV) © Getty
Mark van Bommel (links, FC Barcelona) © dpa
Lukas Podolski (1. FC Köln) © Getty
Für die neuen Spieler der Saison 2007/2008 legten die Bayern-Bosse die bisherige Rekordsumme von 85,2 Millionen Euro hin. Es kamen: Hamit Altintop (Schalke 04) © Getty
José Ernesto Sosa (Estudiantes de La Plata) © Getty
Franck Ribéry (Olympique Marseille) © Getty
Miroslav Klose (Werder Bremen) © Getty
Marcel Jansen (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Breno (São Paulo FC) © Getty
Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) © Getty
Luca Toni (AC Florenz) © Getty
Zé Roberto (Nacional Montevideo) © Getty
Markus Steinhöfer (rechts, war ausgeliehen an FC Red Bull Salzburg) © Getty
Für die Saison 2008/2009 verpflichtete der FC Bayern zwei Spieler ablösefrei. Es kamen: Tim Borowski (Werder Bremen) © Getty
Jörg Butt (Benfica Lissabon) © Getty
Für die neuen Spieler der Saison 2009/2010 griffen die Bayern-Bosse wieder richtig tief in die Tasche. Sie zahlten insgesamt 74,7 Millionen Euro. Es kamen: Ivica Olic (HSV) © Getty
Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Danijel Pranjić (SC Heerenveen) © Getty
Mario Gomez (VfB Stuttgart) © Getty
Arjen Robben (Real Madrid) © Getty
Edson Braafheid (FC Twente Enschede) © Getty
Anatolij Tymoschtschuk (Zenit St. Petersburg) © Getty
In der Winterpause 2010/2011 verpflichteten die Bayern für 15 Millionen Euro Luiz Gustavo (1899 Hoffenheim) © Getty
Im Sommer 2011 holten die Bayern Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen von Energie Cottbus (2,8 Millionen Euro). © dpa
Rafinha kam für 5,8 Millionen Euro vom FC Genua. © dpa
Manuel Neuer kam für 18 Millionen plus sieben Millionen Euro erfolgsabhängiger Prämien vom FC Schalke 04. © dpa
Takashi Usami wurde 2011 für 300.000 Euro von Gamba Osaka (Japan) ausgeliehen, Kaufoption inbegriffen. © getty
Jerome Boateng kam von Manchster City an die Isar © Getty
Im Sommer 2012 lockten die Bayern Mario Mandzukic vom VfL Wolfsburg an die Isar. Die Ablöse für den Stürmer betrug 13 Millionen Euro. © dpa
Claudio Pizarro kehrte nach einem Gastspiel beim FC Chelsea und bei Werder Bremen nach München zurück. Der Peruaner war ablösefrei. © dpa
Lukas Raeder kommt ebenso wie Manuel Neuer vom FC Schalke 04. Der junge Torhüter wechselt ablösefrei von der U19 der Knappen nach München. © M.I.S.
Dante verstärkt ab der Saison 2012/2013 die Innenverteidigung des Rekordmeisters. Der FC Bayern zahlt 4,7 Millionen Euro Ablöse an Borussia Mönchengladbach. © M.I.S.
Für Mitchell Weisser musste der FC Bayern 800.000 Euro an seinen Ex-Klub Köln überweisen. © sampics

Der 21-Jährige wird von den Vereinsfunktionären geschätzt und von den Fans geliebt. Club-Boss Heribert Bruchhagen adelte Rode bereits als besten Eintracht-Spieler der vergangenen zehn Jahre, und auch Trainer Armin Veh hält große Stücke auf den Blondschopf. "Er hat einen riesen Sprung gemacht gegenüber dem Vorjahr, obwohl er schon da gut gespielt hat", lobt Veh den U 21-Nationalspieler.

Rode hört so etwas natürlich gern, will die Lobeshymnen jedoch nicht überbewerten. „Ich bilde mir nichts darauf ein und hebe nicht ab. Das Umfeld hält mich am Boden, die Familie, Freunde, die Freundin. Ich weiß, wie schnell es im Fußball nach oben gehen kann - und nach unten“, sagt er.

Rode stand in seiner noch jungen Karriere nicht immer auf der Sonnenseite. In der Saison 2009/10 zog sich der bescheidene Profi, damals noch im Trikot des Drittligisten Kickers Offenbach, einen Kreuzbandriss zu. Sieben Monate musste er pausieren und verpasste dadurch auch die U 20-Weltmeisterschaft.

Im Sommer 2010 wechselte er zur Eintracht, wo er den nächsten Nackenschlag einstecken musste. Ein in der Vorbereitung erlittener Knorpelschaden legte ihn für weitere vier Monate lahm. „Damals hatte ich viele schlaflose Nächte", sagt Rode im Rückblick.

Die Spielerfrauen des FC Bayern: Von Schweinis Sarah bis zu Martinez' Model-Freundin

Die Spielerfrauen des FC Bayern: Von Schweinis Sarah bis zu Martinez' Model-Freundin

Unter Veh blühte Rode in der Vorsaison dann auf und trug maßgeblich zum Aufstieg der Frankfurter bei. Mittlerweile ist er aus dem Spiel des kecken Bundesliga-Rückkehrers nicht mehr wegzudenken. Die bärenstarken Auftritte des defensiven Mittelfeldspielers, der sich durch Spielverständnis und Offensivdrang auszeichnet, haben Begehrlichkeiten auch bei der Konkurrenz entwickelt.

Hat Bayern überhaupt Bedarf auf der Doppel-Sechs?

Auf dieser Position haben die Bayern eigentlich erst nachgelegt und sage und schreibe 40 Millionen Euro für Javi Martinez investiert. Bastian Schweinsteiger, Luiz Gustavo, Anatoli Timoschtschuk und Toni Kroos sind für diese Position auch noch da. Das ändert aber nichts am Interesse an Rode - schließlich ist der Rekordmeister laufend bemüht, deutsche Nationalspieler an sich zu binden. An der Säbener Straße soll ein gewisser Ärger herrschen, dass Sami Khedira einst nicht nach München gewechselt ist, obwohl ihn die Verantwortlichen Louis van Gaal auf dem Silbertablett serviert hatten. Doch der Niederländer lehnte ab, Khedira ging vom VfB Stuttgart zu Real Madrid und ist mitten in einer großen Karriere, auch im DFB-Team. Ähnliches trauen Experten auch Rode zu. 

Sportdirektor Bruno Hübner will den bis 2014 gültigen Vertrag mit Rode daher so schnell wie möglich verlängern. Doch die Gespräche sind ins Stocken geraten. "Für die Karriereplanung von Rode ist das eine entscheidende Phase. Da müssen wir von der Eintracht akzeptieren, dass er ein bisschen länger nachdenken will", sagte Hübner in einem Interview der Frankfurter Rundschau.

Einen vorzeitigen Wechsel des Juwels, das nicht nur von Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler als kommender Nationalspieler angesehen wird, schloss Hübner aus: "Rode hat noch einen Zweijahresvertrag, und in diesen beiden Jahren werden wir ihn nicht abgeben. Da sind wir nicht kompromissbereit." Es wäre aber nicht das erste Mal, dass der FC Bayern einen Spieler loseisen kann, den sein Verein eigentlich kategorisch halten möchte.

Nicht nur Bayern dran

Die Münchner sind nicht die einzigen, die Rode auf dem Zettel haben. Die Sport Bild bringt ihn auch mit Dortmund, Schalke und Mönchengladbach in Verbindung.

Rode, der schon im Alter von vier Jahren beim SKV Hähnlein mit dem Fußballspielen begann, hat große Ziele. Er will international spielen, "am liebsten Champions League". Das wird ihm die Eintracht trotz des aktuellen Höhenflugs nicht bieten können.

al/tz/dpa

Nackte Haut bei Sportlerinnen: Die knappsten Outfits

Nackte Haut bei Sportlerinnen: Die knappsten Outfits

Auch interessant

Kommentare